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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

24. November 2017 | 13:59 Uhr

Gewappnet für den Elbe-Alarm-Fall

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erstellt am 07.Jun.2013 | 09:07 Uhr

Warin/Sternberg | 80 000 leere Sandsäcke liegen für den Fall der Fälle in Sachen Elbe-Hochwasser ebenso bereit wie sich neun Feuerwehren mit fast 150 "Blauröcken" aus dem Landkreis Nordwestmecklenburg für den Bedarfsfall in Boizenburg oder Dömitz in Bereitschaft befinden. So die ges trige Aussage von Ronald Kobel, seines Zeichens Sachbearbeiter Katastrophenschutz in der Kreisfeuerwehrzentrale Warin. Für das Wochenende rechnet Kobel, der "34 Jahre lang beim DRK in Gadebusch" tätig war, bevor er im März vergangenen Jahres zur Kreisfeuerwehrzentrale wechselte, "nach jetzigem Stand nicht mit einem Einsatz, Dienstag oder Mittwoch ist in Boizenburg mit dem Scheitelpunkt der Elbe zu rechnen".

Die aktuelle Koordinierung im Nordwestkreis wie parallel die im Amt Sternberger Seenlandschaft erfolgte auf Sitzungen am späten Donnerstag. Kobel selbst war da nicht dabei, dafür jedoch die "Sachbearbeiterin Brandschutz" in der Wariner Zentrale, Anneke Farken. Diese brachte ihren Kollegen gestern Vormittag auf den neuesten Stand.

Für Farken, Kobel und weitere Mitarbeiter in Warin gilt es in diesen Tagen des Bangens entlang der Elbe abzuwägen, wie viele Wehren man zur Absicherung in der Region belassen muss sowie welche Aufgaben etwa die Nachbar-Feuerwehr mit übernehmen könnte. So würden für die mögliche Hilfeleistung im Landkreis Ludwigslust-Parchim denn auch keine so genannten Stützpunktwehren eingesetzt. Der inzwischen in Kalkhorst wohnende Kobel kleidet es in die Worte: "Wir können uns hier nicht nackig machen". "Nur am See…", fügt die Warinerin Anneke Farken hinzu.

Dieser kleine "Joke" zeigt: Von Hektik ist in der Wariner Zentrale nichts zu spüren. Zum einen gibt es die Erfahrungen des Elbe-Hochwassers von 2002, zum anderen sorgen die Pegelstände für leichte Entwarnung. "Die Deichhöhe in Boizenburg beträgt 7,80 Meter, einen ganzen Meter mehr als noch 2002. Zwar waren jetzt schon mal acht Meter angesagt, doch aktuell ist mit um die 7,30 zu rechnen", sagt Kobel, der hinzufügt: "Das Gefährliche ist die Dauer des Hochwassers, mit bis zu einer Woche ist zu rechnen." Und da bestünde immer die Gefahr, dass Wasser durchsickere oder ein Deich dem Druck nicht standhalte.

Ronald Kobel ist erprobt in Sachen Elbe-Hochwasser. "Ich war 2002 für fünf Tage in Boizenburg im Einsatz mit dem Wassergefahrenfahrzeug Gadebusch, welches ich vier Jahre zuvor aufgebaut hatte. Wir waren auf Deichwache und ansonsten nur in Bereitschaft für den Evakuierungsfall." Seine damaligen Parchimer Kollegen vom DRK in Dargelütz hätten seinerzeit in Dömitz weitaus mehr zu tun gehabt. "Sie haben mit ihrem Wassergefahrenfahrzeug Taucher befördert, Folien ausgelegt und Sandsäcke transportiert, denn im Bereich Dömitz drohte seinerzeit ein Deich zu brechen."

Die landläufige Meinung, dass 2002 vieles ziemlich chaotisch ablief, bestätigt Kobel. "Wir wurden durch den interministeriellen Führungsstab des Landes in Schwerin alarmiert. Doch mit der falschen Adresse versehen. Als wir auf dem Markt in Boizenburg eintrafen, wusste dort keiner, dass wir kommen. Erst zwei Tage später wurde festgestellt, dass uns Boizenburg-Land angefordert hatte."

Daraus hat man ganz offensichtlich gelernt. Jetzt laufe alles koordiniert ab. Das bestätigt auch Sternbergs Wehrführer Eckhardt Meyer, der zugleich der Verantwortliche für den Bereich Feuerwehr im Amt Sternberger Seenlandschaft ist. "Die Feuerwehren des Amtes sind in Alarmierung", so Meyer.

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