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Stadtwerke Sternberg: Keine Mehrbelastung für Verbraucher : Gebühren für Wasser bleiben konstant

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Die Stadtwerke Sternberg haben einen Rückgang bei Umsatz und Gewinn, dennoch sollen die Gebühren für Wasser konstant bleiben. Sie betragen pro Kubikmeter Trinkwasser einen Euro plus sieben Prozent Mehrwertsteuer.

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erstellt am 20.Jun.2013 | 12:12 Uhr

Sternberg | Im Durchschnitt hat 2012 jeder Einwohner in Sternberg und Umgebung - vom Baby bis zum Greis - 109 Liter Trinkwasser pro Tag verbraucht. Für jene, denen das in Anbetracht ihrer Gewohnheiten ziemlich hoch erscheint, nur ein Vergleich: Vor der Wende lag dieser Durchschnittswert bei 145 Litern. Als Wasser dann richtig Geld kostete, gab es einen Knick nach unten bis auf 95 Liter (1995). Allmählich stieg der Verbrauch wieder an und bewegt sich jetzt nach Angaben aus den Stadtwerken zwischen 108 und 114 Litern. Den Jahresabschluss des Sternberger Eigenbetriebs für 2012 hat die Stadtvertretung am Dienstagabend einmütig gebilligt.

Gute Nachricht für die Verbraucher: Die unveränderten Gebühren für Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung sollen nach jetziger Planung auch in den nächsten Jahren gleich bleiben. Sie betragen pro Kubikmeter Trinkwasser einen Euro plus sieben Prozent gesetzliche Mehrwertsteuer, bei Abwasser 2,53 Euro. "Diese Preise liegen im unteren Bereich", vergleicht Jochen Quandt, Bürgermeister und Werkleiter in Personalunion, mit anderen Regionen. "Sie sind scharf kalkuliert, aber Kosten deckend." Seit Jahren zahle sich für die Verbraucher aus, dass Sternberg nach der Wende nicht wie andere Kommunen dem Drängen nachgab, eine Kläranlage zu bauen, die sich schnell als überdimensioniert erweisen sollte, nie ausgelastet werden konnte und daher die Kosten in die Höhe trieb. Erst sei die zentrale Abwasserentsorgung erweitert und dann bedarfsgerecht ein neues Klärwerk errichtet worden, das 1999 in Sternberger Burg in Betrieb ging, erklärt Quandt. Das Versorgungsgebiet der Stadtwerke umfasst neben Sternberg die Gemarkungen Groß Raden, Groß und Klein Görnow, Sagsdorf, Pastin, Gägelow, Zülow, Stieten, Wamckow, Dessin und Kobrow. Letztere ist nach dem Austritt der Gemeinde aus dem Wasserversorgungs- und Abwasserzweckverband (WAZ) Bützow-Güs trow-Sternberg, der in den Dörfern des einstigen Kreises Sternberg wie auch in Warin tätig ist, seit Jahren voll integriert. Für die Gemeinde Dabel besteht ein Vertrag zwischen WAZ und Stadtwerken über die Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung. Die Fläche umfasst 105 Quadrat kilo meter mit mehr als 6200 Einwohnern.

In den Privathaushalten stieg der Wasserverbrauch 2012 um 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, in Dabel - als Lieferung an den WAZ - sogar um mehr als ein Fünftel. Unter dem Strich steht bei der Wasserabgabe dennoch ein Minus von 5,1 Prozent. Der Grund: Wegen Kurz arbeit von April bis September hat die Sternberger Biodiesel anlage rund 30 Prozent weniger Wasser verbraucht.

Ähnlich ist die Situation bei der Abwasserentsorgung. Hier gab es bei Ecomotion sogar einen Rückgang um mehr als ein Drittel. Das konnten größere Abwassermengen aus Privathaushalten (+2,8 Prozent) und vom WAZ (+6,8 Prozent) nicht ausgleichen. Damit ging die Abwasser beseitigung um 4,9 Prozent zurück.

Das spiegelt sich in den Umsatzerlösen wider. Die sanken im Vergleich zu 2011 um 120 000 Euro auf 1,82 Millionen Euro (Wasser: 550 000 / Abwasser: 1,27 Millionen). Beim Jahresgewinn gab es einen Rückgang um 75 000 Euro auf 461 000 Euro (Wasser: 108 000 / Abwasser: 353 000). Der Überschuss fließt in die Rück lagen des Sternberger Eigenbetriebs; damit den städtischen Haushalt aufzubessern, ist ausgeschlossen.

Da Umsatz und Gewinn im Wirtschaftsplan von vornherein niedriger angesetzt worden waren als 2011, konnten die Vorgaben überboten werden, erklärt der Bürgermeister. Dazu habe unter anderem beigetragen, dass durch Umschuldung im Verlaufe des Jahres und Ablösung eines Kredits 74 000 Euro Zinsen gespart wurden. Zudem wurden Rückstellungen über 90 000 Euro, die vor Jahren zur Renaturierung des alten Klärwerkgeländes gebildet worden waren und noch in den Büchern standen, herausgenommen.

In den 20 Jahren seines Bestehens hat der Eigenbetrieb 20 Millionen Euro investiert, gut ein Viertel davon in die Verbesserung der Trinkwasserversorgung. Die Fördermittel in dem Zeitraum summieren sich auf 6,6 Millionen Euro. Schwerpunkt im Vorjahr war der 17. Bauabschnitt der Stadtentwässerung, eine Schmutz- und Regenwasserleitung in der Fritz-Reuter-Straße. Außerdem wurde dort die Trinkwasserleitung erneuert. Die Investitionen in diesem Jahr fließen vor allem in Trinkwassererschließung sowie Schmutz- und Regenwasserkanal für das neue Wohn gebiet Maikamp und den Neubau einer Fäkalannahmestation in der Kläranlage Sternberger Burg.

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