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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

18. November 2017 | 04:05 Uhr

Verletzte Frau im Wald : Gewaltverbrecher sitzt in U-Haft

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Polizei nimmt einschlägig Vorbestraften vorläufig fest / Verdächtiger stand unter Aufsicht der Justizbehörden

svz.de von
erstellt am 12.Okt.2014 | 20:54 Uhr

Wende im Fall der brutal attackierten Frau aus dem Jesendorfer Wald? Der Pilzsammler, der die 60-Jährige gefunden hatte (wir berichteten), gerät jetzt in Verdacht, sitzt schon in Untersuchungshaft. Das bestätigte gestern Stefan Urbanek, der Sprecher der Staatsanwaltschaft Schwerin.

Mittwoch, 8. Oktober, 19 Uhr: Ein angeblicher Pilzsammler alarmiert die Notrufzentrale. Die Hilfskräfte finden daraufhin in einem Waldstück an der Landesstraße 101 zwischen Jesendorf und Ventschow eine stark unterkühlte 60-jährige Frau mit schweren Kopfverletzungen. Sie wird umgehend in ein Krankenhaus transportiert und notoperiert. Ihr Zustand gilt inzwischen laut Staatsanwaltschaft als stabil. Schnell ist ein Unfall als Ursache vom Tisch. Die Polizei ermittelt stattdessen wegen versuchten Totschlags und Vergewaltigung. Von neuen Erkenntnissen sprach Stefan Urbanek als Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Schwerin, als ihn unsere Zeitung gestern nach der aktuellen Sachlage fragte. Der vermeintliche Pilzsammler sei anfangs als Zeuge befragt worden. „Seine Angaben klangen schlüssig und glaubhaft“, versicherte Urbanek. Im Zuge der Ermittlungen aber sei es der Polizei gelungen, die Aussagen des 38-Jährigen in wesentlichen Teilen zu widerlegen. Ein weiterer Zeuge habe ihn als Begleitung der Frau wiedererkannt. Zuvor hatten die Ermittler auch geprüft, ob es einen Zusammenhang mit einem bis heute ungeklärten Mordfall aus dem Sommer 2007 geben könnte, bei dem in einem Wald bei Kröpelin nahe Rostock eine 36-Jährige überfallen und tödlich verletzt worden war. „Nach unseren Erkenntnissen hat sich diese Spur aber nicht bestätigt“, sagte der Sprecher.

Drei Tage nach dem Fund der Frau wurde der Pilzsammler nun als Tatverdächtiger festgenommen. Es handelt sich um einen einschlägig vorbestraften Mann aus der Region. Das Amtsgericht Schwerin hat Haftbefehl wegen des Verdachts gefährlicher Körperverletzung und versuchter Vergewaltigung erlassen. Der Beschuldigte bestreite die Tat, sagte der Sprecher.

Der Tatverdächtige, der bis Februar laut Urbanek 12 Jahre lang wegen Mordes und gefährlicher Körperverletzung im Gefängnis gesessen hatte, stand unter Führungsaufsicht der Justizbehörden. Ein Sprecher des Justizministeriums bestätigte gestern, dass der Mann nach seiner Freilassung ins Präventionsprogramm „FoKuS“ des Landesamtes für ambulante Straffälligenarbeit in Rostock gekommen war. Der 38-Jährige war ein freier Mann, weil er seine Haftstrafe bis auf den letzten Tag abgesessen habe. Er muss sich regelmäßig bei einem Bewährungshelfer melden. Laut Bild-Zeitung war er inhaftiert, weil er mit einer Komplizin in Wismar eine 60-Jährige umgebracht hatte und 2001 wegen Mordes verurteilt worden war. Die Ermittler gehen nach Angaben der Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Mann am Mittwoch zunächst den Tatort verlassen hatte, ehe er am Abend zurückkehrte und dann seinen Notruf als angeblicher Pilzsucher absetzte.

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