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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

26. September 2017 | 20:23 Uhr

Brüel : Gutachter rät, Linden zu fällen

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Bäume auf dem Kirchenvorplatz in Brüel haben Faulstellen und Rissbildungen. Bröckelnde Mauer schon mit zwei Gestellen gesichert

von
erstellt am 31.Jul.2017 | 21:00 Uhr

Die Mauer an der Brüeler Kirche bröckelt. Wie SVZ berichtete, waren bereits vor einem Jahr erstmals  große Natursteine auf die Fahrbahn des Spiegelbergs gefallen und in der weiteren Folge immer mal wieder, denn  die  Straße verläuft, nur  knapp 50 Zentimeter entfernt, parallel zu ihr und  ein weiterer Bereich  ist stark beschädigt.

„Unser Mitarbeiter der Brüeler Kirchengemeinde  Michael Ehrich hat beide Ränder der Öffnungen, wo Steine herausgefallen sind, durch ein Gestell gesichert“, sagt Hans-Heinrich Erke, Baubeauftragter und 2. Vorsitzender des Kirchengemeinderates. Denn befürchtet werde, dass weitere Steine herunterfallen.

Die Mauer muss dringend repariert werden. Das Problem: Zwei Bauplaner hatten unabhängig von einander erklärt, dass eine zuverlässige Reparatur  nicht möglich sei, solange die dortigen Linden mit ihrem Wurzelwerk dagegen drücken. Deshalb hatte die Kirchengemeinde schon  im September vorigen Jahres den Antrag an die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Ludwigslust-Parchim gestellt, sechs Linden,  die  nur wenige  Zentimeter entfernt  an der Mauer stehen, zu fällen.  Woraufhin die Behörde unter anderem eine Baumkontrolle und -untersuchung einfordert hatte (SVZ berichtete).

„Die Kirchengemeinde hat ein Gutachten zur Kontrolle der Stand- und Bruchsicherheit der elf Linden  in Auftrag  gegeben, für das sie jetzt knapp 900 Euro bezahlen muss. Für ein Ergebnis, das für uns schon klar gewesen ist“, ärgert sich Erke.  In dem 183 Seiten umfassenden Papier wird dringend angeraten „alle Sommerlinden zu fällen“.  So heißt es unter anderem, dass die Bäume  einzelne biomechanische Schwächungen aufzeigen, die auf den Standraum zurückzuführen sind. Zudem bedingen diese Schwächungen gleichzeitig,  dass die Linden ihren eigentlichen Standraum zerstören.  „Die dicht an den Linden entlang führende Mauer wird zerstört. Die Verkehrssicherheit der Linden und der Mauer kann zusammen nicht wieder hergestellt werden“, so eine  Schlussfolgerung im Gutachten.  „Wir wollten ursprünglich sechs Bäume fällen, jetzt geht es um alle elf. Im Gutachten ist auch zu lesen, dass bei den Linden von der Wurzelfläche, die sie benötigen, um sicher zu stehen, nur noch zwischen 37 und 65 Prozent vorhanden sind. Die Bäume haben teilweise Faulstellen und hauptsächlich Rissbildungen.  Wir müssen  jetzt fällen, sonst handeln wir grob fahrlässig“, sagt Hans-Heinrich Erke.

Ein entsprechender Antrag sei an den Landkreis gegangen, jetzt  werde auf Antwort gewartet. „Ich sehe das Fällen der Sommerlinden als Notlösung an. Wir wollen den Kirchenvorplatz nicht kahl stehen lassen, aber die  Bepflanzung darf nicht so hoch und  ausladend werden, nicht so dicht an der Mauer stehen   und soll nützlich für Vögel sein“, so Erke.  Kopfschmerzen bereite die Finanzierung der Fällungen, die aufwändig sein werde und ausgeschrieben werden müsse. Anschließend  stehe die Sanierung der Mauer an.

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