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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

21. November 2017 | 18:42 Uhr

Trams : Geschafft! Raps rechtzeitig im Boden

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Wariner Pflanzenbau eG hat in diesem Jahr eine gute Ernte eingefahren: Vier Silos sind voll, die Preise aber deutlich gefallen. Auf 150 Hektar sind Zwischenfrüchte gedrillt.

svz.de von
erstellt am 29.Aug.2014 | 17:13 Uhr

Das hat genau gepasst: Bevor gestern das Regengebiet heranzog, hatte die Wariner Pflanzenbau eG den Raps auf 530 Hektar und Zwischenfrüchte auf 150 Hektar vollständig ausgesät. Gerade die Rapssaat will zum richtigen Termin in den Boden, damit die Pflanzen bis zum Winter eine bestimmte Größe erreichen – der Wurzelhals einen Zentimeter Durchmesser, und die Blätter sollten direkt über der Erde ansetzen. Exakt zur Monatsmitte beginnt die beste Zeit zum Drillen. „Wir haben am 18. August angefangen und werden heute fertig. Das ist
ein gutes Zeitfenster“, so der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Daniel Bohl am Donnerstag. Das Wetter sei „bestens“ gewesen, auch wenn der Acker diese Woche schon recht trocken wurde – daran sichtbar, dass die Drillmaschine eine Staubwolke mit sich zog. Der angekündigte Regen komme nun gerade richtig.


Der meiste Raps wird im eigenen Land verarbeitet


Die Flächen seien zeitig frei. Raps werde in der Regel nach Wintergerste angebaut, die als erstes Getreide vom Halm kommt. „Wir halten uns an die Fruchtfolge“, betont Bohl. Im Jahr darauf sei Weizen an der Reihe. Bei zu viel Nässe könne sich die Rapsaussaat jedoch mal bis in den September ziehen. „Dann stellen wir auf spätere Sorten um, die sich im Herbst schneller entwickeln.“ Stickstoff werde nur im Notfall zugegeben. „Am besten regelt das die Natur allein“, meint der Diplomlandwirt. Zu früh anzufangen, sei andererseits auch nicht gut. Dann könne es passieren, dass sich die Pflanzen strecken, die Blätter zu hoch ansetzen, sie wären frostempfindlicher.

Größer geworden sei der Anteil von Hybridsaatgut. Es würden zunächst reine Sorten gezüchtet und diese dann kombiniert, hauptsächlich zur Ertragssteigerung, aber auch, um die Anfälligkeit gegenüber Pilzkrankheiten zu verringern. Deshalb sei es undenkbar, Körner aus der eigenen Ernte wieder auszusäen. Die durch die Kreuzung erzielten Effekte gingen gleich wieder verloren.

Die diesjährige Rapsernte habe guten Ertrag gebracht, sagt Daniel Bohl. „Wenn wir über 40 Dezitonnen pro Hektar kommen, sind wir zufrieden, und 41 waren es.“ Der Durchschnitt der Jahre liege zwischen 36 und 37 Dezitonnen. Die vier Silos am Betriebshof in Trams seien mit 1800 Tonnen gefüllt. „Dieses Jahr hätten wir ein fünftes Silo gebraucht“, so der stellvertretende Agrarchef lächelnd.

Der Rapspreis sei gegenüber 2013 deutlich gefallen, „um die 80 Euro je Tonne“. Die Notierungen für Oktober in Hamburg, das sei „der Basispreis“, würden bei 320 Euro liegen. Mittlerweile bleibe der meiste Raps jedoch in MV, werde unter anderem bei ecoMotion in Sternberg oder in der Ölmühle Rostock verarbeitet. Die Landhändler, über die die gesamte Vermarktung erfolge, wollten weite Wege vermeiden und die Kosten senken. Das liegt auch im Interesse der Biodieselerzeuger wie ecoMotion, die laut so genannter Nachhaltigkeitsverordnung einen sinkenden Energieaufwand für ihr Produkt belegen müssen. Ob der Raps letztlich im Tank oder auf dem Teller landet, wisse kein Landwirt. Die kleinen schwarzen Körner seien alle gleich, unterschieden sich vielleicht im Ölgehalt. Je höher der ausfalle, umso mehr zahle sich das in barer Münze aus.

Den Rapspreis bestimme jedoch der Weltmarkt. Werde in Südamerika oder Asien reichlich Soja und Palmöl erzeugt, stehe in Kanada eine gute Ernte bevor, falle auch hier der Preis. „Rapsöl ist nur eine kleine Nummer“, weiß der Wariner Planzenbauer. In umgekehrte Richtung gehe es natürlich auch, wenn durch Unwetter oder Dürre die Ernte in Übersee einbreche. Zum richtigen Zeitpunkt zu verkaufen, brauche auch ein wenig Glück. Die vier eigenen Silos verschafften dem Agrarbetrieb indes etwas mehr Spielraum. Für einen Teil der Ernte würden zuweilen schon ein Jahr vorher Verträge geschlossen.


Ölrettich für den Boden, Wicke für die Schafe


Doch an erster Stelle stehe, die eigenen Hausaufgaben bestmöglich zu erledigen, so die Devise in Trams. Zur Bodenverbesserung wurde auf 60 Hektar Ölrettich ausgesät. Der bilde reichlich Grün- und Wurzelmasse, die Feuchtigkeit und Nährstoffe im Boden halten sowie auf natürliche Weise Unkraut unterdrücken. Der Ölrettich würde auch den Schafen – der Pflanzenbaubetrieb hält 1300 Muttertiere – schmecken, ihnen allerdings nicht bekommen. Für sie sind als weitere Zwischenfrucht auf 90 Hektar Wicke und Wickgras angebaut, die vor dem Winter und noch einmal im Frühjahr abgeweidet werden, bevor auf den Flächen Mais gelegt wird. Nächste Woche beginne aber erst einmal auf rund 700 Hektar die Weizenaussaat, die sich bis Ende Oktober hinziehe, teils auf dann abgeernteten Zuckerrübenfeldern.

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