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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

22. November 2017 | 12:24 Uhr

Sternberg-Dabel : Für häusliche Pflege im Einsatz

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Diakonie-Sozialstation Sternberg-Dabel feierte mit einem Festgottesdienst ihr 25-jähriges Bestehen. Die Mitgründerin und langjährige Leiterin Doris Fichelmann erhielt das Goldene Kronenkreuz.

von
erstellt am 24.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Vor dem ersten Hahnenschrei klingelt der Wecker, zu Hause schnell alles erledigen und los geht’s zur Station. Dort ist es 6 Uhr: Nach „Hallo“ oder „Guten Morgen“ blicken alle auf die Tourenpläne, sammeln Kundenschlüssel, Medikamente, Verbandsmaterial und viele kleine Dinge für den Tag ein. Nicht vergessen den Merkzettel mit den Medikamentenanforderungen für die Ärzte und Blumen für eine ältere Dame, die Geburtstag hat. So beginnt der Tagesablauf in der Diakonie-Sozialstation. Die Pflegefachkräfte Carola Lengert und Alexandra Borat hatten sich überlegt, den am Sonnabend beim Festgottesdienst zum 25-jährigen Bestehen der Einrichtung einmal zu schildern.

Im Alltag helfen, zuhören und bei Sorgen da sein

6.30 Uhr beginnt die Tour mit Auto oder gar auf dem Fahrrad. Ersteres ist kalt und wird auch nicht warm auf dem Weg zum ersten Kunden. Selbst bei den nächsten Beiden kommt noch der Satz: „Haben Sie aber kalte Hände.“ Der Vormittag gestaltet sich mit Blutzucker messen, Insulin spritzen, Tabletten verabreichen, Kompressionsstrümpfe anziehen, Verbände anlegen, Frühstück bereiten, waschen oder duschen und Modenschau: „Was ziehen Sie heute an?“ Dann heißt es einkaufen, Staub saugen, spazieren gehen, spielen und einfach nur da sein für die kleinen und großen Sorgen der Kunden, zuhören, Hände halten, beraten. Sind sie versorgt, geht es weiter, Arztbesuche absprechen, Rezepte anfordern, viel ausfüllen, unterschreiben und abstempeln. Um 11 Uhr haben einige Kolleginnen Feierabend, andere Pause bis zur Spätschicht, in der sich einiges wiederholt, anderes hinzu kommt. 16.30 Uhr geht die Tour für die Spätschicht los. Nach Abendbrot und „Gute Nacht“ sind die Kunden versorgt, auf der Station wird noch der nächste Tag vorbereitet. Wenn sich alle verabschieden, nimmt eine Kollegin das Telefon mit für einen nächtlichen Notfall, beendet Carola Lengert ihren locker gehaltenen Vortrag.

Die Diakonie-Sozialstation in der Güstrower Chaussee betreut mit 22 Mitarbeitern, darunter ein Mann, ambulant 140 Menschen in Sternberg und Umgebung. Eröffnet wurde sie am 20. Dezember 1990 unter dem Dach der Kirchengemeinde und mit großem Engagement von Doris Fichelmann, der langjährigen Leiterin. Seit dem 1. Januar 2015 ist es eine gemeinsame Einrichtung mit Dabel. Die dort von Astrid Lange geleitete Sozialstation war noch ein Vierteljahr vor der in Sternberg entstanden – als Erste in Mecklenburg-Vorpommern, und wie Pastorin Katrin Teuber erfahren haben will, sogar in ganz Ostdeutschland.

Den schwierigen Start im alten Sternberger Hospital, in kleinen Räumen mit Ofenheizung, und die folgende Entwicklung kennt Doris Fichelmann am besten. „Wir wollten einfach loslegen“, sagt sie ohne Umschweife. 1996 mit Einführung der Pflegeversicherung sei das Angebot erweitert worden und die Zahl der Mitarbeiter gestiegen. Im Jahr darauf war der Umzug in das heutige, seinerzeit neu hergerichtete Gebäude. 2004 habe mit deutlich gewachsenen Anforderungen, auch hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit, die Frage gestanden, wie es weitergehen solle. Die Kirchengemeinde sei überfordert gewesen, das Diakoniewerk im nördlichen Mecklenburg übernahm die Trägerschaft. „Das war der richtige Weg“, sagt Fichelmann. Sie gab 2012 die Leitung ab, weil ihr wegen ausufernder Büroarbeit kaum noch Zeit blieb zur Pflege von Menschen, ihrem ureigenen Anliegen als Krankenschwester. Im Sommer vorigen Jahres schied sie ganz aus, um in die Arztpraxis von Ehemann Eckhardt Fichelmann zu wechseln. Für ihre Verdienste bei Aufbau und Entwicklung der Sozialstation erhielt Doris Fichelmann am Sonnabend das Goldene Kronenkreuz, das Dankzeichen der Diakonie und Symbol der Verbundenheit zur Kirche.

Kollekte für Tätigkeit im südlichen Afrika

In der Pflege liegt Segen, von der Geburt an durch die Eltern bis „wir älter und älter werden“, sagte Pastorin Teuber in ihrer Andacht, die Ingrid Kuhlmann aus Dabel an der Orgel begleitete. Ebenso zollten Ulrike Diederichs, Vorsitzende des Kirchengemeinderates, Olaf Steinberg als stellvertretender Bürgermeister, die frühere Pastorin Cornelia Olgilvie und Kirsten Balzer, Geschäftsführerin des Diakoniewerks nördliches Mecklenburg, das zwischen Herrnburg im Nordwesten, Kühlungsborn, Tessin bei Rostock und Sternberg als südlichste Einrichtung tätig ist, der Sozialstation Sternberg-Dabel große Anerkennung für die häusliche Pflege hilfsbedürftiger Menschen. Die Kollekte geht an Christine Eisenhut, die zwei Jahre den diakonischen Dinest in der Region mit aufgebaut hat und nun im südlichen Afrika tätig ist.

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