Dankeschön-Party : Funke springt auf Publikum über

Beim letzten Titel von Karussell, dem Ohrwurm „Als ich fortging“, gibt es kein Halten mehr, Von Joe Raschke animiert, wird mitgesungen und -gesummt. Dann folgt eine Zugabe.
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Beim letzten Titel von Karussell, dem Ohrwurm „Als ich fortging“, gibt es kein Halten mehr, Von Joe Raschke animiert, wird mitgesungen und -gesummt. Dann folgt eine Zugabe.

Konzert der Ost-Kultband „Karussell“ begeistert Publikum in Brüel

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23. August 2015, 21:00 Uhr

Als die ersten Takte von der Bühne kommen, jubelt das Publikum. „Als ich fortging“ kennt hier jeder. Doch Karussell scheint nur klar machen zu wollen: Wir sind es. Die Band spielt den Ohrwurm einmal instrumental an. Vorerst geht es beim Konzert an der Brüeler Feuerwehr, ein Dankeschön für die zahlreichen Helfer nach dem Tornado vom 5. Mai, mit weniger bekannten Titeln weiter. Vor allem die Fans in der ersten Reihe geraten auch bei denen aus dem Häuschen. Es sind neue und alte Lieder, wie Frontmann Reinhard Huth sagt. Er und Wolf-Rüdiger Raschke sind die einzigen Gründungsmitglieder von 1976. Karussell ging aus der Amateurgruppe Fusion und ehemaligen Mitgliedern der kurz zuvor verbotenen Leipziger Band Renft hervor, trat deren musikalisches Erbe an mit Titeln wie „Whisky“, „Lebe“ oder „Welt im Sand“, brachte auch den Renft-Klassiker „Wer die
Rose ehrt“ neu heraus.

Nach einer Reihe personeller Wechsel und der Auflösung in der unmittelbaren Nachwendezeit 1991 gelang Karussell mit neuer Formation 2007 ein Neuanfang. Raschkes Sohn Joe prägt die Band heute in großem Maße musikalisch. Was er Keyboard und Mundharmonika entlockt, kann Zuhörer verzücken. So bei seiner Hommage an Cäsar, den Mitgründer von Karussell und vorherigen legendären Renft-Frontmann Peter Gläser, der 2008 an Krebs starb. Ein waschechter Blues, der das Publikum mitreißt. Später kommt noch die Klasse-Darbietung von „Wer die Rose ehrt“.

Das Repertoire umfasst im Wechsel Balladen, Blues und Rock. Unübersehbar bei allen auf der Bühne die Freude, Musik zu machen. Reinhard Huth kündigt „Ehrlich will ich bleiben “ an. Den Song singe er besonders gern. Und den kennen auch die meisten, genauso „Wie ein Fischlein unterm Eis“ oder „Doch wenn die Hähne krähn “. In dem Konzert sind ausschließlich deutsche Texte zu hören, und sie regen zum Nachdenken an.

Am Ende der anderthalb Stunden, worauf alle gewartet haben: Als ich fortging. Vorher wurden Leuchtstäbe verteilt. Wer keines abbekam, nimmt ein Feuerzeug, bis das zu heiß an den Fingern wird. Der Funke ist längst übergesprungen, das Publikum jetzt vollzählig an die Bühne herangerückt, singt und summt mit, bekommt als Zugabe „Gelber Mond“.

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