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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

19. November 2017 | 15:26 Uhr

Sternberg : Großübung im Tanklager

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Gefahrgutzug Ost probte zusammen mit DRK Katastrophenszenarium auf dem Gelände des Sternberger Biodiesel-Herstellers ecoMotion.

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erstellt am 02.Okt.2017 | 05:03 Uhr

Eine Explosion in einem Tanklager, ein Unfall in einer Produktionsstätte mit Chemikalien, ein Riss im Tank eines Gefahrguttransporters – in allen Fällen kommen neben der normalen Feuerwehr auch der Katastrophenschutz und das DRK zum Einsatz. Und diese Kameraden müssen dann auch auf Schlag wissen, was zu tun ist und wie sie vorgehen müssen.

Vor Ort nur 43 von  bis zu  80 erwarteten Kameraden  Zweimal im Jahr ruft der Landkreis Ludwigslust-Parchim, Gefahrgutzug Ost, einen Ausbildungstag auf den Plan. „Der erste findet in der Feuerwehrtechnischen Zentrale Dargelütz statt und der zweite in einem Objekt, um die Übung so realistisch darstellen und um das Objekt selbst dementsprechend kennenlernen zu können“, erklärte Dirk Prieß, Zugführer des Gefahrgutzuges Ost. Am Sonnabend nun hat man diesen Objektausbildungstag auf das Gelände der ecoMotion GmbH Sternberg gelegt. Feuerwehren aus Parchim, Lübz, Plau, Suckow, Leezen, Matzlow/Garwitz, Severin, Goldberg, Grebbin sowie Goldenbow und natürlich Sternberg hatten ihre Teilnahme mit mindestens fünf Leuten zugesagt. „So hatten wir eigentlich 60 bis 80 Kameraden erwartet. Letztendlich hatten wir nur 43 Leute – das ist nicht zufriedenstellend!“, äußerte sich Prieß nach dem Eröffnungsappell unmutig. „Vorbildlich: Der DRK-Betreuungs- und Sanitätszug aus Parchim war mit 20 Leuten dabei.“

Auf dem Gelände der ecoMotion GmbH haben die Mitarbeiter es mit etlichen gefährlichen Stoffen zu tun: „Zum einen der produzierte Biodiesel bzw. das Methanol selbst ist hochentzündlich. Zur Herstellung selbst werden aber auch noch andere chemische Stoffe wie Säuren und Laugen benötigt“, erklärte Holger Kühn. Der junge Mann ist nicht nur Mitarbeiter in der Firma, sondern auch noch Oberlöschmeister der FFw Sternberg. Er hatte die Aufgabe übernommen, den Ausbildungstag zwischen den Kameraden und der Firma zu koordinieren. Da war es ihm ein ganz großes Bedürfnis, „der ecoMotion GmbH ein ganz großes Dankeschön auszusprechen, dass diese Übungen auf dem Gelände stattfinden durften“.

Nun wurde den Kameraden drei Aufgaben gestellt, die sie in Form eines Stationsbetriebes bewältigen und beobachten sollten. 1. Schadensbekämpfung im Tanklager, 2. Schadensbekämpfung an einem Gefahrgut-Lkw und 3. Schadensbekämpfung im Produktionsbereich.

Menschenrettung vor SchadensbekämpfungAm Gefahrgut-Lkw hatte Sven Engelberg, stellvertretender Gruppenführer der Gefahrgutgruppe Parchim seine Gruppe um sich geschart und erläuterte die Vorgehensweise, wenn ein solcher Tank wegen eines Risses ausläuft. Priorität habe das schnelle Eindämmen, wenn die gefährliche Substanz ausläuft und in die Erde sickert. Aber man darf sich nicht ausschließlich darauf konzentrieren, sondern müsse auch die Umgebung in Augenschein nehmen. Es können beim Auslaufen ja auch giftige Dämpfe entstehen. Das heißt, die Fenster der Umgebung müssen geschlossen, Schaulustige vom Unfallort weggeschickt werden. Menschenrettung gehe immer vor allem, betonte er.

„Zum Abdichten des Lecks habe man in ihren Fahrzeugen spezielle Dichtkissen, Hanf, Bleiwolle etc. und wenn ein Flansch abgerissen ist, haben wir auch Ersatz“, erklärte er. Wichtig auch Bleche und große Behälter zum Abfangen der Substanz, Schläuche und vieles mehr.

Ähnlich war es im großen Tanklager, nur mit einer Ausnahme: Hier lag eine ohnmächtige Person. Sophia Moldt (16), seit fünf Jahren beim DRK in Parchim, mimte die Verletzte. Kameraden in Chemieschutzanzügen gingen als erstes in das Tanklager und entdeckten sie. Wieder gilt Menschenrettung vor Schadensbekämpfung. Man schaffte sie in Sicherheit und kümmerte sich dann um das vermeintliche Leck im Tank.

Beim nachmittäglichen Einsatz im Produktionsbereich wurden mussten dann gar vier Verletzte gerettet werden, die ebenso wie die Ohnmächtige aus dem Tanklager nach ihrer Dekontamination im dafür vorgesehenen Zelt mit Dekon-Dusche, einem Schwarz- und einem Weißbereich dem DRK Betreuungszug zur Versorgung übergeben wurden.

An dieser Stelle war Dirk Prieß nicht ganz zufrieden. „Wir haben alle gerettet und ans DRK übergeben, aber die Abstimmung zwischen FFW und DRK könnte noch besser sein. Das werden wir im März, April nächsten Jahres noch einmal zum Thema machen“, so der Zugführer. „Ansonsten haben wir den Einsatz erfolgreich abgeschlossen. Keiner wurde bei der Übung verletzt. Wir haben nichts beschädigt. Jetzt werden wir für die Kameraden ein Konzept erstellen, über die Vorgehensweise in solchen Fällen.“

 

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