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Wir in Kuhlen-Wendorf : Gaststätte und Laden in kleinem Dorf

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Am 3. Oktober hat der Lindengarten in Müsselmow 25-jähriges Jubiläum. Rita Berkholz übernahm das Haus 2003 als Ich-AG von den Eltern.

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erstellt am 29.Feb.2016 | 12:00 Uhr

Um 9 Uhr schließt Rita Berkholz auf, am Sonntag eine Stunde später. Sonnabends ist nur am Nachmittag geöffnet, dienstags gar nicht. Die Gaststätte mit kleiner Verkaufsstelle in Müsselmow geht auf ihr 25-jähriges Jubiläum zu. Am 3. Oktober 1991 haben die Eltern den „Lindengarten“ eröffnet, 2003 übernahm ihn Rita Berkholz als Ich-AG. 25 Jahre „durchgehalten“ zu haben, bedeute was, sagt sie stolz. Ralf Toparkus, Bürgermeister der Gemeinde Kuhlen-Wendorf, zu der Müsselmow gehört, zollt Anerkennung: „Welches kleine Dorf hat heute noch Gaststätte und Einkaufsladen!“

Sie habe vier, fünf Stammkunden aus Müsselmow und Zaschendorf. Sie kauften einige Lebensmittel, Konserven, Milch, Bier und Zigaretten, am Wochenende käme mancher hinzu, der beim großen Einkauf in der Stadt was vergessen habe. Doch es gebe auch mal einen halben Tag, an dem kein Kunde die Verkausstelle betrete. Berkholz sieht es gelassen.
Dies sei nichts, um Geld zu verdienen. „Ich habe eine Aufgabe, das ist am wichtigsten. Und ich komme gerade über die Runden.“ Wenn allerdings wie kürzlich die Kühlung für den Biertresen ausfalle und die Reparatur richtig ins Geld gehe, werde es eng. Sie hoffe auf Hilfe durch die Brauerei. In Müsselmow gebe es von Anfang an Lübzer, sagt die 56-Jährige. Erst die Eltern und nun sie wollten auch in der Beziehung heimatverbunden bleiben.

Gelernt hat Rita Berkholz Maschinenbauzeichnerin im Schweriner Plastmaschinenwerk und dann nach drei Jahren Fachschule bis 1991 als Konstrukteurin gearbeitet. Die folgende Umschulung zur Hotelfachfrau habe sie kaum weitergebracht. Kurzzeitig hat Berkholz in Schwerin gearbeitet, einen festen Job fand sie aber nicht.

Seit 1962 in Müsselmow wohnend, richteten die Eltern in der Baracke, einst Quartier für Nordlandfahrer, Kindergarten und LPG-Büro, die Gaststätte ein, 1999 bauten sie an. Die Mutter hatte im Konsum neben dem Vereinshaus gearbeitet, der Vater blieb im Hauptjob Klauenpfleger, fuhr in aller Frühe los und stand abends hinter dem Tresen. „Vadders hat dann gesagt, ich will das nicht mehr“, erinnert sich Berkholz an ihren Start. Die Mutter hilft gelegentlich vor allem in der Küche. Beide sind inzwischen verwitwet. Den Beruf des Vaters führt der Bruder weiter.

Paddler, die sich sonst hier eindeckten, hätten sich leider rar gemacht, seitdem die Warnow nicht mehr von Karnin aus befahren werden darf, auch Reiter, für deren Pferde es einen Anbindebalken gibt. Dafür betreut der „Lindengarten“ weiter die Angler beim An- und Abangeln sowie am Volksangeltag, bereitet abends die Ernteversorgung für die Agrargenossenschaft Gustävel zu und gibt Tageskarten für Angler aus. Alle vier Wochen wird am Sonnabend um 15 Uhr geknobelt – das ganze Jahr durch. Da würfelt die Mutter gern mit, „das macht mehr Spaß als in der Küche zu stehen“, meint sie. Und ebenfalls alle vier Wochen trifft sich schon das dritte Jahr mittwochs die Stammtischrunde, das nächste Mal am 2. März um 15 Uhr.

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