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Nachrichten aus der Bronzezeit : Groß Raden: 60 Besucher bei Vortrag über Waffengewalt vor 3000 Jahren

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Verletzungen durch Waffengewalt hinterlassen grausame Spuren. So ist das nicht nur bei den heutigen Hightech-Waffen, sondern auf andere Art und Weise auch etwa bei den Vorkommnissen im Tollensetal vor 3000 Jahren. Zu diesem kriegerischen Gruppenkonflikt, wie er von prähistorischen Fachleuten eingestuft wird, gibt es aktuell im Archäologischen Freilichtmuseum Groß Raden noch bis April 2018 die Sonderausstellung „Blutiges Gold – Macht und Gewalt in der Bronzezeit“ (SVZ berichtete).

Passend dazu gingen am Mittwochabend im Rahmen der Wintervortragsreihe Melanie Schwinning und Hella Harten-Buga von der Universität Hamburg der Frage nach, wie man einem Kampfgeschehen auf die Spur kommt, das vor drei Jahrtausenden stattfand. Das Duo hatte gemeinsam mit dem Experimental-Archäologen Harm Paulsen Untersuchungen über die Wirkung von Waffen aus prähistorischer Zeit vorgenommen. Dazu wurden Schweineschwarten beschossen. Und so konnten die Hansestädterinnen vor 60 Vortrags-Besuchern aus erster Hand darüber berichten, was hinter den menschlichen Knochen mit Verletzungsspuren und bronzezeitlichen Waffenfunden steckt.

Der Tollense-Fundplatz, dessen Erforschung im Jahr 2008 begann, liegt östlich von Weltzin im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Anhand der Befunde konnte hier erstmals ein größerer bewaffneter Konflikt in der Bronzezeit nachgewiesen werden. So zeigten die Referentinnen anhand eines Schädels in 3D-Format die Verletzungsspuren auf. Nach dem Vortag gab es unheimlich viele Fragen, 20 Hände gingen gleichzeitig hoch. Die Zuhörer, die aus der gesamten Region und gar aus Brandenburg anreisten, wollten vieles ganz genau wissen.

Wer sich näher informieren möchte: Die Sonderschau ist bis Jahresende täglich, außer Heiligabend, geöffnet. Zu sehen sind übrigens an einer Extrawand auch sämtliche 50 gefundene Pfeilspitzen vom Tollensetal.

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