Wir in Bibow : Der Hausmann und Geflügelmann

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Mario Schröders 1500 Enten, Gänse und Broiler sind sämtlich bereits vorbestellt.

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08. November 2015, 18:22 Uhr

Von der 501 Meter langen Mühlenbachtal-Brücke der A 14 sind es vielleicht ein Kilometer Luftlinie bis zum Geflügelhof Dämelow. Das leuchtende Weiß der Enten- und Gänse-Schar auf der Feuchtwiese ist denn auch unübersehbar. Den Geflügelhof mit seinen 1500 Enten, Gänsen und Broilern – wobei Letztere bereits geschlachtet sind – gibt es seit sieben Jahren. Geschäftsführerin ist Katrin Hehl, „weil sie noch aus Ost-Zeiten einen Abschluss in der Landwirtschaft hat“, sagt ihr Mann Mario Schröder. „Ich bin ihr Angestellter“, verkündet er. Wobei das liebe Federvieh sein Metier allein ist. Er ist der Hausmann und Geflügelmann sozusagen, während seine Frau als Steuerberaterin in Lübeck tätig ist.

Als Kind ist Mario Schröder in Bad Kleinen „mit der Landwirtschaft groß geworden. Die Familie hatte immer Geflügel und Schweine.“ Gelernt hat der heute 46-Jährige dann aber Gas-Wasser-Installateur und in dem Beruf auch sechs Jahre lang bei der KWV in Dorf Mecklenburg gearbeitet.

Mit dem Erwerb der einstigen Bauernsiedlung in der Dämelower Lindenstraße mit 13 Hektar Land dran, von allem Wiese, fing die Geflügelhaltung an. „Beim ersten Mal hatte ich mir 30 Enten aus Kobande geholt. Da wollte die Verwandtschaft auch eine abhaben. Im Jahr darauf wurden es 100 Enten“, sagt Mario Schröder. Die Geschäftsidee ward geboren. Mittlerweile sind es, wie gesagt, 1500 Enten, Gänse und Broiler. „Küchenfertig“, steht zudem auf dem Werbebanner am Koppel-Zaun unweit der durch Dämelow führenden L 031. Mario Schröder schlachtet als Einmann-Betrieb die Tiere im auf dem Hof errichteten Schlachtraum.

Wer freilich jetzt noch seinen Weihnachtsbraten haben möchte, der hat in diesem Jahr keine guten Karten mehr. „Alle Tiere sind bereits vorbestellt“, sagt der Geflügelmann, der für den Tierverkauf natürlich den „Befähigungsnachweis Schlachten“ besitzt. Mit den Bestellungen gehe es immer ab 1. Oktober los. 90 Prozent seien Stammkunden zumeist „aus dem Umkreis von 20 Kilometern“. Neben 300 bis 500 Broilern sind von allem Enten im Angebot. Bei Gänsen sind’s nur 60. „Das reicht“, hat Schröder die Erfahrung gemacht. Viele nehmen auch gleich zwei Enten mit, „dann hat man vier Keulen und vier Brüste“.

Mario Schröder macht nicht auf Bio. „Das ist nicht so mein Ding.“ Die 20 Tonnen Brotweizen holt er sich von einem Bauern aus Pfarrhof bei Hohen Viecheln. Sein Credo lautet: „Was ich der Familie, den Kindern zu essen gebe, dass kann ich weiter geben!“ Zudem wird im Jahr noch ein Rind geschlachtet – man ist Selbstversorger.  
 

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