Dabeler Ensemble zu Gast in Crivitz : Glocken entführen nach Russland

<fettakgl>Petra Dose (l.) und Ramona Rode</fettakgl> spielen die größten Glocken<fotos> Manuela Kuhlmann</fotos>
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Petra Dose (l.) und Ramona Rode spielen die größten Glocken Manuela Kuhlmann

In dem hellen Saal, deren große Fenster einen großzügigen Ausblick auf verschneite Bäume erlauben, entführte der Handglockenchor Dabel seine Zuhörer zum Saisonabschied noch einmal in die weiße Winterwelt.

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15. Januar 2013, 10:45 Uhr

Dabel/Crivitz | Bei bekannten Melodien mitsummen und sich von den sanften Glockentönen verzaubern lassen: In dem hellen Saal, deren große Fenster einen großzügigen Ausblick auf verschneite Bäume erlauben, entführte der Handglockenchor Dabel seine Zuhörer noch einmal in die weiße Winterwelt.

Eingeladen hatte das Christliche Altenheim Elim in Crivitz. Bereits zum achten Mal trat der Dabeler Handglockenchor bei seinem Wintersaisonabschied hier auf. Der Nachwuchs an den Tonstäben begleitete das Ensemble.

"Damit ist das unser zweithäufigster Spielort", rechnete Pastor Hansherbert Lange nach. Für Spielerin Ramona Rode ist die erste musikalische Vesper im Jahr eine "lieb gewonnene Tradition. Wir bringen die Musik zu den Menschen, die nicht mehr von selbst irgendwo hin gehen können." Musik sei Musik - egal an welchem Ort sie gespielt werde, ist ihre Meinung zum Auftrittsort.

Es erwartete die Zuhörer ein Nachmittag mit Instrumentalmusik, gemeinsamem Gesang und Gedichten, rezitiert von Pastor Hansherbert Lange. Die Leiterin des Chores Ingrid Kuhlmann ist beeindruckt. "Bei vielen Liedern haben gerade die Älteren mitgesummt." Sie ist erstaunt, wie sehr ihre Musik die Bewohner berührt.

Mechthild Zobel genießt zusammen mit ihrer Mutter, eine Bewohnerin des Heimes, die musikalische Vesper. "Es sieht so filigran aus, wie die Handglocken mit den weißen Handschuhen gespielt werden", schwärmt sie. Durch Erfahrung mit ihrer Mutter weiß sie, dass nicht alle Senioren die hohen Töne hören, wenn sie ein Hörgerät tragen.

Das Ambiente und der Anblick des Chores machten den Auftritt zu einem Erlebnis. "Viele Bewohner haben sich auf den Handglockenchor gefreut", begrüßte die Soziale Betreuerin im Heim Marlies Endler die Musikerinnen. Etwa sechsmal im Jahr ist der großzügige Saal des Altenheimes Aufführungsort von musikalischen Darbietungen. Marlies Endler erklärt: "Das ist wichtig. Die alten Menschen leben in einer Welt, in der sie vieles nicht mehr verstehen. Bekannte Lieder hören, mitsummen, beten und die Musik genießen - das gibt ihnen ein Glücksgefühl, welches sie mitnehmen auf ihr Zimmer".

Natürlich waren auch alle Crivitzer als Gäste zu der musikalischen Vesper eingeladen. Helga Froesa könnte "glatt aus dem Raum schweben". Sie ist begeistert: "Es ist einfach eine Freude, für den Geist, für die Seele", versucht sie ihre Emotionen nach dem Auftritt in Worte zu fassen. Sie hatte die Handglocken schon einmal in der Kirche gehört und sich daher den Auftritt nicht entgehen lassen. Freundin Sybille Wolf hörte die Handglocken zum ersten Mal. "Sie erinnern mich an russische Hörner", sagt sie. Vielleicht weckten der reine Glockenklang und das weiße Winterwetter gerade diese Assoziation in ihr.

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