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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

22. November 2017 | 12:26 Uhr

Hohen Pritz : Für den Sohn da: täglich, stündlich

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Klein Pritzerin Petra Bergau ist eine pflegende Angehörige für Menschen mit Handicap.

von
erstellt am 05.Aug.2014 | 16:40 Uhr

Jeden morgen in der Woche steht Mario Bergau um 5.30 Uhr auf. Mit einem Bus wird er zu seiner Arbeitsstelle befördert, die Werkstätten der Sternberger Außenstelle der Diakonie Dobbertin am Rachower Moor. Dort hat er eine sitzende Tätigkeit, verpackt und sortiert. Um 15.30 Uhr ist Feierabend und er wird nach Hause gefahren. Spielt am Computer, puzzelt, geht mit dem Hund spazieren – gemeinsam mit seiner Mutter Petra Bergau.

Mario ist seit seiner Geburt stumm, kann nicht sprechen, hat eine spastische Lähmung, die das Gehen und das Arbeiten mit den Händen erschwert. Er ist ein Mensch mit einem Handicap.

Jeden morgen in der Woche steht Mario Bergau um 5.30 Uhr auf. Mit einem Bus wird er zu seiner Arbeitsstelle befördert, die Werkstätten der Sternberger Außenstelle der Diakonie Dobbertin am Rachower Moor. Dort hat er eine sitzende Tätigkeit, verpackt und sortiert. Um 15.30 Uhr ist Feierabend und er wird nach Hause gefahren. Spielt am Computer, puzzelt, geht mit dem Hund spazieren – gemeinsam mit seiner Mutter Petra Bergau.

Mario ist seit seiner Geburt stumm, kann nicht sprechen, hat eine spastische Lähmung, die das Gehen und das Arbeiten mit den Händen erschwert. Er ist ein Mensch mit einem Handicap.

Geregelter Tagesablauf ist sehr wichtig „Mario hat einen festen, geregelten Tagesablauf. Das ist sehr wichtig für ihn. Jede kleinste Änderung wird sofort registriert“, erzählt seine Mutter. Sie ist für ihren Sohn da. Täglich. Stündlich.

Wenn der 31-Jährige von Montag bis Freitag in den Werkstätten ist, erledigt die Hohen Pritzerin Besorgungen. Freizeit und Ferienzeit verbrachte die Familie immer gemeinsam. „Wenn ich einmal dringend jemanden brauchte, der auf Mario aufpasst, ist meine Schwester eingesprungen. Das geht aber auch nur für ein paar Stunden, nicht über Tage“ fügt Petra Bergau an.

„Mario besuchte die Förderschule in Sternberg. Früher nahm ich die Ferienbetreuung in Anspruch. Heute gehen wir über den UNA-Verein gemeinsam schwimmen in die Dabeler Schwimmhalle im „Borsteltreff“, wir gehen bowlen ins Belasso in Schwerin und fahren zum Tanzen im Kreis nach Wittenförden. Wenn ich fahre, nehme ich gleich mehrere Gehandicapte mit“, so die Hohen Pritzerin, die seit vier Jahren ehrenamtlich bei UNA tätig ist.

Der „Familien-Entlastende Dienst“ hat seinen Hauptsitz in Wittenförden. Geschäftsführerin Elke Schröder gründete ihn 2006. Die Mitarbeiter des UNA kommen ins Haus und übernehmen nach Absprache die Betreuung des zu Pflegenden bzw. des Klienten stundenweise, tageweise, für ein Wochenende oder bei Wunsch in der Wittenförder Einrichtung.

In den Landkreisen Ludwigslust Parchim, Nordwestmecklenburg und Schwerin arbeiten über 40 ehrenamtliche und 22 fest angestellte Mitarbeiter. Sie flechten Netzwerke zu Menschen, die eine pflegende Person im Haushalt haben und freie Zeit benötigen.

„Unsere Firmenphilosophie ist es, nicht zu groß zu werden, die Fahrtwege der Klienten nicht zu weit werden zu lassen. Wenn wir eine Gruppe haben, die groß genug ist, spaltet sie sich ab. Das ist ein Prozess, der mehrere Jahre dauert. Hier sind Ehrenamtler sehr gefragt“, so die Koordinatorin.

Im Sternberger Raum ist Kerstin Schoof hinlänglich bekannt. Die Sonderpädagogin arbeitete früher in der Sternberger Förderschule, heute in Neukloster und engagiert sich im UNA Verein. „Unsere Klienten sind Kinder, Erwachsene und Senioren. Wir bieten neben der Betreuung in der häuslichen Umgebung, Freizeit-, Ferien- und Urlaubsbetreuung an.  Wir haben einen Begleitservice wie zu Arztbesuchen, therapeutischen Behandlungen, Behördengängen;  begleiten ins Kino, in öffentliche Einrichtungen oder zum Einkaufen. Wir sind beratend und vermittelnd tätig. Vor allem werden wir durch Mundpropaganda bekannt“, erzählt die Dablerin.

In zwei bis drei Jahren wird die Sternberger Gruppe soweit sein, dass sie selbstständig arbeiten kann. Räumlichkeiten gibt es zwar noch keine festen, um eine Tagesbetreuung außer Haus zu ermöglichen, aber im Jugendklub von „Dialog + Action“ hat man einen freundlichen Partner gefunden, wo man den Raum gemeinsam mit gehandicapten Menschen zur Freizeitgestaltung nutzen kann.

In Brüel gibt es eine Sportgruppe und Holzarbeitsgruppe unter ehrenamtlicher Leitung von Harry Barth aus Wendorf. Das Projekt zum Ausbau eines Netzwerkes für gehandicapte Kinder und Jugendliche wird finanziell unterstützt von der Stiftung „help and hope“ aus Bönen (Nordrhein-Westfalen).  

„Bisher habe ich den UNA- Verein noch nicht für längere Zwecke in Anspruch genommen. Ich weiß aber, dass ich Hilfe für 28 Tage in Anspruch nehmen könnte. Die Leistungen werden über die Pflegekasse der Krankenkasse getragen. Der Satz ist gesetzlich festgelegt“, sagt Petra Bergau.

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