Gratuliert mit Steckenpferd und Märchenfiguren

Witziner überraschten Land-Kita zum ersten Geburtstag

svz.de von
02. Dezember 2013, 16:32 Uhr

„Mir gefällt es, wenn die Kinder vorbei gehen und mir winken“, sagt Otto Iselhorst. Der 75-Jährige wohnt unweit der Land-Kita „Witziner Weltentdecker“ und hat die Kinder und Erzieherinnen am Sonnabend zum ersten Geburtstag der Einrichtung mit zwei selbst gefertigten Steckenpferden überrascht. Es ist nicht die erste Arbeit des Zimmerers für die Kita. Weil die Einjährigen immer von den kleinen Stühlchen gerutscht sind, hat er kurzerhand an eines Armlehnen angebracht. Bei den Steckenpferden hat Iselhorst extra Pappelholz gewählt und auf Farbe verzichtet, „weil die Kinder es auch mal in den Mund nehmen“. Nicht nur Kita-Leiterin Jana Ruder war darüber sehr gerührt. Derweil „galoppierten“ die ersten Steppkes schon durch die Räume. Andere hatten es sich auf dem neuen, farbenfrohen Sitzsack bequem gemacht. „Den hat Grit Hoppe, die Mutti von Anna, extra für uns genäht“.

Zum Gratulieren waren auch Mitglieder der Witziner Dörpschaft und Stephan Birkholz von der Kirchengemeinde gekommen und hatten als Geschenk sieben große, bunte Laubsägearbeiten im Gepäck, die bei der jüngsten Nachtwanderung der Dörpschaft als Kulissen dienten. Bei den Kindern wären die Figuren bestens aufgehoben, begründet Vereinsvorsitzender Willfried Thomä. Vielleicht könnten sie in deren Tagesablauf integriert werden, wenn ein Märchen erzählt werde, so ein Vorschlag. Die Dörpschaft habe übrigens nur einen kleinen Anteil beigesteuert und Geld gegeben. Die Idee komme von Stephan Birkholz und Hans Hüller und sie hätten die dann auch umgesetzt.

„Das Interesse an uns ist erfreulich groß, viele fragen, wie es uns nach einem Jahr Land-Kita ergangen ist“, so Jan Ruder. Wie SVZ berichtete, hatte der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Schwerin-Parchim Kita gGmbH am 1. Dezember vergangenen Jahres mit einer kleinen Gruppe die von der Volkssolidarität (VS) Mitte Juli 2012 wegen Unwirtschaftlichkeit geschlossene Kindereinrichtung wieder eröffnet. Inzwischen betreuen Kita-Leiterin Jana Ruder und Erzieherin Elke Kauer elf Kinder. „Zu Beginn waren wir auch vorsichtig und hatten große Befürchtungen“, sagt Bürgermeister Bruno Urbschat. Schließlich hatte seinerzeit die VS die Einrichtung komplett geschlossen. „Aber letztendlich haben die Gemeindevertreter zugestimmt. Man muss dem ASB dankbar dafür sein, dass er in einer 460 Einwohner zählenden Gemeinde das Risiko getragen hat“, so Urbschat, denn „Witzin profitiert von der Kita“. „Ab Dezember schreiben wir schwarze Zahlen und wir sind für die nächsten Jahre abgesichert“, konnte denn auch Ruder berichten. Von der Gemeinde gab es übrigens einen Geschirrspüler als Geburtstagsgeschenk.

Immer wieder öffnete sich die Tür zu den „Witziner Weltendeckern“ am Sonnabendnachmittag. Eltern, Großeltern, Einwohner aus der Gemeinde und weitere Interessenten wollten sich in den Räumen umschauen – extra zum Tag der offenen Tür waren die Wände mit vielen Bildern aus dem Kita-Alltag bestückt –, oder mit den Erzieherinnen Jana Ruder und Elke Kauer ins Gespräch kommen und natürlich gratulieren.


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