60 Minuten Gartenvögel zählen : Gefiederte Gartengäste

Renate Reinbothe zählt die Piepmätze von ihrem Wintergarten aus.
Renate Reinbothe zählt die Piepmätze von ihrem Wintergarten aus.

Renate Reinbothe aus Thurow beteiligt sich heute an der dreitägigen Vogel-Zählaktion des Nabu.

svz.de von
11. Mai 2017, 21:00 Uhr

Wenn heute die dreitägige, deutschlandweite Nabu-Mitmach-Aktion „Stunde der Gartenvögel“ beginnt, dann sitzt auch Renate Reinbothe aus Thurow 60 Minuten lang in ihrem Wintergarten und zählt die gefiederten, einheimischen Besucher. Viele Vogelarten fühlen sich auf ihrem Grundstück wohl. An die 20 hat sie über das Jahr ausmachen können. „Damit ich sie besser sehen kann, habe ich einen Feldstecher und meinen Fotoapparat parat“, erzählt sie im SVZ-Gespräch.

Als Lehrerin für Chemie und Biologie und in ihrer Zeit als Umweltpädagogin im Zukunftszentrum Mensch-Natur-Technik-Wissenschaft in Nieklitz, wo sie sich hauptsächlich mit Bionik beschäftigt hatte, war die Botanik lange ihr Hobby. Aber auch Vogelkunde finde sie sehr interessant. Im Garten habe sie einige Stellen, wo die Vögel ganzjährig Futter finden und sich aufhalten. „Das erleichtert das Zählen“, sagt Reinbothe.

Die Aktion des Naturschutzbundes (Nabu) findet bereits zum 13. Mal statt und im Laufe der Jahre haben Vogelfreunde deutschlandweit Beobachtungen aus 270 000 Gärten eingesandt und fast zehn Millionen Vögel gezählt. Laut Nabu hatten sich 2016 mehr als 1100 Naturfreunde aus MV an der Aktion beteiligt.  Sie zählten fast 29 000 Vögel in 700 Gärten und Parks. Dabei zeigte sich leider, dass die Bestände typischer Siedlungsvögel wie Mauersegler, Mehlschwalbe und Zaunkönig um teils mehr als 30 Prozent abnahmen.

Dass die Artenvielfalt zurückgeht, hat auch Renate Reinbothe schon erfahren. „Die Haubenmeise ist gar nicht in meinem Garten zu finden. Aber in Brüel habe ich sie schon gesehen“, erzählt sie. Den Grund, warum der Bestand der Schwalben gesunken ist, kennt Reinbothe: „Es fehlen Stallungen, wo sie nisten können. Daher müssen Nisthilfen geschaffen werden.“ Sie nehme an der Aktion schon „seit mehreren Jahren teil, weil es wichtig ist, zu erfassen, welche Arten in der Region verbreitet sind“. So ließen sich Bestandstrends besser messen.

Nach der Zählung setzt Renate Reinbothe sich an den Computer, erfasst die Anzahl und bestimmt die Arten. Auch wirft sie einen Blick in Fachliteratur. „Über die Jahre eignet man sich Fachwissen an, aber manches muss man nachschlagen“, sagt sie.

Je früher man aufsteht, desto schöner ist das Konzert, das man geboten bekommt. So ist der Hausrotschwanz der Frühaufsteher unter den Gartenvögeln. Weit vor dem Morgengrauen ist sein Gesang zu hören.

Beobachtungen können per Post, online oder telefonisch gemeldet werden. Meldeschluss ist der 22. Mai.

• Online: Unter www.nabu.de/ gartenvoegel-melden werden die Beobachtungen ab 12. bis 22. Mai registriert und aktuelle Ergebnisse veröffentlicht.
• Postalisch: Meldebogen abtrennen, ausreichend
frankieren und bis zum 22. Mai an den Nabu, Stunde der Gartenvögel, 10469 Berlin senden.
• Telefonisch: Unter der kostenlosen Rufnummer 0800/ 1157115 werden die Daten am 13. und 14. Mai von 10 bis 18 Uhr direkt entgegen genommen.


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