Warin : Geheime Wahl – klare Ergebnisse

Nach der Grundausbildung zu Feuerwehrmännern befördert: Leon Witt, Tom Büttner und Steffen Büttner (v.l.). Anneke Farken, die eine Gruppenführerausbildung absolviert hat, wurde Hauptfeuerwehrfrau, Andreas Untrieser (r.) für 25 Jahre treue Dienste ausgezeichnet. Er ist bedeutend länger Mitglied, doch die Zeit, in der er berufsbedingt außerhalb war und nicht der aktiven Gruppe angehörte, wird abgezogen.
1 von 3
Nach der Grundausbildung zu Feuerwehrmännern befördert: Leon Witt, Tom Büttner und Steffen Büttner (v.l.). Anneke Farken, die eine Gruppenführerausbildung absolviert hat, wurde Hauptfeuerwehrfrau, Andreas Untrieser (r.) für 25 Jahre treue Dienste ausgezeichnet. Er ist bedeutend länger Mitglied, doch die Zeit, in der er berufsbedingt außerhalb war und nicht der aktiven Gruppe angehörte, wird abgezogen.

Die Wariner Feuerwehr bestätigt Timo Untrieser und Stephan Buchs für die nächsten sechs Jahre. Gute Werte wurden 2014 bei der Einsatzbereitschaft erreicht

23-11368168_23-66107976_1416392459.JPG von
29. März 2015, 19:23 Uhr

In der zweiten Hälfte der Jahreshauptversammlung am Freitagabend wird es spannend: Da wählen die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr (FFw) Warin ihre Leitung für die nächsten sechs Jahre – und entscheiden sich für eine geheime Abstimmung. In alphabetischer Reihenfolge werden sie zu drei Durchgängen aufgerufen. Die Wahl des Wehrführers und seines Stellvertreters erfolgt einzeln, die von Jugend-, Geräte- und Kassenwart sowie der Gruppenführer im Block.

Bei der Auszählung lässt die Spannung nach. Wehrführer Timo Untrieser und sein Stellvertreter Stephan Buchs werden mit jeweils 30 Ja-Stimmen, nur zweimal Nein und einer ungültigen Stimme klar in ihren Ämtern bestätigt. Bianca Waack, die seit März 2014 als Jugendwartin amtierte und sich nun erstmals einer Wahl stellte, erhält gerade mal eine Ja-Stimme weniger. Über so ein Ergebnis von 90 Prozent wäre „einer vorn mit am Tisch“ bei der Kommunalwahl 2014 wohl mehr als glücklich gewesen, flachst Stephan Buchs. Bürgermeister Michael Ankermann nimmt es mit Humor.


Ausbildung mehr durch Gruppenführer


Das Wahlergebnis sei eine Bestätigung der guten Arbeit im vorigen Jahr, meint der alte und neue Wehrführer. Der FFw Warin gehörten 66 Kameraden an, darunter 40 in der aktiven Gruppe, drei in der
Reserve- und fünf in der Ehrenabteilung. 27 Mal sei die Feuerwehr ausgerückt, zu zwölf Brandeinsätzen und 15 Hilfeleistungen. 2014 sei ziemlich ruhig verlaufen, dennoch hätten sich 580 Einsatzstunden summiert, so Timo Untrieser. Die durchschnittliche Einsatzbereitschaft von 6 bis 18 Uhr liege „unverändert gut bei elf Kameraden“, die in den anderen zwölf Stunden bei 15. Im Durchschnitt seien es bei jedem Einsatz 13 Kameraden gewesen, so dass stets ein Zug besetzt werden konnte. An den 1125 Ausbildungsstunden hätten in der Summe 373 Kameraden teilgenommen. Zunehmend würden nun die Gruppenführer die Ausbildung leiten, „eine Erleichterung für Wehrführer und Stellvertreter“, so Untrieser. Wenn noch zwei, drei dazu kämen. könnte die Ausbildung größtenteils in deren Hände gegeben werden. „So wie es eigentlich auch sein sollte.“

Der Gerätewart habe Fahrzeuge und Geräte auf einem technisch guten Stand. Das sei „manchmal ein undankbarer Job“. Er müsse Abende in seiner Werkstatt verbringen, um vieles selbst zu machen und so Kosten zu sparen. Niemand sage „gut gemacht“, nur wenn mal was ausfalle, „dann stehen alle auf der Matte“. Der Gerätewart verdiene „Respekt“, findet der Wehrführer.

Und er wolle auch was zu Bianca Waack sagen. Nachdem er sie kommissarisch als Jugendwartin eingesetzt hatte, habe er sich abwartend verhalten und „sie machen lassen“. Vielleicht habe sie sich sogar „ein bisschen im Stich gelassen gefühlt“. Aber aus Absicht, „Bianca sollte es alleine schaffen, ohne den Wehrführer, der ewig sagt, wie es besser geht“.

Sie habe mit neun Kindern angefangen, darunter zwei Mädchen, blickt Bianca Waack zurück. Ihre erste Aktion sei ein Parcours auf dem Fest am 1. Mai gewesen. Hier seien zwei Jungen der Jugendfeuerwehr beigetreten. Zu elft sei es zum Amtsausscheid gegangen und dort bei Rundkurs und Löschangriff nass der zweite Platz belegt worden. „Die Siegermannschaften waren wesentlich älter“, so die Wariner Jugendwartin. Ab September sei an der Grundschule wieder ein Feuerwehrkurs angeboten worden. Der Wehrführer und sie würden den Kindern jeden Mittwoch für zwei Stunden die Tätigkeit und Technik der Feuerwehr näher bringen. Sechs Mädchen seien dadurch dazugekommen. Somit gehörten der Jugendwehr 20 Kinder im Alter von 8 bis 14 Jahren an, darunter zehn Mädchen. Sie würden neben altersgerechter Ausbildung auch viel Geselligkeit erleben, eine Fahrt in den Hansapark und ins Wonnemar Wismar oder die Weihnachtsfeier mit Übernachten im Gerätehaus, Sirenenalarm und „Einsatz“ am Wariner See.

Der Bürgermeister sieht die Feuerwehr nach zeitweiligen Problemen bei der Ausbildung auf einem guten Weg. Selbst wenn 2014 relativ wenig passierte, „es kann jeden Tag anders kommen, was sich aber niemand wünscht“, so Ankermann. Deshalb müsste jeder gut ausgebildet sein, „auch zur eigenen Sicherheit“. Für die Wariner sei es selbstverständlich, sich jederzeit auf die freiwillige Feuerwehr verlassen zu können.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen