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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

22. November 2017 | 00:12 Uhr

Einsturzgefahr : Gutshaus Nisbill nur noch eine Ruine

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Zur Sicherungspflicht will der Eigentümer noch im Frühjahr einen Zaun um das Gebäude ziehen.

von
erstellt am 28.Feb.2017 | 11:47 Uhr

Das Nisbiller Gutshaus steht seit der Wende leer. Fehlende Unterhaltung, Vandalismus sowie Wind und Wetter haben im vergangenen Vierteljahrhundert dafür gesorgt, dass es inzwischen eine Ruine ist. Es steht nicht mehr auf der Denkmalliste des Landkreises Nordwestmecklenburg. Darauf verweist der aktuelle Besitzer, Dettlef Lukat aus Nisbill, auf SVZ-Nachfrage.

Lukat, seit November 2001 Bürgermeister der Gemeinde Bibow, zu dem auch der Ortsteil Nisbill gehört, hatte das Objekt „2005 erworben, plus Wiese drumherum“. Alles in allem handele es sich um eine Fläche von 32 000 Quadratmetern. Neun Schafe sind hier als „Rasenmäher“ tätig.

Das alte Gutshaus kann nur noch abgerissen werden. „Das steht nicht zur Diskussion. Wann und wie ist aber noch offen. Es ist auch eine finanzielle Frage“, so Lukat.

Inzwischen besteht bei der Gutshaus-Ruine akute Einsturzgefahr. „Das Haus war gesichert“, so Dettlef Lukat, der hinzufügte: „Die Fenster ringsherum hatte ich mit Draht verschlossen und Schilder aufgestellt mit der Aufschrift ,Betreten verboten‘. Doch der immer mehr um sich greifende Vandalismus macht auch vor Schildern keinen Halt.“

Jetzt soll ein Zaun das Objekt sichern. Pfähle stehen bereits, der Zaun fehlt jedoch bisher. „Ich werde mich zeitnah um die Sicherung kümmern“, sagte Lukat auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung zur diesbezüglichen Anfrage der Abgeordneten Mandy Karst. Gegenüber SVZ hieß es seitens des Eigentümers jetzt, er wolle „im Frühjahr beigehen“.

Beim historischen Gutshaus, in Fachwerkbauweise errichtet, handelt es sich um ein herrschaftliches Gebäude mit sieben Achsen und Krüppelwalmdach, das Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut wurde. Eine exakte Datierung gibt es nicht. Anzunehmen ist aber, dass der Bau mit seinen barocken Raumstrukturen im Inneren um 1730 erfolgte, wo solche Herrenhäuser auch z.B. in Woosten bei Goldberg und Dreilützow entstanden. Nach der Reichsexekution gegen Herzog Carl Leopold und dem Einmarsch hannoverscher Truppen sowie der Besetzung des Schweriner Landesteils im Jahr 1719 ist für die Jahre danach wieder eine Zunahme der ritterlichen Bautätigkeit verbürgt.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Nisbiller Gutshaus umgebaut, es kam unter anderem der Eingangsvorbau hinzu. Der frühere Erbpachthof des Domanial-Amtes Warin verfügte im Jahr 1896 über eine Größe von 374 Hektar. Nach 1945 wurde das Gutshaus in der DDR-Zeit zu Wohnzwecken genutzt.  

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