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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

13. Dezember 2017 | 04:30 Uhr

Mankmoos : Großer Container voll mit Müll

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Jäger aus den Pächtergemeinschaften Warin und Büschow/Trams sammeln mit Privatfahrzeugen und Anhängern in der Umgebung Unrat ein.

svz.de von
erstellt am 27.Apr.2014 | 18:08 Uhr

Sie wollen es kaum glauben: Der Container ist 24 Kubikmeter groß und zur Mittagszeit beinahe voll. Jäger aus den Pächtergemeinschaften Warin und Büschow/Trams waren am Sonnabend mit ihren Pkw samt Anhängern oder Kleintransportern unterwegs, um den Unrat einzusammeln, den andere Zeitgenossen achtlos, mehr aber noch bewusst in der Landschaft hinterlassen haben. Wieder einmal – denn jedes Jahr zu dieser Zeit starten sie die Aktion, unterstützt von der Jagdgenossenschaft Warin und der Stadt, die die Entsorgung des Mülls übernimmt.


Alte Möbel, Kindersitz, Bauschutt und Ekelzeug


„Auf unserer Mitgliederversammlung gestern Abend haben wir überlegt, seit wann das gemacht wird. Genau wusste das niemand, aber mindestens 15 Jahre sind es“, sagt Wolf-Dietmar Vetter, der 2005 Heinz Kölzow als Jagdvorsteher beerbt hat, der nun nach 22 Jahren auch aus dem Vorstand ausgeschieden ist. „Voriges Jahr waren es 18 Kubikmeter“, erinnert sich Vetter. „Wir als Bodeneigentümer sind den Jägern dankbar, dass sie jedes Jahr den Müll einsammeln. Wie würde das sonst an den Wegen überall in der Umgebung aussehen. Denn wo einmal Unrat liegt, kommt erfahrungsgemäß ständig welcher dazu.“ Es seien fast immer die gleichen Stellen. Nachvollziehen könne er das nicht, fügt der Jagdvorsteher und Vorstandsvorsitzende der Wariner Pflanzenbau eG, kopfschüttelnd an. Der Betrieb unterstützt die Jäger bei Bedarf mit schwererem Gerät, doch das war diesmal nicht nötig.

Bei dem, was die Männer in den Container werfen, ist sonst alles vertreten. Holger Huckfeldt und Volker Spalkhaver, die in Büschow/Trams auf Pirsch gehen, haben Campingstühle, Kindersitz, Dachrinnen und anderen Bauschutt, Farbeimer und auch viel Ekelzeug, was sich schwer identifizieren lässt, auf ihrem Hänger. Sie waren zu dritt mit Ingolf Schröder, Vorsitzender des Hegerings Weiße Krug, auf Tour, der wenig später auf den Technikstützpunkt des Wariner Pflanzenbaus in Mankmoos fährt und selbst ausrangierte Polstermöbel mitbringt. „Er war beim Supermarkt ran, hat die 30 Pfandflaschen, die wir in einem Beutel gefunden haben, am Automaten versilbert. Wie bekloppt manche Leute doch sind“, sagt Holger Huckfeldt. „Es müssen welche dabei sein, die ihren Kopf nur zum Haareschneiden haben“, meint Schröder. „3,93 Euro habe ich bekommen. Heute mache ich sogar Gewinn“, sagt er mit süß-saurer Miene. „Den teilen wir gerecht auf“, wird in der Runde gewitzelt, obwohl beim Anblick des Containerinhalts niemandem zum Lachen ist. Die Asbestabfälle sind nicht einmal dabei, die wurden am Rand aufgeschichtet und werden gesondert abgeholt. Seit der Pfandregelung in Deutschland finden die Jäger aber kaum noch Bierbüchsen. „Vielleicht sollte auch auf Schnapsflaschen Pfand erhoben werden“, sagt jemand.


Sperrmüll wird Zuhause kostenlos abgeholt


Heike Schröder, die sich mit um die Versorgung der Helfer kümmert, kann vor allem das nicht verstehen: „Das meiste ist Sperrmüll, der einmal im Jahr kostenlos Zuhause abgeholt wird. Man muss nur eine Karte ausfüllen.“ Das Schadstoffmobil des Landkreises fahre zweimal jeden Ort an und nehme alles unentgeltlich entgegen. Dort gäbe es kein
Risiko, doch einmal erwischt zu werden.

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