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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

20. November 2017 | 05:05 Uhr

Wendorf bei Brüel : Gleichklang und ein Paukenschlag

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Der Wendorfer Wehrführer Mathias Hirsch kündigt seinen Rücktritt im nächsten Jahr an. Die jederzeit einsatzbereite Feuerwehr hat insgesamt 30 Mitglieder.

von
erstellt am 05.Feb.2017 | 21:00 Uhr

Der Paukenschlag kommt im Schlusswort: Darin kündigt Mathias Hirsch an, dass er auf der Jahreshauptversammlung in einem Jahr als Wehrführer zurücktritt. Dann habe er in diesem Ehrenamt 25 Jahre voll, „ein guter Zeitpunkt, um die Funktion in jüngere, verantwortungsvolle Hände zu übergeben“. Es bleibe genug Zeit „gemeinsam zu überlegen, wie die neue Führung ab Februar 2018 aussehen soll“. Als 29-Jähriger von den Kameraden gewählt, sei er jahrelang jüngster Wehrführer im Amtsbereich gewesen.

Den Entschluss habe er sich reiflich überlegt, der sei „lange gewachsen“ und ihm „schwer gefallen“, bekennt Hirsch im Anschluss auf SVZ-Nachfrage. Doch es gebe mehrere Gründe. Die berufliche Situation habe sich verändert. Als Zahntechniker umgeschult zur Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung, leite er nun eine Gruppe im Gartenbereich der Dreescher Werkstätten. Die Arbeit mit den Behinderten mache ihm „viel Spaß“, lasse aber tagsüber keinen Freiraum für das Ehrenamt. „Wir halten alle Spielplätze in Schwerin sauber“, erklärt Hirsch.


Bei acht Alarmierungen sechsmal Sturmschaden


Strukturelle Veränderungen seit der Kreisreform und die Umstellung auf die Digitalisierung bei der Feuerwehr nennt der Wendorfer als weitere Gründe. Vieles sei ihm, der größten Wert auf Kameradschaft legt, auch zu unpersönlich geworden, selbst im Amtsbereich. Er sei aber überzeugt, so Hirsch, dass ein geeigneter Nachfolger gefunden werde.

Die Berichte auf der Jahreshauptversammlung vermittelten das Bild von einer jederzeit einsatzbereiten Feuerwehr, in der Gleichklang herrscht. Sie hat im 83. Jahr ihres Bestehens insgesamt 30 Mitglieder, 14 in der aktiven Gruppe, fünf in der Reserve, vier in der Ehrenabteilung und sieben in der Jugendwehr. Wie anderswo könnten die Kameraden nicht
24 Stunden am Tag in der Gemeinde verfügbar sein, die Wehr sei jedoch bei allen Alarmierungen einsatzfähig gewesen. Es sei aber auch „beruhigend zu wissen, dass die Nachbarwehren uns kameradschaftlich zur Seite stehen und wir ihnen“. Das Brandschutzkonzept des Amtes habe sich bewährt, selbst wenn mal wegen eines umgestürzten Baumes gleich drei Feuerwehren alarmiert werden. Bei den acht Einsätzen sei es sechs Mal um Sturmschäden gegangen, teils aber nur um die Beseitigung eines Astes, „den jeder Pkw-Fahrer allein von der Straße bekommen hätte“, so Hirsch. Das werde von Jahr zu Jahr mehr.

Die Technik bestehe aus einem Unimog, Baujahr 1984, sowie einem Mannschaftstransportwagen von 1996 und erfülle „dank guter Pflege und Wartung“ auch weiter ihre Aufgaben. Ein besonderes Lob verdiene sich Gerätewart Stefan Böther.

Seit 2011 hat Wendorf auch wieder eine Jugendfeuerwehr. Stefan Hirsch hat sie fünf Jahre geleitet, ist aber auch Gruppenführer, beruflich eingespannt und hat Familie, so dass er sein Amt als Jugendwart an Chantal Michaelis übergab. Sie wurde am Freitagabend einstimmig bestätigt. In ihrem Bericht machte sie deutlich, dass es nicht immer leicht sei, beim Altersunterschied zwischen zehn und 16 Jahren allen gerecht zu werden. Doch die Beteiligung an den 16 Ausbildungsvormittagen im Vorjahr sei gut gewesen und zudem der Spaß nicht zu kurz gekommen, wie beim Zeltlager in Kukuk, das die FFw Hohen Pritz organisiert hat, oder im Wonnemar Wismar. Der Nachwuchs helfe auch gern der aktiven Gruppe, die in der Gemeinde vieles mit organisiert, wie das Lichterfest an der Warnow.

Der Förderverein der Feuerwehr habe mehrere Veranstaltungen finanziell unterstützt, aber auch die Neuimprägnierung des Zeltes, bilanzierte
Erwin Kock als Vorsitzender.

Gleichklang, wie wichtig die freiwillige Feuerwehr im Dorf ist und dass ihren Mitgliedern große Anerkennung gebührt, gab es auch bei Bürgermeister Ralf Toparkus, Roland Ohlendorf, Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft Gustävel, und Albrecht Lass-Adelmann, Vorsitzender des Heimatvereins Wendorf, die als Gäste sprachen. Der Heimatverein kann künftig den Saal im Feuerwehrhaus mit nutzen. Es sei „unsinnig, neben- oder gar gegeneinander zu wirtschaften“, so Lass-Adelmann. Wie die Feuerwehr es gewohnt sei, an einem Strang zu ziehen, wolle sich auch der Verein in diesem Sinne in der Gemeinde einbringen. Und Mathias Hirsch würde seine Aktivitäten ab dem nächsten Jahr, wenn es gewünscht sei, gern auf die Veteranenarbeit konzentrieren.

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