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Wir in Ventschow : Tüftler vorm Herrn

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Michael Delzeit betreibt seit 2000 seine Freie Kfz-Werkstatt in Ventschow.

svz.de von
erstellt am 21.Feb.2016 | 21:06 Uhr

Seine Kunden kommen „aus Wismar, Schwerin, Warin, Bad Kleinen – und Ventschow selbstverständlich“, sagt Michael Delzeit. Seit der Jahrtausendwende betreibt er in Ventschow eine Freie Kfz-Werkstatt. Vorher arbeitete er beim Autohändler Preuß in Wismar, „aber ich wollte mich selbstständig machen“. Und durch einen Kontakt über eine Bekannte mit Bürgermeister Dieter Voß setzte der in Bad Kleinen Wohnende seinen Plan eben in Ventschow um. Seit 1993 hatte Delzeit seinen Meisterbrief als Kraftfahrzeugmechaniker in der Tasche. „Heute heißt das Mechatroniker“, erklärt der 54-Jährige.

Gelernt hat Delzeit einst noch zu DDR-Zeiten beim KIW Vorwärts in Schwerin – im dortigen Mittelweg 7. Es muss keine schlechte Ausbildung beim Kraftfahrzeuginstandsetzungswerk (KIW) gewesen sein, denn der Bad Kleiner verkündet: „Es sind alles einstige ,Vorwärtser‘, die hier in der Umgebung eine Werkstatt haben.“

Zu Delzeit kann man als Auto fahrender Zeitgenosse mit fast jedem Problem kommen. Dabei müsse solch eine Freie Werkstatt „bei der Flut der (Auto-)Typen doppelt und dreifach so viel haben wie das Equipment in den Vertragswerkstätten von WM, Opel Ford zusammen“, meint Delzeit und fügt hinzu: „Man kann eben nicht alles machen.“ So nimmt er keine Smarts an – „wegen der zu vielen Spezialwerkzeuge, die man dafür benötigt“ – und auch keine Maserati (lacht). Wer fährt in der Region auch solch einen Luxusschlitten? Und auch von Wegfahrsperren lässt er die Finger. „Die Technik entwickelt sich so rasant“, das erlebt er über die Jahre immer mehr.

Ansonsten aber scheint es nichts zu geben, was Michael Delzeit nicht anpackt. In seiner Werkstatt gibt es denn auch nicht nur die obligate Hebebühne wie in jeder Kfz-Werkstatt; hier stehen auch noch Drehbank und Fräsmaschine. „Da kann ich eine Buchse selber drehen. Und auch Getriebe repariere ich. Das macht kein Mensch heute mehr!“ Klar, dass er zweimal die Woche auch TÜV und AU anbietet. „Hundert und ein bisschen an Aufträgen“ kämen pro Monat zusammen. Eigentlich sei das nicht ausreichend; aber mit nur einem Angestellten – seit fünf Jahren ist Geselle Randy Burkhardt aus Bobitz bei ihm tätig – muss man sehen, wie man alles stemmen kann.

Wer auf der L 101, von Jesendorf kommend, über die Ventschower Bahngleise will, kann kurz davor rechter Hand die freie Werkstatt gar nicht verfehlen. Noch spätabends brennt hier des öfteren das Licht. Das Alltags- und Arbeitsleben eines Selbstständigen…

„Wenn ich hier noch wohnen würde, würden sie noch Sonntag-Nacht an der Tür klingeln. Die Entfernung ist schon richtig“, bemerkt Delzeit mit Blick auf sein Zuhause in Bad Kleinen.

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