Warin : Gute Zeiten

Ein Gruppenfoto des medizinischen Personals, aufgenommen vermutlich um 1955.
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Ein Gruppenfoto des medizinischen Personals, aufgenommen vermutlich um 1955.

Die Geschichte des Wariner Krankenhauses. Teil 2

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09. Februar 2018, 12:00 Uhr

In einer losen Folge wird die Geschichte des Wariner Krankenhauses, von der Gründung am 1. Juli 1948 bis zur Schließung am 30. Juni 1997, erzählt. In Teil 2 geht es um die Zeit, in der ein leistungsfähiges medizinisches Zentrum aufgebaut wurde. In der kollektiven Erinnerung wird sie als gute Zeit bewahrt. Als Quelle diente dem Autor die Chronik des Krankenhauses.

Trotz vieler baulicher und medizintechnischer Unzulänglichkeiten meisterten die Mitarbeiter des Kreiskrankenhauses Wismar in Warin die medizinische Versorgung. Im ersten Halbjahr 1950 wurden 415 Operationen durchgeführt, 50 Kinder geboren, 3750 Patienten ambulant versorgt. Dabei waren das Krankenhaus und die umliegenden Amtsländereien ständige Baustelle. Ein Gewerk gab dem anderen die Klinke in die Hand. Größte Sorgenkinder waren die Wasserversorgung und die elektrischen Anlagen.

Im Sommer 1950 begann der Umbau des ehemaligen Marstalls für medizinische Zwecke. Nach Fertigstellung 1952 zogen hier die Verwaltung und das Landambulatorium ein. Es fehlten immer noch Krankenzimmer. Die 1954 errichtete Baracke an der Burgstraße, in die das Landambulatorium, später auch die Zahnmedizin, die Physiotherapie, die Mütterberatung, der Kinderarzt und die frauenärztliche Sprechstunde zogen, sorgte für mehr Platz. Die Baracke, eigentlich ein Provisorium, sicherte über 37 Jahre die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung. Sie wurde im April 1991 abgerissen.

In den ehemaligen Marstall kamen nun 25 Betten für die Innere Station. Das Dachgeschoss wurde zum „Storchennest“, zur Entbindungsstation. Sie war es bis zum 1. April 1970. Personalmangel soll der Grund für die Schließung gewesen sein.

Zwischenzeitlich war ein Kohlenbunker errichtet worden. Die notwendigen Ausschachtungen erfolgten in freiwilligen Einsätzen durch das Krankenhauspersonal. Die Arbeit der Heizer wurde leichter und im Keller des Haupthauses verbesserten sich die Räumlichkeiten, die im erweiterten Sinne ein Krankenhaus versorgen: Küche, Wäscherei, Lagerräume.
Im Jahr 1954 sollte im Gutshaus Groß Labenz, nach Auflösung des Kinderheimes, als Außenstation eine Pflegestation etabliert werden. Davor aber musste Groß Labenz eine feste Straßenanbindung erhalten. Ab Oktober 1956 bezogen 42 Langzeitkranke das Objekt. Die gepflasterte Straße war allerdings erst im Sommer 1958 voll befahrbar. 1954 verlegte man auch die Krankenhaus-Schweine nach Groß-Labenz. Bis dahin wurden die Schweine tatsächlich auf dem Krankenhausgelände gemästet und durch die Krankenhausküche verwertet.

1965 wurde die Außenstelle Groß Labenz selbstständiges Pflegeheim. Damit sank die Bettenzahl des Krankenhauses von 205 auf 160 Betten. Sie wurde ein Jahr später gemäß Ordnungsvorgaben um weitere 20 Betten reduziert. Große Krankensäle konnten zu kleineren Zimmern umgestaltet werden, was der Befindlichkeit der Patienten entgegen kam.



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