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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

26. September 2017 | 12:42 Uhr

35. Arbeitstreffen : Hafenkapitäne tagen in Wismar

vom

Beyer nutzte vor einem hochkarätigen Gremium die Chance, sich kritisch mit der Entscheidung des Bundes auseinanderzusetzen, nur noch Schwerpunkthäfen in der Entwicklung fördern zu wollen.

svz.de von
erstellt am 11.Nov.2011 | 06:59 Uhr

Wismar | Einen Konferenzraum voll so geballter maritimer Kompetenz und noch dazu auf dem "Containerdeck" des Technologie- und Forschungszentrums (TFZ), das findet man eher selten. Das mag Bürgermeister Thomas Beyer bewogen haben, diese Gäste persönlich zu begrüßen. Immerhin waren dort die wichtigsten Hafenkapitäne von Nord- und Ostsee zugegen. Wismar hatte für deren 35. Arbeitstagung die Gastgeberrolle übernommen.

Beyer nutzte vor dem hochkarätigen Gremium die Chance, sich kritisch mit der Entscheidung des Bundes auseinanderzusetzen, nur noch Schwerpunkthäfen in der Entwicklung fördern zu wollen. Wismar habe bereits erheblich in einen zukunftsträchtigen Hafenausbau für größere Schiffe investiert und tue dies auch weiter. Deshalb sei auch die Vertiefung der Seewasserstraße, so Beyer, eine notwendige Voraussetzung zur weiteren Entwicklung der maritimen Wirtschaft am Wismarer Standort.

Breit gefächert war auch diesmal das Tagungsprogramm. Es behandelte Schwerpunkte wie Schlepperzugkräfte und Schlepperverfügbarkeiten in den Häfen oder EU-relevante Umweltschutzanforderungen an Schiffe und Häfen. Auf der Tagesordnung standen ebenso gesetzliche Anforderungen und Eigeninitiativen im Seeumschlag. Schon vorausschauend auf die kalte Jahreszeit ging es weiterhin um die Thematik Eisaufbruch und Eisbrecherdienst in den Häfen und den Zufahrten und Bundeswasserstraßen.

Auch das Kapitel Notschlepperkonzept der Bundesrepublik Deutschland wurde behandelt. Des Weiteren lernen die Tagungsteilnehmer während eines Vortrages den Seehafen der Hansestadt kennen. Die praktische Untermauerung erfolgte an Bord der Kogge "Wissemara" per Hafenrundfahrt. Und da Konferenzen viel mit längerem Sitzen zu tun haben, sorgte Stadtführer Dr. Josef Staffa für einen gesunden Entspannungsspaziergang durch die Weltkulturerbe-Altstadt.

"Nur auf einer solchen Tagung ist ein Erfahrungs- und Meinungsaustausch möglich, den es über den normalen kommunikativen Dienstweg so nicht gibt", unterstreicht Hafenkapitän Andreas Mai. Er ist nicht nur für den Bereich Bremen und Bremerhaven zuständig, sondern außerdem Vorsitzender der europäischen Hafenkapitänsvereinigung.

Die Lösung mancher spontaner und auch besonderer Hafenprobleme komme oftmals einem Krisenmanagement gleich. Da sei es hilfreich, so Andreas Mai, auch persönliche Kontakte zu Kollegen anderer Häfen zu pflegen. Vor allem nehme in bestimmten Bereichen der Seeschifffahrt die Professionalität ab, durch weniger oder kaum ausreichend ausgebildete Fachleute. Wege zu finden, dies wieder zu verbessern, sei auch eines der Ziele der jährlichen Zusammenkünfte.

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