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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

13. Dezember 2017 | 23:34 Uhr

Historisch : Garnisonsstadt Warin von 1962 bis 1990

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Das Stadtarchiv sucht Zeitzeugen.

Ein „Zeitzeuge“ im Wariner Stadtarchiv ist ein lackiertes Holzbrett, das von einer schwarzen Rakete dominiert wird und die Aufschrift „20 Jahre Garnisonsstadt Warin“ trägt.

Warin – eine Garnisonsstadt? Man mag sich das fragen. Laut Lexikon werden sowohl der Standort von Truppen wie auch die im Standort vorhandenen Truppen als Garnison bezeichnet. Tatsächlich zog nach längerer Vorbereitungszeit im Mai 1962 eine Abteilung des Flak-Raketenregimentes 13 – Standort Parchim – in die Wälder zwischen Warin, Nisbill und Büschow.

Es geschah von der Öffentlichkeit weitgehend abgeschirmt. Das hatte mit der militärischen Aufgabe zu tun. Die bei Warin stationierte Flak-Raketenabteilung (FRA) 131 war im Luftraumüberwachungssystem der Warschauer Vertragsstaaten eingebunden und hielt Flugabwehrraketen ständig einsatzbereit. Im Wald lagen die Stellungen der Raketen vom Typ „Dwina“ und „Wolchow“. Das alles war streng geheim. Nur die Auswirkungen bemerkten die Einheimischen. Ein gutes Pilzrevier durfte nicht mehr betreten werden.

Auch die regionale Zeitung berichtete wenig über die FRA 131. Es war zu lesen, dass 1965 Soldaten, Unteroffiziere und Offiziere 5100 Stunden in der Ernte geholfen hätten. Von der öffentlichen Vereidigung 1975 in Warin mit Bürgermeister und Stadtrat auf der Ehrentribüne bewahrt das Stadtarchiv eine Fotoserie auf. Sonst gibt es keine Zeugnisse.

Erst aus der Wendezeit liegt ein interessanter Bericht eines ehemaligen Unteroffiziers vor. Es gab Reformen und Dienst bis zu letzt, als der Luftraum, der nicht mehr feindlich war, immer noch streng überwacht wurde. Schade eigentlich, dass zu wenig technische Fakten zur FRA 131 im Stadtarchiv vorliegen, um diesen Teil der Stadtgeschichte sachlich darzustellen. Schön wäre, wenn Ehemalige, die in der Flakraketenabteilung 131 in Warin ihren Dienst leisteten, die Kenntnislücken schließen könnten. Ein Ansprechpartner für das Stadtarchiv ist unter Telefonanschluss 038482/60901 erreichbar.

 



Vereidigung 75:
r Wenske (3.v.r.)


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