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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

19. November 2017 | 02:30 Uhr

Rückblick : Gut durchs Jahr 2017 gewandert

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Hans-Werner Lübcke, Wanderführer im Naturpark Sternberger Seenland, kann trotz des Wetters auf eine erfolgreiche Saison zurück blicken

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erstellt am 02.Nov.2017 | 12:00 Uhr

Am 12. Oktober ging für Hans-Werner Lübcke die Wandersaison zu Ende. Seit 2015 bietet der Brüeler im Naturpark Sternberger Seenland geführte Wanderungen zum Thema „Auf den Spuren der Eiszeit“ an. In diesem Jahr konnte er einen Anstieg seiner Besucherzahlen von 290 auf 370 registrieren, das ist eine Zuwachsrate von rund 37 Prozent. Und das, obwohl das Wetter in diesem Jahr eher suboptimal war. „Es waren möglicherweise deshalb mehr Teilnehmer bei meinen Wanderungen, weil ich das nun mittlerweile seit drei Jahren mache und sich das immer mehr herumspricht“, vermutet Hans-Werner Lübcke. Wer bei einer solchen Tour mitlaufe, wolle meist einfach nicht allein gehen oder sich einmal anhören, was der Experte über die Eiszeit zu erzählen hat. Vor allem individuell gebuchte Touren würden immer stärker nachgefragt, von Familien, Arbeitskollektiven oder Schulklassen.

Der Diplom-Geologe bietet zum Thema Eiszeit vier Touren an: 1. Vom Neuklostersee durchs Klaasbachtal, 2. Von den Rothener Seen in die Sülter Salzwiesen, 3. Zu den Oberen Seen bei Sternberg und 4. Von Größ Görnow durchs Warnowdurchbruchtal.

„Die beiden ersten Touren führen durch Gebiete, die während der letzten Eiszeit entstanden sind, die vor 14 500 Jahr zu Ende war. Das Gelände der anderen beiden Wanderstrecken wurde während der Eiszeit geformt, die vor 17 500 Jahren endete“, weiß der Experte. „Beide Eiszeiten gehören zur Weichselvereisung. Bei der ersten reichten die Gletscher südlicher ins Land. Nach dem Ende der zweiten dauerte es noch etwa 2500 Jahre, bis die Gletscher schmolzen und zerfielen.“

Die geführten Wanderungen sind alle etwa neun Kilometer lang und dauern ca. zweieinhalb Stunden. Im Durchschnitt würden an den Touren – 2017 waren es 45 – fünf bis sechs Personen teilnehmen. „Aber oft sind es auch mehr. Wenn weniger als drei kommen, gehe ich aber nicht los“, erklärt der Rentner in Altersteilzeit. Die Wanderfreunde kommen nur zu knapp 20 Prozent aus anderen Bundesländern, hat er analysiert. Viele sind Tagestouristen oder Urlauber aus dem eigenen Bundesland, aber vor allem auch Menschen aus der Region vor der eigenen Haustür.

„Viel Freude bereitet mir, dass immer mehr Kinder und Jugendliche bei meinen Touren dabei sind“, freut sich Lübcke. So nutzten Lehrer aus Brüel, Sternberg und Wismar und ein Sportverein den Anschauungsunterricht zur Eiszeit quasi vor dem Schultor. Kein Wunder, denn sicher weiß kaum jemand in der Region besser darüber Bescheid als Hans-Werner Lübcke, der sich im Rahmen seiner Arbeit als Geologe in Güstrow seit 1970 mit diesem Thema und den Auswirkungen auf die Landschaft um uns herum beschäftigt.
 

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