Blankenberg : Ganz loslassen geht noch nicht

Peter Davids ist gern in der Natur wie hier auf seinem Bootssteg in Weiße Krug.
Peter Davids ist gern in der Natur wie hier auf seinem Bootssteg in Weiße Krug.

Peter Davids will nach 15 Jahren kein Bürgermeister mehr sein, engagiert sich aber weiterhin im Ausschuss und in der Flurneuordnung.

von
25. Juli 2014, 17:49 Uhr

Das Dienstsiegel und den Schlüssel fürs Gemeindehaus hat er abgegeben – ganz loslassen von der Kommunalpolitik will Peter Davids noch nicht. Zur jüngsten Wahl war er nicht wieder angetreten, hat weder als Bürgermeister kandidiert – ein Amt, das er 15 Jahre lang inne hatte - noch für die Gemeindevertretung. Die Entscheidung habe er sich nicht leicht gemacht. „Ich bin nicht mehr der Jüngste“, versucht der 75-Jährige eine Erklärung. Und sagt: „Es müssen vielleicht auch einmal neue Idee eingebracht werden.“

Eine seiner ersten nach der gewonnenen Bürgermeisterwahl im Jahr 1999 – einmal jährlich eine Radtour durch alle Orte der Gemeinde zu machen, um Problemecken aufzuspüren und mit den Einwohnern vor der Haustür in Kontakt zu kommen – haben längst andere Gemeinden aufgegriffen. Umgesetzt hat er weitere seiner damaligen Wahlversprechen: die Infrastruktur zu verbessern, den Tourismus zu fördern und „das Problem der ehemaligen Ziegelei in Blankenberg zu lösen“ (SVZ vom 11. Juni 1999). „Der Ziegeleiabbruch hat viel Kraft gekostet“, sagt Peter Davids rückblickend. Für einige Blankenberger, die früher dort gearbeitet haben, war es nicht einfach, zuzusehen, wie der große Schornstein gefallen ist, weiß er.

Viel hat sich in den vergangenen 15 Jahren in der Gemeinde verändert. In Blankenberg gibt es jetzt ein schmuckes Gemeindehaus, einen einladenden Strand mit Spielplatz und Steganlage. Der Bahnhofsvorplatz wurde gestaltet, das alte leer stehende Postgebäude abgerissen, viele Straßen ausgebaut. Es gibt Buswartehäuschen, in Penzin ein Mehrzweckgebäude und einen Sportplatz...


In Gemeindevertretung gemeinsam gekämpft


„Bei vielen Vorhaben hatten wir gute Partner und wo es möglich war, haben wir Fördermittel eingeworben“, sagt Davids. Dass während seiner Bürgermeisterzeit viele Maßnahmen umgesetzt werden konnten, „liegt an der guten Vorbereitung in den Ausschüssen und in der Gemeindevertretung. Wir haben gemeinsam gekämpft, auch wenn nicht alle immer einer Meinung waren“, sagt der 75-Jährige. Ein extra Dankeschön hat er für Christine Wegner. „Sie hat mich in vielen Dingen unterstützt, insbesondere auf der Kulturstrecke.“ Wertvoll waren ihm die Hinweise in den Bürgerversammlungen, seinen Bürgermeister-Sprechstunden oder während der alljährlichen Radtour. Unvergessen bleiben die Jubiläumsfeiern 700 Jahre Blankenberg und 725 Jahre Penzin. Da habe ein ganzes Dorf etwas auf die Beine gestellt, von dem heute noch gesprochen werde. Weil viele Einwohner sich beteiligt hätten, habe auch der Frühjahrsputz gut funktioniert. Um so ärgerlicher sei er, dass es in seiner Amtszeit als Bürgermeister nicht gelungen sei, eine private Müllhalde im Blankenberger Lindenweg zu beseitigen. „Das ärgert mich sehr. Seit 2008 beschäftigen wir uns mit der Problematik. Wir hatten dazu sogar den Parchimer Landrat hier. Die Situation ist unbefriedigend und hat uns auch Bauwillige vergrault“, sagt Davids.

Zum Glück aber hätten Freude und Spaß überwogen, wenn er über 15 Jahre als Bürgermeister und zehn Jahre als Amtsvorsteher bilanziert. „Wenn das fehlt, kann man seine Arbeit nicht gut machen“, zeigt er sich überzeugt. Und will deshalb auch noch ein bisschen weitermachen in und für seine Gemeinde; als sachkundiger Einwohner im Bauausschuss und als Vorsitzender in der Flurneuordnung. „So reißt die Verbindung nicht ganz ab. Bald beginnt die Hofraumvermessung. Da gibt es vor Ort viel abzustimmen“, weiß der 75-Jährige.

Trotzdem bleibt jetzt mehr Zeit für seine Familie, die Hobbys und das Grundstück. Mit seiner Frau werde er wandern, wieder mehr Waldlauf machen oder Radfahren. Und nach Warin und Wismar fahren, wenn dort Fußball gespielt wird, sagt der ehemals selbst aktive Fußballer. Endlich kann er auch das idyllisch gelegene Grundstück in Weiße Krug genießen, im Garten, auf der gerade neu entstehenden Terrasee oder vom Bootssteg aus. Klar, dass Peter Davids auch angelt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen