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Neuhof in der Gemeinde Bibow : Großes Festival in kleinem Dorf

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Equinale vom 24. bis 26. Juni in Neuhof zeigt Pferdefilme in mehreren Wertungsgruppen. Am Samstagabend findet ein Filmball mit der Preisverleihung statt. Außerdem gibt es ein buntes Rahmenprogramm.

Gern verweist Nile Pils darauf, dass es Pferde waren, die Bilder zum Laufen brachten. Der britische Fotograf Eadweard Muybridge sei 1872 vom Eisenbahn-Tycoon und kalifornischen Gouverneur Leland Stanford engagiert worden, die exakte Beinstellung eines galoppierenden Pferdes zu bestimmen. Aus der Vielzahl von Reihenaufnahmen, die den Galopp erfassten, sei aneinander gereiht ein Film entstanden ähnlich wie heute im Kino.

Seitdem würden Pferde neben ihrem Einsatz als Zugtiere oder zur Fortbewegung immer wieder Haupt- und Nebenrollen in Filmen spielen, hätten Einfluss auf Musik, Literatur und Malerei, meint die gebürtige Österreicherin. Sie seien Inspiration auf verschiedensten Gebieten, könnten Menschen helfen, die Seele zu heilen, würden heute aber fast nur noch als Sportpferde gesehen.


Austausch zwischen Neuhof und New York

Im Dezember 2014 mit Eltern und Bruder ins Gutshaus Neuhof gezogen, möchte die junge Frau hier vielfältige Angebote rund ums Pferd machen und geht in diesem Jahr gleich ganz groß heran: Vom 24. bis 26. Juni findet in dem kleinen Dorf in der Gemeinde Bibow das europaweit erste Pferdefilmfestival dieser Art statt. Bislang gebe es diese Sparte als Teil eines Events, eigenständig aber weder in Deutschland noch Europa, sagt Pils stolz. Vorbild sei das Equus-Filmfestival im November in New York, das immer größer werde und nun ins vierte Jahr gehe. Dort würden die Streifen in Kinos gezeigt, hier auf einer großen Leinwand im Freien. Die Gründerin der Neuhofer Equinale erzählt, sie habe aus New York eine E-Mail mit der Botschaft „Wir müssen mal reden“ erhalten und zuerst nichts Gutes geahnt. Aber das Gegenteil sei eingetreten und Lisa Diersen, Gründerin und Leiterin des dortigen Festivals, auf sie zugekommen, um sich auszutauschen. „Wir unterhalten uns jetzt wöchentlich über Skype. Für die Equinale sind drei Filme aus New York avisiert“, so Pils.

Preise gebe es in den Kategorien Spiel-, Kinder-, Kurz-, Werbe- und Lehrfilm sowie Dokumentation, bewertet von einer hochkarätig besetzten Jury. „Ostwind“-Filme seien ebenso dabei wie die Mystery-Fernsehserie „Armans Geheimnis“ aus der ARD, der Blockbuster „Bibi und Tina“, eine Dokumentation über Lipizzaner und die Spanische Hofreitschule in Wien, Werbespots von Ferrari und Mercedes-Brabus, außerdem „einige Überraschungsfilme, die in Deutschland noch nicht gezeigt wurden“. Aus der ganzen Welt – USA, Großbritannien, Dänemark, Österreich und Deutschland – würden Filme eingereicht. Auch der beste Reiter und Trainer hinter den Kulissen werde ermittelt.

Die 1000 Euro für den besten Kinderfilm kommen von Agrarminister Till Backhaus, sagt die Macherin des Festivals. Er sei dessen Schirmherr. Auch Landrätin Kerstin Weiss habe angekündigt, einen Preis zu stiften. Weitere Sponsoren seien gern gesehen. „Natürlich können wir nicht so hoch herangehen wie etablierte Festivals. Unseres soll sich erst entwickeln“, bleibt Nile Pils auf dem Boden. „Jeder war erstmal verwundert, worum es geht, und dann begeistert, dass es zu dem Thema ein eigenes Festival geben wird.“

Die Preisverleihung erfolgt auf dem Filmball am Samstagabend. Die Garderobe der Gäste sollte im Stil der 1920er-Jahre sein. „Ich denke, das ist gar nicht so schwierig“, findet die Organisatorin. „Davon gibt es einiges in den Geschäften. Selbst die Schuhmode ähnelt sich derzeit.“


Von Stuntreitern bis Oldtimertreffen

Ein vielfältiges Programm begleitet die Aufführungen. Die Filmemacherin Miriam Thiel präsentiert ein Spezial des New Yorker Festivals und beantwortet Fragen. Stuntreiter aus „Ostwind“-Filmen erzählen von ihrer Arbeit und wie sie es machen, dass ein Pferd stürzt. Es gibt Vorträge, z. B. über Wildpferde in Portugal, Lichtinstallationen und Workshops. Die international bekannte Pferdemalerin Erna Goudbeek, eine gebürtige Niederländerin, die in Deutschland lebt und Pferde lebendig auf die Leinwand bringt, stellt originale Ölbilder und auch Kunstdrucke für den kleineren Geldbeutel aus.

Am Sonnabendnachmittag ist ein Oldtimertreffen mit Fahrzeugen aus den 1920er- und 1930er-Jahren geplant, aber auch mit Trabi und Wartburg. Auf dem Erlebnismarkt sollen Besucher besondere, individuelle Erzeugnisse finden, „keine Flohmarktware“, wie Nile Pils sagt. Wer sich mit Eigenkreationen beteiligen möchte, sei herzlich willkommen, ermuntert sie. Für Einheimische seien Plätze reserviert. Auch an die Kinder werde gedacht. Es soll ein Fest für Jedermann werden zusammen mit dem Verein „Alte Schmiede“. Der Erlös des dreitägigen Festivals geht an „Reiten gegen den Hunger“, eine Aktion der Welthungerhilfe.


 

 

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erstellt am 21.Mai.2016 | 08:00 Uhr

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