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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

17. November 2017 | 20:41 Uhr

Sternberg : Gartenbesitzer müssen zahlen

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Gebührensatzung zur Straßenreinigung in Sternberg macht keinen Unterschied bei der Art des Grundstückseigentums.

von
erstellt am 12.Mai.2015 | 12:00 Uhr

Seit 1973 hat das Ehepaar Paul und Helga Wohlgemuth sein ganz persönliches (Garten-)Refugium in der Güstrower Chaussee in Sternberg. In dieser Jahreszeit sind die Sternberger fast täglich dort. Ihr Garten hat eine Größe von fast 1000 Quadratmetern. Aufgeteilt am Eingangsbereich „in das Erholungsgebiet“, wie der 80-jährige Paul Wohlgemuth betont, „dahinter beginnt das Arbeitsgebiet“. Auch den kleinen Serpentinen artigen Weg hinauf zum Gartenreich hat er sich im Laufe der Jahre angelegt. Anfangs seien sie von der Straße aus hochgekrabbelt.

Apropos Straße: Die B 192 führt direkt unterhalb ihres Gartengrundstücks entlang, seit 2007 müssen die Wohlgemuths anteilig für 22 Meter Straßenreinigungsgebühren bezahlen. Warum und wieso – das leuchtet den Senioren bis heute nicht ein. „Hier wohnen wir nicht“, betont Helga Wohlgemuth (76). Sie wandte sich darum an die SVZ und wollte „die rechtliche Grundlage“ wissen.

Diese ist die Straßenreinigungssatzung und die Straßengebührensatzung der Stadt Sternberg. „Eigentümer aller Grundstücke können nach dem Straßen- und Wegegesetz innerhalb einer Ortslage zur Straßenreinigung herangezogen werden“, erklärt Reinhard Dally, Leiter der Finanzverwaltung im Amt Sternberger Seenlandschaft. Das gelte für Haus- und Gartenbesitzer ebenso wie für Firmen. Insgesamt gebe es laut Dally „1367 Gebührenpflichtige für die Straßenreinigung in Sternberg“. Für die bei den Wohlgemuth angrenzende Kleingartenanlage trifft dies nicht zu. Dally: „Die Kleingartenanlagen gehören der Stadt. Und die Stadt kassiert bei sich selbst nicht.“

Zudem fragt Helga Wohlgemuth nach dem in ihren Augen „Niemandsland“ zwischen ihrem Garten und dem Gehweg an der B 192. „Es dient als Ablage für unliebsames Leergut, auch für Hundehalter ist es ein angenehmer Auslaufweg mit hinterlassenem Hundekothaufen. Wer zeigt hier Verantwortlichkeit zur Pflege?“, will die Rentnerin wissen. Dazu Sternbergs Finanzchef: „Grundstückseigentümer sind nicht nur vom Grundsatz für die Gehwege zuständig, sondern auch unter anderem für Grünböschungen zwischen der Grundstücksgrenze und der Straße.“ Dies wird die Wohlgemuths nicht erfreuen: Sie dürfen auch noch den von anderen hinterlassenen Unrat beseitigen…
 

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