Premiere in Weitendorf : Geschichten, Lieder und Schmalzstullen

Lesung im Weitendorfer Herrenhaus mit Gastgeberin Ann Neuendorf sowie Heidi Wendt (hinten rechts).
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Lesung im Weitendorfer Herrenhaus mit Gastgeberin Ann Neuendorf sowie Heidi Wendt (hinten rechts).

Ann und Jan Neuendorf luden zur Lesung ins Weitendorfer Herrenhaus ein.

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11. Dezember 2017, 05:32 Uhr

„Das ist die Art, wie wir gerne feiern“, mit diesem Worten begrüßte Ann Neuendorf am Freitagabend die Besucher zur ersten adventlichen Lesung im Weitendorfer Herrenhaus. Sie hatte sich dazu Heidi Wendt aus Lübberstorf eingeladen, bekannt als Standesbeamtin von Neukloster. Seit 2014 veröffentlicht Wendt unter dem Motto „Bitte wend(t)en!“ Geschichten und Anekdoten aus dem (privaten) Leben, die aus ihrer Feder sowie die ihres Mannes Jürgen stammen.

Eine ihrer Lieblingsgeschichten gerade kurz vor Weihnachten ist die des Westpakets, die auch in Weitendorf nicht fehlen durfte. „Die Westtanten machten unsere bunten Teller noch etwas bunter. Den Duft eines Westpakats – wir werden ihn nie wiederhaben; verloren gegangen, als sich West und Ost vereinigten“. Für Gastgeberin Ann Westendorf, die sich vor fast drei Jahren mit der Familie vom westlichsten Landkreis Deutschlands bei Aachen gen Mecklenburg aufmachte, meinte zu den Ossi-Wessi-Geschichten: „Die sind für mich so weit weg.“ Gerade deswegen hörte sie interessiert zu.

Bereits am 6. Oktober las Wendt das erste Mal in Weitendorf, eingefädelt von Bürgermeisterin Andrea Sielaff. Da vereinbarten die Mecklenburgerin sowie die Rheinländerin/Neu-Mecklenburgerin solch einen Adventsabend zu machen. Ann Neuendorf las ihre Lieblingsgeschichte: „Jeremy James“ von David Henry Wilson. Anschließend begleitete sie Tochter Maja (14) bei drei Weihnachtsliedern am Klavier. Und auch Vater Jan Neuendorf war eingebunden: Er las zum Abschluss der besinnlichen, heiteren wie kurzweiligen zwei Stunden per E-Book einen Teil der Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium.

Davor, zwischendurch und danach konnte sich jeder stärken. Es gab selbst gebackenes Dinkelbrot von Ann Neuendorf sowie Schmalz; ebenso selbst gemacht und mitgebracht von Heidi Wendt.

Angela Ludwig, die über die Bundesstraße hinweg in Weitendorf zu Hause ist, fand das Ganze „total gut. Bereits am 6. Oktober habe ich von Frau Wendt ein Buch gekauft.“

Für Leokania Bork, die zusammen mit Tochter Annkathrin sowie Enkelin Tina, vorbeigekommen war, hatte das Gebäude noch eine spezielle Bewandtnis: „Hier drin habe ich jahrelang im ehemaligen LPG-Büro als Buchhalterin gearbeitet. Daneben war der Konsum. Wo die Wand einst stand, sieht man noch. Und im Flur, wo jetzt der Eingang ist, war einst die ,Wilde Sau‘, so nannten alle den Lagerraum des Konsums.“ Zwischendurch hätten LPG und Rat der Gemeinde die Räumlichkeit auch mal getauscht. Im Sommer 2016 weilte Leokania Bork bereits zu einer Hausbesichtigung in ihrer Ex-Arbeitsstätte. Das Herrenhaus stand „mindestens 15 Jahre leer“ (Bork), bevor am 19. 12. 2014 Ann und Jan Neuendorf hier einzogen und es seitdem Schritt für Schritt restaurieren. „Anfangs kamen wir uns ein bisschen vor, ins Feindesland reingekommen zu sein. Aber es gefällt uns sehr gut hier, wir möchten nicht wieder weg!“, bekennt Ann Neuendorf.

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