Wir in Tarnow : Ein neues Leben für alte Schätze

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In seiner Antik-Mühle verkauft Heiko Lange hochwertige Unikate

svz.de von
29. März 2016, 10:00 Uhr

Massive Kleiderschränke, bunt verziertes Geschirr und besondere Dekorationsideen – in der Antik-Mühle in Tarnow gibt es viele Schätze zu entdecken. Das Besondere: Alle Stücke sind Unikate. Heiko Lange, der Inhaber der Antik-Mühle, kauft sie von Menschen, die dafür keine Verwendung mehr haben.

Dem Betrachter fallen zwar zunächst vor allem die vielen verschiedenen Möbelstücke ins Auge, die auf den drei Etagen ausgestellt sind. Doch das Konzept der Antik-Mühle lässt sich darauf nicht reduzieren. „Im Prinzip finden Sie hier alles, was man sich vorstellen kann. Alles, was es in einem Haushalt gibt, kommt auch bei uns an“, sagt Heiko Lange.

Doch bevor er die Ware weiterverkauft, legt der 50-Jährige oft noch einmal selbst Hand an. Denn nicht alle Möbel, die bei ihm landen, sind in gutem Zustand. „Ich behandle viele Stücke mit Wachs“, erzählt er. Generell müsse er viel Geld und Zeit in die Aufbereitung der Ware stecken. So bringe ein Küchenschrank gut und gerne fünf Tage Arbeit mit sich, erzählt Lange.

Dass er sich mit seinem Gewerbe in der Gemeinde angesiedelt hat, ist eher ein Zufall gewesen. „Es standen vier, fünf Gebäude zur Auswahl. Das ging dann nach dem Ausschlussverfahren“, sagt Lange. Die Wahl fiel schließlich auf Tarnow, weil das Gebäude die besten Konditionen bot. Denn das wichtigste Kriterium war die Fläche, die für die Ausstellung der Verkaufsstücke zur Verfügung stand. Seit 1995 können die Kunden auf gut 2000 Quadratmetern stöbern und staunen.

Und seitdem hält sich das Geschäft. „Viele Tarnower haben mir nicht viel Zeit gegeben, bis ich wieder zumachen muss. Aber jetzt gehören wir zu den wenigen Gewerbetreibenden, die sich behaupten konnten in der Gemeinde“, so Heiko Lange. Zu diesem Erfolg dürfte die Populärität der Antik-Mühle über die Grenzen der Region hinaus beigetragen haben. „Wir haben schon einige Kunden aus der Gemeinde gehabt, aber es ist nicht die Masse“, sagt Heiko Lange. Die meisten würden sogar von sehr weit weg kommen. So habe er einmal Holz, das von einem Fachwerkhaus stammte, an zwei Leipziger verkauft, die daraus ein Kunstwerk schufen, das jetzt in Frankfurt am Main aufgestellt ist. „Das Spezielle, das wir haben, gibt es nicht an jeder Ecke.“ Dass sein Geschäft gut angenommen wird, ist für Heiko Lange kein Grund, die Füße hochzulegen. Fünf Tage die Woche ist er von 7 bis 19 Uhr in der Antik-Mühle. „Viele denken, dass Selbstständige reiche Leute sind. Ich komme zwar gut klar, aber das stimmt nicht. Es gehört sehr viel Arbeit zu dem, was ich mache.“

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