Sternberg : Grünes Licht für Heimatmuseum

Bei einer Tagesfahrt nach Sternberg besuchten Wallburga und Reiner Aigner aus Mestlin gestern auch das Heimatmuseum und fanden es interessant. Auf dem Lande aufgewachsen, erinnere sie die Küche von einst an vieles zu Hause, sagte die Mestlinerin.
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Bei einer Tagesfahrt nach Sternberg besuchten Wallburga und Reiner Aigner aus Mestlin gestern auch das Heimatmuseum und fanden es interessant. Auf dem Lande aufgewachsen, erinnere sie die Küche von einst an vieles zu Hause, sagte die Mestlinerin.

Der Antrag auf Fördermittel ist gestellt – die Sternberger Stadtvertretung beschließt die Sanierung des Gebäudes in der Mühlenstraße 16.

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20. Juni 2017, 21:00 Uhr

Die alte Glocke an der Eingangstür, die Besucher ankündigt und ebenso schrill ertönt, wenn sie wieder gehen, passt so richtig zu dem alten Gemäuer in der Mühlenstraße 16, in dem das Heimatmuseum untergebracht ist.

Dort schauten sich gestern auch Wallburga und Reiner Aigner aus Mestlin bei ihrer Tagesfahrt nach Sternberg um. Er sei einmal vor Jahren darin gewesen und habe es schon damals interessant gefunden. „Und das ist es heute noch“, meint der Mestliner nach einem Rundgang. „Man kann nur staunen, was die Menschen früher drauf hatten, um mit einfachen Mitteln klar zu kommen.“ Seine Frau erkennt vor allem in der wie einst ausgestatteten Küche so einiges aus der Kindheit wieder. „Mit diesem Krauthobel haben wir Sauerkraut als Wintergemüse gemacht. Unsere Mutter hatte zu tun, und als Kinder haben wir geholfen“, erklärt Wallburga Aigner. In einer großen Familie auf dem Lande aufgewachsen, interessiere sie sich für solche Gerätschaft.


Bauliche Mängel an Fachwerkkonstruktion


Das Heimatmuseum soll nun so schnell wie möglich von Grund auf saniert werden, die Stadtvertretung hat dazu vorige Woche, wie kurz berichtet, einen Grundsatzbeschluss gefasst. Das Gebäude sei „durch erhebliche bauliche Mängel der Fachwerkkonstruktion gefährdet“, hatte Bürgermeister Armin Taubenheim zuvor um Zustimmung geworben. Es bilde mit den historischen Gebäuden wie Stadtkirche, Rathaus, Post und Raiffeisenbank auf dem Markt sowie der Stadtmauer mit dem Mühlentor den Kern der Altstadt. Dieses Ensemble müsse in seiner
Gesamtheit erhalten und verschönert werden, so Taubenheim. Ein Antrag auf Fördermittel sei gestellt und dessen Eingang Anfang Mai vom Landesförderinstitut bestätigt worden. Die einzelnen Schritte zur Sanierung seien „entscheidend davon abhängig, welche Fördermittel zu welcher Zeit verfügbar sind“, hält sich der Bürgermeister mit Terminen noch zurück. Danach richte sich wiederum die Zwischenlagerung der
Exponate. Fest stehe aber, dass dafür Räumlichkeiten gebraucht würden und die „nach jetziger Beurteilung angemietet werden müssten“.

Das 1747 errichtete Haus in der Mühlenstraße galt lange Zeit als das älteste Wohngebäude der Stadt. Tom Clauß setzt dahinter zumindest ein Fragezeichen. Der begeisterte Hobbyhistoriker, der mit Elke Cziesso seit 2016 das Heimatmuseum betreut, hat Zweifel, dass nach dem verheerenden Stadtbrand 1741, bei dem bis auf eine Scheune alles in Asche fiel, sechs Jahre lang in Sternberg nicht gebaut worden sein soll.


Ausstellung wird auch inhaltlich neu gestaltet


Mit der Sanierung des Gebäudes soll die Ausstellung neu gestaltet werden. Dazu ist auf Beschluss der Stadtvertretung von Dezember 2016 eine Kommission gebildet worden, der sieben Mitglieder angehören. Deren Arbeit „zur Entsammlung des Heimatmuseums“, so der Bürgermeister, habe sich bislang „holprig gestaltet“. Das liege „sicher in den Ansichten der einzelnen Mitglieder begründet“, ob es sich „um ein für das Museum erhaltenswertes Stück handelt“ oder nicht. Das führe zu Diskussionen, wobei letztlich „die Kommission eine mehrheitliche Entscheidung zu treffen“ habe.

Er freue sich auf die Sanierung des Heimatmuseums, sagt Martin Bouvier, eines der sieben Mitglieder in der Kommission und Leiter der Touristinformation, auf SVZ-Nachfrage. Die Region sei mit Archäologischem Freilicht- und Oldtimermuseum in Groß Raden sowie dem Kutschenmuseum in Kobrow „gut aufgestellt“, und das Heimatmuseum in Sternberg bereichere diese Angebotsvielfalt. Es müsse inhaltlich so ausgestaltet sein, dass es für Einheimische, Tagestouristen und Urlauber, die länger bleiben, gleichermaßen attraktiv sei, sie anspreche und bei ihnen im Gedächtnis bleibe. Wenn es gelinge, die Geschichte Sternbergs, die weit zurück reiche und teils über die Stadt hinaus Bedeutung habe, erlebbar zu machen, könnte das Heimatmuseum ein Besuchermagnet werden, der nachhaltig wirke. „Wir haben erst angefangen, uns darüber verständigen“, so Bouvier. Dass es unterschiedliche Auffassungen gebe, „wenn Leute mit Herzblut an etwas hängen“, sei für ihn normal und durchaus verständlich. Darüber werde weiter gesprochen.

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