Feuerwehr Übung Holzendorf : Gebäude brennt – Person vermisst

Die Freiwillige Feuerwehr Gustävel ist für die Wasserentnahme aus dem Löschteich, der sich auf dem Gelände befindet, zuständig.  Fotos: Rüdiger Rump
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Die Freiwillige Feuerwehr Gustävel ist für die Wasserentnahme aus dem Löschteich, der sich auf dem Gelände befindet, zuständig. Fotos: Rüdiger Rump

Zu einer Einsatzübung rückten die freiwilligen Feuerwehren Wendorf, Gustävel, Brüel und Zahrensdorf-Langen Jarchow aus. Der Amtswehrführer resümierte: Es gab ein gutes Zusammenwirken .

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29. November 2015, 20:00 Uhr

Die Ruhe am Sonnabendnachmittag wird jäh unterbrochen: Feueralarm! An der Landesstraße zwischen Brüel und Crivitz brennt nahe Holzendorf ein Landwirtschaftsgebäude, eine Person soll sich darin befinden und muss gerettet werden. So geht die Meldung an die Leitstelle in Schwerin, die daraufhin Alarm für die freiwilligen Feuerwehren (FFw) Wendorf, Gustävel und Brüel auslöst. Angesichts des zu befürchtenden Ausmaßes wird die FFw Zahrensdorf-Langen Jarchow nachalarmiert.

Der Kobrower Amtswehrführer Olaf Schröder und sein Stellvertreter Horst Reimers aus Sternberg sind mit Ralf Toparkus, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Agrargenossenschaft Gustävel, der das Gelände gehört, längst vor Ort. Schröder und Reimers haben in zwei Räumen Rauchbomben entzündet, denn es handelt sich um eine Einsatzübung, die unter möglichst wirklichkeitsnahen Bedingungen ablaufen soll. Der Qualm beginnt sich rasch im Gebäude auszubreiten. Jetzt verständigt der Amtswehrführer die Leitstelle.

Es geht darum, das Zusammenwirken der Wehren und die klassische Wasserentnahme aus einem Löschteich zu trainieren. „Wir hatten in diesem Jahr zwar so viele Einsätze mit Hilfeleistungen wie lange nicht, aber kaum größere Brände, bei denen Wasser aus einem offenen Gewässer gefördert werden musste. Doch das kann jeden Tag passieren und muss deshalb reibungslos funktionieren“, erklärt der Amtswehrführer. Als größere Brandeinsätze in der Region nennt er das Forsthaus bei Weberin, eine Halle bei Freizeitmöbel Brüel und einen Flächenbrand bei Wamckow, als ein Radlader Feuer fing. Zum Glück habe der im Freien gestanden, so dass nicht noch mehr passiert sei. Eine Einsatzübung habe es in diesem Jahr bereits in Borkow mit vier Feuerwehren gegeben.

Um 16.02 Uhr treffen gleichzeitig aus beiden Richtungen der Landesstraße 09 die Einsatzfahrzeuge der FFw Wendorf und Gustävel ein, gleich danach auch der Wendorfer Wehrführer Mathias Hirsch. Er habe vorher „absolut nichts“ gewusst, sondern zu Hause gerade ein Schwein verarbeitet und nun erst mal den Herd ausschalten müssen.

Mit etwas Abstand kommen auch die Kameraden aus Brüel und Zahrensdorf-Langen Jarchow nach längerer Anfahrtsstrecke an. Die Aufgaben sind genau verteilt, die Gustäveler für die Wasserversorgung aus dem Löschteich zuständig. Das habe ein bisschen gedauert, schätzen Schröder und Reimers ein, „doch im Ernstfall wäre erst einmal Wasser aus dem Löschfahrzeug genommen worden“, bleibt der Amtswehrführer gelassen.

Gustävel sei zu viert vor Ort mit dem stellvertretenden Wehrführer Lothar Mix und Gruppenführer Patrick Heuer. „Für uns ganz allein wäre es schwierig“, räumt Mix ein, „aber da wir gemeinsam mit anderen Wehren ausrücken, ist die Einsatzbereitschaft gesichert.“ Genau darauf legt auch der Amtswehrführer großen Wert: „Es ist wichtig, dass wir im Außenbereich einsatzbereite Feuerwehren haben.“

Zum Glück ist Wochenende, stellt Mathias Hirsch fest. In der Woche gegen Mittag würde es anders aussehen. Die Wendorfer sind mit vier Atemschutzgeräteträgern vor Ort und können damit zwei Teams stellen, um die vermisste Person zu retten. Zwei Mann gehen ins Gebäude, zwei sichern in Ausrüstung draußen ab. Das ist Vorschrift, zur Sicherheit der Feuerwehrleute. Die FFw Wendorf hat acht ausgebildete Atemschutzgeräteträger. Das sei spitzenmäßig, sagt der Amtswehrführer anerkennend. Woanders fehlten nicht selten gerade diese, was bei der Rettung von Menschen zum Problem werden könnte.

Die Brüeler gelangen an anderer Stelle ins Gebäude, im zweiten Anlauf, nachdem sich eine Tür nicht öffnen ließ. Zahrensdorf-Langen Jarchow hat eine zweite Schlauchleitung zur hinteren Seite aufgebaut und bekämpft von dort den vorgetäuschten Brand.

Ralf Toparkus von der Agrargenossenschaft ist froh über so eine Einsatzübung. „Wir haben mehrere Betriebsstätten. Und wenn sich die Feuerwehrleute ein bisschen auskennen, müssen sie hier im Ernstfall nicht im Blindflug umhergeistern.“ Auf diesem Gelände lagern in einer Halle derzeit Futtermittel, in die, die zur Übung diente, ziehen ab Januar erstkalbende Kühe mit ihrem Nachwuchs ein.

Das Zusammenwirken habe funktioniert, alles lief „geordneter“ ab als manches andere Mal, zieht der Amtswehrführer ein erstes, durchaus positives Fazit.

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