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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

18. November 2017 | 05:59 Uhr

Jesendorf : Grausige Tat abseits der Straße

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Im Wald zwischen Jesendorf und Ventschow wurde eine schwer verletzte Frau von einem Pilzsammler entdeckt. Nach einer Notoperation ist sie außer Lebensgefahr.

svz.de von
erstellt am 09.Okt.2014 | 18:38 Uhr

Rechts führt eine feste Sandpiste von der Landesstraße 101 in den Wald, knapp auf der Hälfte zwischen Jesendorf und Ventschow. Zu beiden Seiten stehen hohe Kiefern, unter ihren schützenden Kronen der Nachwuchs von Laubgehölzen. Nach rund 100 Metern geht es wiederum nach rechts in einen Forstweg. Die Schranke, die sonst Unbefugte an der Durchfahrt hindert, ragt in die Höhe. Stimmengewirr vertreibt die Stille. In diesem Waldstück machte ein Pilzsammler am frühen Mittwochabend eine furchtbare Entdeckung. Er fand kurz vor 19 Uhr eine schwer verletzte Frau.


Ermittler gehen von Gewalttat aus


Ein Zug der Bereitschaftspolizei durchkämmt am Donnerstagnachmittag gegen halb fünf das Gebiet weiträumig nach Spuren. „Der erste Schritt“ nach so einem Vorfall, sagt Kriminalhauptkommissarin Eva Dethloff, die diese Aktion in dem Wald koordiniert. Kriminaltechniker waren bereits vor Ort, die Kriminalpolizeiinspektion (KPI) Schwerin ermittelt. Auch Suchhunde kamen zum Einsatz.

Es scheint schwer vorstellbar, dass die 60-Jährige sich ihre Verletzungen selbst zugefügt oder durch einen Unfall erlitten hat. Die Ermittler gehen inzwischen von einer Gewalttat aus. Ob es sich etwa um gefährliche Körperverletzung oder gar ein beabsichtigtes Tötungsverbrechen handelte, lässt Pressesprecherin Isabel Wenzel vom Polizeipräsidium Rostock am Abend allerdings völlig offen. „Warten wir das Ergebnis aus der Rechtsmedizin ab.“ Der Tathergang und welcher Anlass dazu geführt haben könnte, sind gegenwärtig ebenfalls ungeklärt.

Der Pilzsammler hatte umgehend den Rettungsdienst informiert. Und das gerade rechtzeitig, denn der Notarzt diagnostizierte nach seiner Ankunft akute Lebensgefahr für die 60-Jährige. Im Krankenhaus wurde sie notoperiert. Sie befinde sich noch immer auf der Intensivstation, sie sei aber inzwischen außer Lebensgefahr, wie Stefan Urbanek, Sprecher der Schweriner Staatsanwaltschaft, auf SVZ-Anfrage erklärte.


Betroffene aus Heim für Alkoholkranke


Die Nachricht von der grausigen Tat beinahe vor der eigenen Haustür ging wie ein Lauffeuer durch die umliegenden Dörfer. Erst wurde nur vermutet, dass es sich um eine Frau aus dem „Haus Confidence“ in Jesendorf handelt, das Alkohol- und Suchtkranken helfen will, in ein normales Leben zurückzufinden. Hinter vorgehaltener Hand wurde erzählt, dass manche Bewohner des Heimes genau dort in den Wald gehen würden, weil sie Alkohol versteckt hätten.

Recherchen der SVZ brachten Gewissheit. Der Geschäftsführer des Hauses bestätigte, dass die Betroffene in der Einrichtung lebe. Mehr Informationen als die Polizei könne er allerdings derzeit nicht geben.

Im Mittelpunkt stehe jetzt die Suche nach dem Täter, so die Polizeisprecherin. Dass die scheinbar gehörlose Frau Opfer eines tätlichen Angriffs wurde, scheint jedenfalls sicher, wie aus den Worten von Oberstaatsanwalt Stefan Urbanek zu entnehmen ist.

 

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