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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

20. November 2017 | 22:24 Uhr

Für Hortkinder der falsche Schulort

vom

svz.de von
erstellt am 09.Jul.2013 | 12:04 Uhr

Neperstorf/Wismar | Pech gehabt! So stellt sich die Lage für die Grundschüler aus Neperstorf dar, einem Ortsteil der Gemeinde Jesendorf - wenn sie nach der Schule in den Hort gehen. Unter anderem, weil beide Elternteile berufstätig sind.

Da die ortsnahe Grundschule in Ventschow 2005 wegrationalisiert wurde, müssen die Lütten seitdem zur Grundschule nach Lübow bzw. Warin. Und mit der Fritz-Reuter-Grundschule Warin gibt es Probleme wegen des Hortes.

Nach der sechsten Unterrichts-Stunde fährt Bus-Betriebe Wismar (BBW) die Neperstorfer Kinder bis in den Ortsteil. Früh wiederum erfolgt die Fahrt zur Wariner Grundschule durch den Sternberger Betriebsteil von SGS Bus und Reisen. Nach der achten Stunde aber ist für die Neperstorfer Hortkinder mit dem SGS-Linienbus an der Kreuzung zwischen Trams und Trams Ausbau Schluss. So müssen die Mädchen und Jungen die zwei Kilometer bis nach Neperstorf zu Fuß gehen. Wobei es hier keinen Fußweg gibt. Den müsste die Gemeinde - so denn gewollt - auf ihre Kosten erst schaffen.

"Unser Antrag, dass der Schulbus die Neperstorfer Hortkinder bis ins Dorf fährt, wurde vom Amt (in Neukloster - d. A.) abgelehnt", sagt Jesendorfs Bürgermeister Arne Jöhnk (SVZ berichtete) und will dagegen nochmals vorgehen. Es dürfte vergebliche Liebesmüh sein. Denn beim Amt Neukloster-Warin hält man sich diesbezüglich nur an die Vorgaben des Landkreises NWM.

Dessen Pressesprecherin Petra Rappen teilt auf Nachfrage schriftlich mit: "Die Schülerbeförderung ist auf den Schulbetrieb entsprechend eingerichtet und soll möglichst zeitnah an den Unterricht anschließen. Für die Grundschule Warin bedeutet das konkret: zum Unterrichtsbeginn um 7.30 Uhr und zum Unterrichtsende (Mo. - Do. 13.20 Uhr und Fr. um 12.05 Uhr), wobei zu den genannten Zeiten die Ortslage Neperstorf im Rahmen der Schülerbeförderung bedient wird."

Was die Absicherung des Heimweges nach dem Hort betrifft, so sind laut Rappen "dafür die Eltern verantwortlich". Die NWM-Pressesprecherin betont zudem: "Wir sind früher auch zur Schule gegangen! Heutzutage werden fast alle Kinder in Watte gesteckt. Man fragt sich, wer soll das bezahlen?" Allerdings erkennt sie an, dass jetzt viel mehr los auf den Straßen sei und dadurch "mehr Vorsicht berechtigt ist".

Wie unterschiedlich sich die Praxis der Schülerbeförderung darstellt, erläutert Marianne Klörs, Verkehrsleiterin bei SGS in Schwerin: "Das Schulverwaltungsamt des Landkreises hält eine Hin- und zwei Rückfahrten bereit, die zeitnah an den Schulschluss nach der vierten bzw. sechsten Stunde anschließen. Eine achte steht Grundschülern nicht zu. Es sei denn, in dem Ort gibt es eine Regionalschule. Dann könnten natürlich auch die Hortkinder den Bus nutzen", so Klörs. Doch in Warin gibt es nun einmal nur diese eine Grundschule, ab Klasse fünf müssen die Kinder aus der Region nach Neukloster.

Dass das Hortproblem durch die vom Land vorgegebene Schulzentralisierung beileibe kein Neperstorfer Spezialfall ist, verdeutlicht Klörs am Beispiel Wittenförden im Schweriner Umland: "Deren Kinder gehen nach Klein Rogahn zur Schule. Die Gemeinde Wittenförden bestellt und bezahlt bei uns extra einen Bus für die Hortkinder."

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