zur Navigation springen

Sternberg : Geschäftsleute und SVZ auf einer Wellenlänge

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Das medienhaus: nord lud gestern Geschäftspartner und Kommunalpolitiker zu seinem ersten Neujahrsempfang in Sternberg ein. Interesse an Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe verbindet.

svz.de von
erstellt am 16.Jan.2014 | 18:19 Uhr

Eine idyllisch gelegene Lokalität direkt am Sternberger See, ungezwungene Gespräche außerhalb von Geschäft, Büro oder Werkstatt – die Sternberger Geschäftsstelle vom medienhaus:nord, die SVZ-Lokalredaktion und der Sternberger Express hatten gestern Geschäftspartner und Kommunalpolitiker zu ihrem ersten Neujahrsempfang in Sternberg eingeladen.

Unternehmer, ob mittelständischer Betrieb, Handwerker oder Apotheker, halten die Region maßgeblich am Laufen, sie bieten Arbeitsplätze und beleben die Infrastruktur, und ihre Anzeigen stärken die Pressefreiheit, die eine wirtschaftlich unabhängige Zeitung braucht, hatte Udo Mitzlaff, Redaktionsleiter für Parchim, Lübz und Sternberg, voran geschickt, deshalb die Begrüßung mit einem Dank verbunden. Kommunalpolitiker halten mit großem persönlichem Einsatz Städte und Gemeinden am Laufen. Das spiegele sich in der Lokalzeitung wider, sie begleite und fördere die Entwicklung in den Kommunen, heute wie morgen.

Der derzeit viel diskutierte demografische Faktor sei dabei weniger als Problem zu sehen, vielmehr als Herausforderung. Die regionalen Wirtschaftskreisläufe müssten gestärkt werden, die Menschen ihr Geld dort lassen, wo sie leben. Auf einer Bäckertüte habe er, so Mitzlaff, diesen Satz gelesen: Kaufen Sie Ihre Brötchen dort, wo Ihre Kinder Ausbildungsplätze finden.

Geschäftsleute, Kommunalpolitiker und SVZ sehen sich auf einer Wellenlänge. Sie könnten sich den weisen Ausspruch eines großen deutschen Politikers gleichermaßen auf die Fahne schreiben: Sagen, was man tut, und tun, was man sagt.

SVZ und Express werden ab März im neuen Gewand zu ihren Lesern kommen, knüpfte Geschäftsstellenleiterin Nicole Boldt an. Sie werden handlicher, kompakter, lokaler. Tageszeitung und Anzeigenblatt erscheinen im etwas kleineren Berliner Format.


Ein gutes Arbeiten in der Kleinstadt


Für Matthias Ratke war es „eine gute Idee“, in dieser „schönen Lokalität mit Blick auf den See“ zusammenzukommen und über verschiedenste Themen Gedanken auszutauschen. Er hat im Oktober 1998 die Stern-Apotheke in Sternberg übernommen. Naturwissenschaftlich interessiert, habe es für ihn „von klein auf“ nur diesen Berufswunsch gegeben, „natürlich mit geprägt“ vom Vater, der in der Pastiner Straße Apotheker war. Für ihn sei es „positiv“, so Ratke, hier in der Kleinstadt zu arbeiten. Die Apotheke habe viele Stammpatienten und daher viel bessere Möglichkeiten, individuell auf sie einzugehen und zu beraten. Ratke spricht lieber von Patienten als von Kunden, denn Arzneimittel seien kein Konsumgut. Sicher gehörten Schmerzmittel in jede Hausapotheke, aber die nehme man nicht jeden Tag ein, sondern nur, wenn man sie brauche.

Für den Apotheker geht mit den Kommunalwahlen im Mai die zweite Legislaturperiode als Stadtvertreter zu Ende. Er wolle sich ehrenamtlich einbringen, an der Gestaltung der Stadt mitwirken. „Ich arbeite und lebe in Sternberg, möchte, dass es weiter voran geht“, sagt der 43-Jährige. Motivation sei auch „die angenehme Situation“, dass es in der Stadtvertretung um die Lösung örtlicher Probleme gehe und Parteipolitik im Hintergrund stehe.

Ekkehard Graf aus Blankenberg verwaltet über 400 Wohnungen von Rostock über Wismar bis Schwerin, davon allein 275 in Ventschow. Die Gemeinde sei Hauptauftraggeber für Graf Hausverwaltungen. Weitere Standorte seien Brüel, Warin, Dabel und Cambs. Die Ehefrau erledige die Buchhaltung, vier Hausmeister in geringfügiger Beschäftigung kümmerten sich objektbezogen um alles, was anfällt. Hausverwaltung sei allerdings „ein arbeitsaufwändiges Feld mit wenig Erfolg“, der Umgang mit einem Teil der Mieter schwieriger geworden. „Das merkt man deutlich“, sagt Graf aus 15 Jahren Selbstständigkeit in diesem Metier. So gäbe es „zunehmend Leute, die anscheinend schon mit dem Vorsatz einziehen, ihre Miete nicht zu bezahlen“. Auch um die Renovierung bei Auszug gäbe es immer wieder Streit. Hinzu käme, dass in dieser Region die Neuvermietung ungleich komplizierter sei als in Großstädten wie Hamburg. Dort kämen zu einer Wohnungsbesichtigung zehn Bewerber oder mehr, hier folge zuweilen aus zehn Besichtigungen gerade mal eine Vermietung. Viel Freude hat Graf hingegen mit der Ferienwohnung im eigenen Haus, die „erstaunlich gut“ laufe. Viele würden ihn auch vom Segeln kennen, so der 56-Jährige. Das sei nicht nur der schönste Freizeitausgleich für ihn selbst, er gebe Wissen und Fertigkeiten auch als Trainer gern weiter, so der gebürtige Dresdner, der vor zwei Jahrzehnten nach Blankenberg zog, wo er sich mit seiner Familie „ausgesprochen heimisch“ fühle.

Als Bauer Korl kennt ihn hier fast jeder, bei Jörg Klingohr heißt es, genauer hinzuschauen. Auf seinem Golchener Hof herrscht derzeit Bauruhe, doch im Frühjahr soll es mit der Kapelle weitergehen. Er habe gerade eine deutsch-brasilianische Hochzeit ausgerichtet. Das Brautpaar hätte sich gern in der neuen Kirche trauen lassen, doch so fand die Zeremonie mit 150 Gästen wie sonst in der Festscheune statt. Noch in diesem Monat ist die Eröffnung von vier Bauer-Korl-Läden in Parchim, Mühlengeez, Waren und Wittstock geplant. „Wir bekommen in BBM-Möbelmärkten eine Koje im Eingangsbereich, bieten zum Beispiel Säfte, Marmelade, Tee und Senf an, aber auch alte originale Bauernmöbel“, so Klingohr auf dem Neujahrsempfang.


„Das Handwerk hat Zukunft, 100 Prozent.“


Gut gefiel die zwanglose Runde auch Hans Tojtschitsch, der seit 1990 ein Rundfunk- und Fernsehfachgeschäft samt Service in Sternberg betreibt. Sein 40-jähriges Meisterjubiläum liegt schon vier Jahre zurück. Er ist überzeugt: „Das Handwerk hat Zukunft, 100 Prozent.“ Und deshalb sollten viele junge Leute in der Region einen handwerklichen Beruf ergreifen, so Tojtschitsch. Vom Neujahrsempfang ging vielleicht schon ein Signal aus.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen