Dabel : Gaststätte wird Wohngemeinschaft

<fettakgl>Das Unternehmerpaar</fettakgl> Ulrike und Arno Rohde will am Holzendorfer See eine Wohngemeinschaft für an Demenz erkrankte Menschen eröffnen. <foto>Roswitha Spöhr</foto>
Das Unternehmerpaar Ulrike und Arno Rohde will am Holzendorfer See eine Wohngemeinschaft für an Demenz erkrankte Menschen eröffnen. Roswitha Spöhr

Vor einem Jahr gab es in dem reetgedeckten Haus am Holzendorfer See noch Gastronomie. Ein Paar aus München hatte vor einigen Jahren Gaststätte und Bungalows gekauft, nun sollen dort moderne Appartements entstehen.

svz.de von
13. März 2013, 11:58 Uhr

Dabel | Ulrike und Arno Rohde gehen durch das entkernte Haus. "Das hätte ich mir vor einem Jahr auch nicht träumen lassen", sagt der Geschäftsmann. Da gab es in dem reetgedeckten Haus noch Gastronomie. Das Paar aus München hatte vor einigen Jahren Gaststätte und Bungalows am Holzendorfer See gekauft. Ihr Ziel hatten sie im Januar 2011 gegenüber SVZ so beschrieben: Gemütliche Gastlichkeit mit regionaler und mediterraner Küche für Touristen und Einheimische. Die beliebte Badestelle nebenan soll deutlich attraktiver werden. Insgesamt wollten die Investoren dafür 250 000 Euro in die Hand nehmen.

Im vergangenen Herbst war dieser Traum ausgeträumt. Rohdes hatten sich von der Pächterin der Gaststätte trennen müssen und auch keinen neuen Betreiber gefunden. Die eigene Familie gab dann aber den Anstoß zu einer ganz anderen Nutzung der Immobilie. "Mein Stiefvater ist an Demenz erkrankt und wird im Heim betreut", erklärt Arno Rohde und lässt durchblicken, dass dessen Betreuung besser sein könnte. "Wir eröffnen in Holzendorf eine Wohngemeinschaft für an Demenz erkrankte Menschen".

Neun moderne Appartements sollen in dem Haus entstehen, dazu Therapieküche, Therapiebad, alles rollstuhl gerecht, und ein Fahrstuhl wird eingebaut, zählt Arno Rohde auf. Auch die Heizung wird komplett erneuert. In 14 Tagen ziehen die Handwerker in das Haus von 1980 ein, wobei das Unternehmerpaar auf regionale Fachleute setzt. "Ich habe mit zwei Firmen aus Dabel bereits sehr gute Erfahrungen gemacht, deshalb werden wir auch hier wieder mit ihnen zusammen arbeiten. Den Umbau leistet dann eine Firma aus Güstrow", so der Investor. Das Konzept für die Wohngemeinschaft hat er größtenteils selbst erstellt. "Hier und da habe ich auch mal ein Veto eingelegt", schmunzelt Ulrike Rohde. Hilfreich seien auch die vorab geführten Gespräche mit dem Gesundheits ministerium von Mecklenburg-Vorpommern und mit dem Landkreis Ludwigslust-Parchim gewesen, sagt ihr Mann und klärt auf, dass erst ab zwölf zu betreuende Menschen ein Haus als Wohnheim zählt.

Die Betreuung in der Wohngemeinschaft am Holzendorfer See wird der Brüeler Pflegedienst von Swetlana Grigo übernehmen. "Wir sind durch familiäre Betreuung in Tessin auf ihn aufmerksam geworden", sagt Arno Rohde. Gleich bei den ersten Gesprächen habe die Chemie gestimmt. Die neue Wohngemeinschaft sehen alle als Alternative zu einem Heim, mit 24-Stunden-Betreuung und individueller Beratung. "Es gibt viel Bedarf in der Region. Wir hatten so auch schon eine Anfrage aus Sternberg, ob der eigene kleine Hund mitgebracht werden dürfe. Ja, insgesamt ein, zwei Hunde im gesamten Haus könnten es sein, weil das ein Stück Leben für die älteren Leute ist", erklärt Arno Rohde. Für ihn und seine Frau steht deshalb auch außer Diskussion, dass die Bewohner ihre eigenen Möbel und private Sachen mitbringen. "Wir möchten keinen Krankenhaus charakter", erklärt Ulrike Rohde.

Mit der neuen Nutzung soll das Haus auch einen Namen bekommen, "Seepension" - wie die Gaststätte hieß - wird es nicht mehr sein. "Vielleicht ,Haus am See’", nennt Arno Rohde einen Vorschlag. Rund 200 000 Euro hat das Unternehmerpaar für den Umbau veranschlagt. Spätestens Ende Juli soll das Haus bezugsfertig sein, wobei die Rohdes mit einigen Tage zuvor liebäugeln. Dann wird es einen Tag der offenen Tür geben, "damit Interessierte sehen können, was wir hier gemacht haben", so Arno Rohde.

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