Langen Jarchow : Für halben Tag am Verkaufstisch

Selbstgebasteltes zu Ostern und viele andere gut erhaltene Dinge aus zweiter Hand kommen auf die Verkaufstische im Gemeindehaus Langen Jarchow. Ein Stamm von zehn Frauen organisiert den Frühlings- bzw. Herbstflohmarkt.  Fotos: Rüdiger Rump
Foto:
1 von 3
Selbstgebasteltes zu Ostern und viele andere gut erhaltene Dinge aus zweiter Hand kommen auf die Verkaufstische im Gemeindehaus Langen Jarchow. Ein Stamm von zehn Frauen organisiert den Frühlings- bzw. Herbstflohmarkt. Fotos: Rüdiger Rump

Frauen aus Langen Jarchow und Umgebung bieten beim Frühlingsflohmarkt ein buntes Allerlei an – mit viel Spaß für wenig Geld.

von
14. März 2016, 21:00 Uhr

Geschirr, Kindersachen oder Bücher für Jung und Alt gehen immer wieder gut. Auch Pflanzen, doch derjenige, der diese im Vorjahr angeboten hatte, kam diesmal nicht. Dafür steht reichlich Osterdekoration zur Auswahl, das meiste mit viel Fantasie und Liebe selbst gebastelt oder genäht. Im Gemeindehaus Langen Jarchow findet der Frühlings-Flohmarkt statt.

Frauen aus unterschiedlichsten Berufen stehen für einen halben Tag hinter Verkaufstischen. Halt, ein Mann ist auch dabei: Karl Giesler aus Zahrensdorf. „Als Hahn im Korb“, sagt er lachend. „Deshalb habe ich mich in die Ecke zurückgezogen.“ Giesler, vielen vom Adventsmarkt in der Tempziner Klosterkirche bekannt, beteiligt sich zum dritten Mal, mit seinen filigranen Holzarbeiten – und einem Akkordeon. Das wolle er auch verkaufen, denn ein zweites stehe noch zu Hause. Doch weil sich kein Abnehmer findet, spielt der Zahrensdorfer einige Stücke und sorgt für nicht eingeplante musikalische Begleitung des kleinen Markttreibens. Auf dem Tisch vor ihm steht in einer Reihe eine ganze Elchfamilie aus Sperrholz, und Eulen hat er auch. „Die sollen in sein, doch gekauft hat die keiner. Nach einem Schmetterling in Weiß wurde gefragt. Dann muss ich wohl davon welche machen“, sagt Giesler schmunzelnd.


Untereinander die besten Kundinnen


Seit fünf Jahren organisieren Frauen aus Langen Jarchow und Umgebung einen Frühlings- und einen Herbstflohmarkt. „Wir sind ein
gewisser Stamm von zehn Frauen, die das immer machen. Ein, zwei kommen meist dazu, dafür kann jemand anders mal nicht“, erklärt Kerstin Schlüter. Alle würden das vor allem aus Spaß an der Freud machen. „Untereinander sind wir die besten Kundinnen. Schon beim Aufbauen guckt jede, was ihr gefallen könnte“, sagt Schlüter. „Für den Müll ist das alles viel zu schade.“

Standgebühr müsse niemand bezahlen. Wer gut verkaufe, verdiene sich ein bisschen Taschengeld dazu, mehr auf keinen Fall. Christin Behrens aus Sternberg hat einiges gefunden, „Sachen für mich, Bücher für die Kleine, meine Mutter hat auch welche für sich gekauft“. Sie habe selbst beim Flohmarkt mitgemacht, doch mit Baby passe es derzeit nicht so recht. Clara sei sieben Monate alt. „Ich steige aber bestimmt wieder ein“, sagt die junge Sternbergerin.


Für manche Treffpunkt wie früher im Konsum


Der Zulauf ist zeitweilig verhalten. „Letztes Jahr im Herbst wurden wir förmlich überrannt. Aber da war es eher regnerisch. Bei dem Wetter heute machen einige vielleicht schon was im Garten“, überlegt Kerstin Schlüter. Andere würden möglicherweise Tagestouren zu offenen Töpfereien unternehmen.

Einige, die kommen, wollten gar nichts kaufen, sondern nur mal Leute treffen, die sie länger nicht gesehen hätten, und sich unterhalten, erzählt Schlüter. „Wie früher manchmal im Konsum.“ Die Möglichkeit dazu besteht in einem Nebenraum, in dem verschiedenste Sorten Kuchen aufgebaut sind, alle von den Frauen selbst gebacken. „Jede von uns bringt einen mit“, so Schlüter. Für Kaffee und Kuchen stehe eine Kasse des Vertrauens bereit. Damit habe es bislang nie Probleme gegeben. Das Geld werde dann verwahrt, um einmal gemeinsam schön essen zu gehen. Bei der Gelegenheit wird schon über den nächsten Flohmarkt gesprochen, natürlich nicht nur darüber, wenn Frauen schon mal unter sich sind.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen