Wir in Hohen Pritz : Leben und arbeiten mitten in der Idylle

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Janin Kunold übernahm vor zehn Jahren vom Vater den Campingplatz in Klein Pritz

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17. November 2015, 13:07 Uhr

Manchmal werde sie gefragt, wie das im Winter auszuhalten sei, so abseits und einsam. Janin Kunold entgegnet, von Frühjahr bis Herbst sei genug Trubel, da tue ihr die Ruhe einige Monate ganz gut. Sie hat den Campingplatz in Klein Pritz 2005 von ihrem Vater, als dieser krank wurde, übernommen und bewirtschaftet ihn mit Ehemann Daniel. „Es stand die Frage, verkaufen oder von mir weiterführen“, sagt die junge Frau. Ersteres habe sie nicht übers Herz gebracht. „Ich bin schon mit zwei Jahren über diesen Platz gelaufen, mit den Eltern als Camper. 1996 hat ihn dann mein Vater von der Gemeinde gekauft“, blickt die gebürtige Wismarerin zurück.

In der Idylle von Klein Pritz lassen es sich vor allem Dauercamper gut gehen. Rund 70 seien es, größtenteils aus dem Landkreis, aber auch aus Sachsen-Anhalt, Berlin oder Hamburg. „Eine gute Mischung“, meint die Chefin vom Platz. Ein Rentnerehepaar aus Wernigerode komme im Frühjahr und bleibe bis Anfang Oktober.

Eine Rasenfläche zwischen See und Dauercampern bietet Platz für Gäste, die kurze Zeit bleiben. Parzelliert sei nichts und daher die Chance gering, wieder in den Campingführer zu gelangen. Doch sie höre öfter, macht bloß keine Werbung, hier ist es so schön ruhig, erzählt Kunold. Die meisten würden über Mundpropaganda herfinden, eher wenige über das Internet. Hinweisschilder an Straßen dürften heute leider kaum noch angebracht werden. Am 1. August war zusammen mit der Schwarzbier-Oase Sommerfest. „Wir sind ein gutes Team“, findet die Campingplatzbetreiberin.

Badegäste, die nicht campen, zahlen 1,50 Euro pro Tag und kommen durch ein Drehtor auf das Gelände, auf dem der Spielplatz Schritt für Schritt mehr Geräte bekam. „Ich finde es schön, wenn hier viele Kinder rumrennen. Sie sind unsere Zukunft“, sagt die Mutter von zwei Söhnen (13 und 5). Sie sei „total von Männern umzingelt“, das treffe sogar auf den Hund zu. Fremde melde er sofort an, aber er sei umgänglich und freundlich.

In der Saison, in der auch der Kiosk geöffnet habe, gebe es natürlich viel Arbeit, von Montag bis Sonntag. Janin Kunold sieht es gelassen: „Dafür habe ich davor und danach Zeit für die Familie.“ Und da das Eigenheim mit auf dem Platz steht, habe sie stets die Übersicht. „Hier zu wohnen, ist einfach herrlich. Ich gucke aus dem Fenster und habe den See vor der Nase“, sagt die Klein-Pritzerin. Hier wolle sie nicht mehr weg.

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