zur Navigation springen
Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

21. November 2017 | 20:44 Uhr

Sternberg : Gefahr für Busverkehr

vom

Sternbergs Bürgermeister Jochen Quandt ist sauer. Von der SGS Bus & Reisen Schwerin GmbH hat er erfahren, das die Busverbindungen nach Blankenberg und Karow drastisch reduziert werden.

svz.de von
erstellt am 29.Mär.2012 | 07:25 Uhr

Sternberg | Bürgermeister Jochen Quandt ist sauer. Niemand hat im Vorfeld mit ihm gesprochen, keiner hat ihn offiziell über die getroffenen Festlegungen informiert. Von der SGS Bus & Reisen Schwerin GmbH hat er erfahren: Die Busverbindungen nach Blankenberg und Karow werden drastisch reduziert.

Es war im Jahr 1998, als das Land die Züge von der Strecke Blankenberg - Karow nahm. Statt dessen fahren seit jener Zeit Busse auf der Linie den so genannten Schienenersatzverkehr. Ab dem 5. August wird aber mehr als ein Drittel dieser Busfahrten nicht mehr durch das Land gefördert.

"Wenn wir das Geld nicht mehr bekommen, werden wir auch nicht mehr fahren können", sagt SGS-Geschäftsführer Andreas Helms. Also werden die Busse nicht mehr bis Karow, sondern nur noch bis Goldberg fahren. Einige Verbindungen werden nur noch während der Schulzeit bedient und nachmittags fallen einige ganz weg.

"Die Gründe sind ganz einfach", sagt der Landtagsabgeordnete Thomas Schwarz. "Die Busse werden einfach zu wenig genutzt." Er muss es wissen, ist er doch selbst Busfahrer und hilft in seinem alten Betrieb, der SGS Bus & Reisen, hin und wieder noch aus.

Der Landkreis Ludwigslust-Parchim hatte am 25. November 2011 den Antrag gestellt, dass die Busverbindungen wie bisher auch im Jahr 2012 gefördert werden. Von der Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern kam aber ein anderer Bescheid. Dagegen legte der Landkreis im Februar 2012 Widerspruch ein. Eine Antwort gibt es bisher aber nicht.

"Die Möglichkeiten, mobil zu sein, müssen unbedingt erhalten bleiben", fordert nun Bürgermeister Quandt. "Der ländliche Raum wird sonst immer unattraktiver." Er ist sich aber auch der Tatsache bewusst, dass die Busse sehr wenig genutzt werden. "Deshalb müssen andere Lösungen her, statt einfach Verbindungen zu streichen."

Und es könnte noch schlimmer kommen. Denn das Land wird die Fördermittel nicht nur für den Schienenersatzverkehr kürzen. In einem fünfseitigen Schreiben an alle Busbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern hat Verkehrs minister Volker Schlotmann die Grausamkeiten schon mal angedeutet. Weniger Geld für den Ausbildungsverkehr, weniger Geld für den Öffentlichen Personennahverkehr, Kürzungen im Straßen- und Radwegebau, eine reduzierte Hafenförderung. Die Begründung des Ministeriums: weniger Geld von der EU, der demografische Wandel und hohe Kostensteigerungen.

In Papier und Tüten ist aber noch nicht, was konkret zusammengestrichen werden wird. "Diese Maßnahmen werden wir mit den Kommunen und Verbänden diskutieren und abstimmen", schreibt Schlotmann. "Für die Erarbeitung bedarf es einiger Unter suchungen und Gutachten…"

Und der Landtagsabgeordnete Thomas Schwarz ergänzt: "Wir werden nach intelligenten Lösungen suchen."

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen