Nach dem Tornado : Große Bühne für viele Helfer

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Prächtige Stimmung bei der großen Dankeschön-Party für alle Helfer in Brüel mit Kultband „Karussell“ und Feuerwerk

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23. August 2015, 21:00 Uhr

Sie waren mittendrin, als der Tornado in der Brüeler Siedlung wütete. Das Dach stellenweise abgedeckt, Terrasse, Garage und Zaun kaputt, der Garten verwüstet durch umher fliegende Dinge, die von sonstwo kamen, zählt Angret John auf. Schwager Klaus Kirschnick zwei Häuser weiter sei es ähnlich ergangen. In der Siedlung waren 40 Häuser betroffen. „Wir können froh sein, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind. Alles andere lässt sich ersetzen“, sagt die Brüelerin. Ein Teil sei fertig, mit der Versicherung habe alles reibungslos geklappt. Für den Rest liege die Freigabe vor, die Aufträge an Firmen seien erteilt.

Tochter Cornelia John hatte an diesem 5. Mai arbeitsfrei und war nach Lübeck gefahren. Auf dem Weg zurück habe sie irgendwo zwischen Warin und Blankenberg angehalten, eine schwarze Wand vor Augen, die über den See zog. „Das Auto hat fürchterlich geschaukelt. Solche Angst hatte ich noch nie“, erzählt die junge Frau. Aber sie hätten auch noch nie solche Nachbarschaftshilfe erlebt, sind sich Mutter und Tochter einig.

Die ganze Familie ist am Freitagabend zur großen Dankeschön-Party an der Freiwilligen Feuerwehr Brüel gekommen. Das lenke ab und sei eine verdiente Anerkennung für die zahlreichen Helfer nach dem Tornado. Ostseewelle Hit-Radio Mecklenburg-Vorpommern hat dazu eingeladen und eine Reihe von Mitstreitern gewonnen, angefangen in Brüel und dem Amt Sternberger Seenlandschaft. Innenminister Lorenz Caffier ließ seine Verbindung ins Geburtsland Sachsen spielen und rief seine „Kumpels“, wie er sagte, von der Band „Karussell“ an, die neben Karat, Puhdys, City und Electra zu den populärsten Musikgruppen in der DDR zählte und seit 2007 in neuer Besetzung wieder Konzerte gibt. Sie tritt an dem Abend ohne Gage auf. Ostseewelle bringt ihre Partyband „Skyline“ mit.

Die Lübtheener Firma Music Eggert Veranstaltungstechnik baut die riesige Bühne für die Bands auf, das Technische Hilfswerk aus Rostock sorgt dafür, dass ausreichend Strom zur Verfügung steht. Ein Güstrower Unternehmen kommt mit einem Höhenfeuerwerk. Der Landesfeuerwehrverband bezahlt die Gema-Gebühren. Dazu engagieren sich zahlreiche Menschen aus der Region. Petra Schulz, Inhaberin der Brüeler Bäckerei Schultz, spendiert für den Abend Brötchen, Kuchen und Schmalzstullen. Sie habe sich spontan dazu entschlossen, als sie den SVZ-Artikel über die bevorstehende Party gelesen hatte. „Wir haben auch sonst engen Kontakt zur Feuerwehr“, so Schulz. Ehemann Ludwig Schulz fügt an: „Hut ab, was die Feuerwehr ehrenamtlich leistet.“

Er sei stolz, was hier in so kurzer Vorbereitungszeit auf die Beine gestellt wurde, meint der Innenminister. Die vielen Helfer, ob sie nach dem Tornado stundenlang im Einsatz waren oder Stullen geschmiert haben, hätten größte Anerkennung verdient. „Alles konzentrierte sich auf Bützow, doch Brüel hat auch was abbekommen. Und hier war das Engagement für die Dankeschönparty von Anfang an sehr groß“, so Caffier gegenüber SVZ.

Er findet es gut, dass Brüel für die Veranstaltung ausgewählt wurde, sagt Olaf Schröder aus Kobrow, Amtsvorsteher und -wehrführer. „Im Amtsbereich gab es am 5. Mai 20 Einsätze, natürlich mit Brüel als Schwerpunkt.“ Nun am Freitagabend steht auch Bürgermeister Jürgen Goldberg die Freude über „dieses Dankeschön an die Helfer “ ins Gesicht geschrieben.

Sebastian Buttler von der FFw Brüel gehörte zu jenen, die auf kaputten Dächern waren, um sie mit Planen abzudecken. „Ich bin selbstständig und war noch im Kundengespräch.“ Als er die schwarze Wand heranziehen sah, sei er vorsorglich zur Feuerwehr gefahren. Fünf Kameraden seien schon vor Ort gewesen.

Musikalisch sagt Karussell Danke. „Als ich fortging“, der Ohrwurm der Band, zum Auftakt instrumental und zum Abschluss in voller Länge und Schönheit – stimmungsvoll zusammen mit dem Publikum.

Alles rund um den Tornado in Bützow und Umgebung lesen Sie in unserem Dossier
 

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