Zahrensdorf/Langen Jarchow : Gemeinden wollen „heiraten“

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Zahrensdorf und Langen Jarchow nehmen Fusionsgespräche auf.

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14. November 2014, 23:40 Uhr

Nur 200 Meter trennen Zahrensdorf und Langen Jarchow. Die Straße führt geradewegs von einem Dorf zum anderen und verbindet so auf wenigen Metern auch zwei Gemeinden. „Wir haben viele Gemeinsamkeiten“, sagt Langen Jarchows Bürgermeisterin Christa Richelieu. „So viele Unterschiede sind nicht da“, pflichtet Zahrensdorfs Bürgermeister Alfred Nuklies bei.

Jetzt sei die Zeit reif, aus beiden Gemeinden eine größere zu machen. Es waren noch die alten Gemeindevertretungen, die die Aufnahme von Fusionsgesprächen beschlossen hatten. Doch auch die im Mai neu gewählten Dorfparlamente stimmen zu. Nach ersten Gesprächen zwischen den Bürgermeistern, später dann auch mit den Hauptausschüssen, holen sich Richelieu und Nuklies nun die Verwaltung mit ins Boot. „Wir brauchen Rechtmäßigkeit und einen realistischen Zeitplan“, sagt Alfred Nuklies. Die 777-Jahr-Feier im kommenden Jahr in Zahrensdorf könnte „zum Verlobungsfest werden“, die größere Gemeinde dann 2015 zum Herbst oder Jahresende entstehen.

Gebildet werden soll eine neue Gemeinde. Es werde keine die andere aufnehmen, betonen beide Bürgermeister. Zahrensdorf mit seinem Ortsteil Tempzin würde aktuell 304 Einwohner einbringen, Langen Jarchow mit Häven und Klein Jarchow 254. Beide Gemeinden hätten „im gewissen Sinne keine Schulden“, sagt Richelieu, aber schon lange eine gemeinsame Feuerwehr und feiern ein gemeinsames Dorffest. „Wir sind auf Augenhöhe und wollen auf gleichem Niveau etwas erreichen“, macht die Bürgermeisterin deutlich. So wünsche man sich Unterstützung vom Amt, vielleicht noch ein kleines Hochzeitsgeld zu bekommen. „Wir haben uns als Ziel gesetzt, unsere Straße von der B 192 bis nach Langen Jarchow in Ordnung zu bekommen“, erklärt Nuklies.

„Es gibt Vorgespräche mit dem Innenministerium und es gibt Signale, dass man den Gesprächen offen gegenübersteht“, sagt Olaf Steinberg, Leiter Zentrale Dienste, in der Sternberger Verwaltung.

Um mit möglichst vielen Einwohnern Konsens zu erreichen, ermuntern Nuklies und Richelieu dazu, Fragen, Bedenken und Hinweise zur Fusion offen anzusprechen und an sie oder die Gemeindevertreter heranzutragen. Im nächsten Frühjahr werde es Einwohnerversammlungen geben, zudem auf den Gemeindevertretersitzungen Informationen über die laufenden Gespräche. Auch der erste Abend der 777-Jahr-Feier im nächsten Jahr in Zahrensdorf solle sich der Thematik widmen und Historisches und Aktuelles aus beiden Gemeinden beleuchten.

„Der angedachte Zeitplan ist realistisch“, sagt denn auch Olaf Steinberg. „Wir müssen Neuwahlen vorbereiten. Die dann gewählten Gemeindevertreter wären bis zur nächsten regulären Kommunalwahl 2019 zuständig“, sagt Steinberg. Weil die größere Gemeinde dann über 500 Einwohner zählt, werden statt bislang sieben neun Mandate vergeben. Optional könnten es für die Übergangszeit bis 2019 sogar elf sein.

Mit der Wahl tritt auch die Fusion in Kraft. Doch wie soll die neue Gemeinde heißen? Bürgermeister und Hauptausschüsse schlagen „Kloster Tempzin“ vor. „Es sollte ein regionaler Name sein“, sagt Alfred Nuklies, weitere Vorschläge seien erwünscht. Wobei der Gemeindename keine Auswirkungen auf die jetzigen Dorfnamen habe, beruhigt er.

„Am 9. Dezember um 14 Uhr laden wir die Senioren aus beiden Gemeinden zur gemeinsamen Weihnachtsfeier im Saal des Gemeindehauses in Langen Jarchow ein und hoffen, dass sich auch die Jungrentner angesprochen fühlen. Als Gast wird Kurt Nolze erwartet“, kündigt Christa Richelieu an. Viele Rentner kennen sich aus ihrer Arbeit in der Landwirtschaft und hätten sicherlich viel zu erzählen, weiß sie. Frauen aus beiden Gemeinden bereiten die Veranstaltung vor und es werde auch einen Fahrdienst geben.


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