Wir in Neukloster : Für Patienten mit Doppeldiagnose

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Therapiezentrum Ravensruh behandelt Sucht- und psychische Erkrankungen

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07. März 2016, 05:00 Uhr

Bereits zu tiefsten DDR-Zeiten gab es das Therapiedorf Ravensruh für psychisch Kranke und Alkoholiker. Lediglich zwei Kilometer von Zurow entfernt gelegen, gehört das einstige Landgut Ravensruh territorial jedoch zu Neukloster.

Mit der Wende wurde daraus ein Therapiezentrum. Nach der Insolvenz der KTE-Gruppe im Jahr 2007 übernahm AHG (Allgemeine Hospitalgesellschaft) aus Düsseldorf den Komplex. Seit Januar 2016 ist Dr. Willem Hamdorf, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Suchtmedizin, der Gesamtleiter. Jahrelang im Schweriner Klinikum tätig, wechselte der in Brüsewitz Wohnende im Jahr 2011 zu AHG Mecklenburg und war in Parber tätig.

Für mindestens sechs Monate oder auch über Jahre werden in Ravensruh vor allem Menschen mit einer so genannten Doppeldiagnose behandelt. Aktuell beträgt die Wartezeit dafür vier Wochen.

Zusammen mit der AHD-Rehaklinik Mecklenburg Parber bei Rehna verfügt man über 96 Plätze. In letzterer Einrichtung werden Drogenkranke behandelt. Auf Grund der Nachfrage gibt es neuerdings auch noch die Außenstelle „Wedendorfersee“ mit 25 Plätzen in Köchelstorf, einem Ortsteil von Rehna.

In Ravensruh und Parber stehen insgesamt 26 Plätze für Suchtkranke mit arbeitstherapeutischem Angebot (Landwirtschaft und Bau) sowie 70 Plätze für Patienten mit Doppeldiagnoseerkrankungen (Psychose und Sucht sowie schwere Persönlichkeitsstörung und Sucht) zur Verfügung. Zudem werden seit 2011 insgesamt 24 ehemalige Patienten in ihrer Häuslichkeit bis zur komplett selbstständigen Lebensführung begleitet.

„Die Lage hier in Ravensruh ist fantastisch. Man hat Anschluss nach Wismar und zugleich die ländliche Ruhe“, so Dr. Hamdorf. Bei den hierher kommenden Patienten handele es sich „vor allem um Männer. Viele sind junge Leute im Alter zwischen 20 und 35 Jahren.“ Die Männer und Frauen kommen aus den neuen Bundesländern, aber auch aus Hamburg und Schleswig-Holstein nach Ravensruh. Im Rahmen der Langzeittherapie gibt es im Ort so genannte Probewohner, die sich im Betreuten Wohnen in von der AHG angemieteten Wohnungen so auf ihre Entlassung vorbereiten.

Der 1806 und danach entstandene Gebäudekomplex ist vollständig erhalten und damit auch ein zeitgeschichtliches Kleinod.

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