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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

23. November 2017 | 04:54 Uhr

Warin : Grünes Klassenzimmer für Warin

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Beim ersten Arbeitseinsatz dieses Jahr im Schulgarten kamen Tische und Bänke an ihren Platz, wurden die Kräuterspirale und anderes hergerichtet.

von
erstellt am 26.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Ein geschlossener Raum wird es nicht, die Wände verkörpert gewissermaßen die Natur. Sven Koch, Vorsitzender des Wariner Schulvereins, sieht schon den Lehrer in der Mitte stehen und die Kinder zu beiden Seiten auf den rustikalen Holzbänken sitzen. Beim ersten Arbeitseinsatz dieses Jahr im Schulgarten nahm das grüne Klassenzimmer erste Formen an. Zwei überdachte Sitzgruppen, die es hier schon vorher gab, bilden die Grundausstattung. Sie wurden jetzt im Abstand von etwa vier Metern aufgestellt und exakt ausgerichtet, die Überdachungen abgenommen, zumal denen die Witterung zugesetzt hatte. Das künftige Klassenzimmer im Grünen bekommt zwar keine festen Wände, wohl aber ein Dach. Zwischen den beiden Kombinationen aus Tisch und Bänken ist an einen Fußboden aus OSB-Platten gedacht. Dort könnte sogar getanzt werden.


Unterricht im Freien und Veranstaltungen


Wenn alles fertig ist, bietet sich die Möglichkeit für Unterricht im Freien, aber genauso für lockere Gesprächsrunden, Veranstaltungen und Feiern der Grundschulklassen oder Treffen von Arbeitsgemeinschaften. Zur Ergänzung soll die Feuerstelle, die sich in gebotenem Abstand befindet, eine Sitzecke bekommen. Dass dies in ehrenamtlicher Tätigkeit nicht von heute auf morgen machbar ist, weiß der Vereinsvorsitzende nur zu gut. Längere Zeit war der Schulgarten vor sich hin gekümmert und ist erst vor einigen Jahren wieder zu neuem Leben erweckt worden. Genau richtig in dem Bestreben der Wariner Grundschule, die Anerkennung als „Naturpark-Schule“ zu erlangen. Dazu hat sie einen Kooperationsvertrag mit dem Naturpark Sternberger Seenland abgeschlossen.

Zum Arbeitseinsatz trifft sich wieder „das Stammpersonal“, merkt Koch nach einem Blick in die Runde schmunzelnd an, räumt aber gleich ein: „Wenn wir heute viel mehr Leute gewesen wären, hätten sich einige vielleicht auf den Füßen gestanden.“ Doch es gebe noch reichlich Gelegenheit sich zu betätigen.

Auf der im Vorjahr angelegten Kräuterspirale sind Schnittlauch, Oregano, Pfefferminze und Thymian zusehends dabei, sich nach dem Winter zu berappeln. Charlotte Schmuhl aus der Klasse 2a liegt fast in voller Länge vor dem kleinen Kräuterabteil und hilft, den Boden zu lockern und Unkraut zu zupfen. Sie ist mit ihrem Vati Michael Haase gekommen und hat in Töpfen noch Petersilie und Rosmarin sowie Schnittlauch und Thymian mitgebracht. Hand in Hand mit „Lotti“, wie alle sagen, betätigen sich Schulleiterin Dagmar Arndt und Susan Lieder, deren Sohn Luca (7) in die 1b von Arndt geht. Lieder kennt sich mit den Kräutern bestens aus, hat auch zu Hause im Garten eine ganze Auswahl. Dort baue ihr Mann gerade ein Hochbeet für sie. „Altersgerecht“, wird in der Runde
gescherzt. Die junge Frau lacht selbst. Sie wolle das als Frühbeet nutzen, erklärt die 28-Jährige. Diese sei mit der ganzen Firma da, verraten die Frauen neben ihr. Denn Lieder arbeitet bei Zahnärztin Gritt Göldenitz, und ihre Chefin hat sich mit Tochter Rike auf der Fläche am Gartenhaus über das Unkraut hergemacht. „Wir üben hier für Zuhause“, sagt Göldenitz lachend. Gartenarbeit mache ihr viel Spaß. Schade, dass der Schulgarten lange brach gelegen habe. Zum Glück sei er nun wieder entdeckt worden, „ein kleines Paradies“. Und für sie selbst, so die Mutter der Drittklässlerin, sei dieser Einsatz vielleicht der Anfang, öfter dabei zu sein, damit die Kinder gemeinsam ein schönes Domizil im Grünen haben.

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