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Geld aus Feuerschutzsteuer : Für bessere Einsatzbereitschaft

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Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Kommunen Mustin und Sternberg erhalten vom Landkreis insgesamt 135 000 Euro für ihre Freiwilligen Feuerwehren

svz.de von
erstellt am 10.Nov.2017 | 21:00 Uhr

Seit Donnerstag ist die Gemeinde Mustin ihrem Ziel einen Schritt näher, ein neues Tanklöschfahrzeug anzuschaffen. Der zweite stellvertretende Landrat Günther Matschoß übergab einen Bescheid in Höhe von 50 000 Euro aus Mitteln der Feuerschutzsteuer des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Sternberg erhielt aus demselben Budget 85 000 Euro für den Kauf eines Logistik- und Ausrüstungswagens für die Feuerwehr der Stadt.

Schon seit acht Jahren bemüht sich die Gemeinde Mustin darum, ihr jetziges Löschfahrzeug zu ersetzen, das zwar ein schön anzusehender Oldie von 1961 ist, aber immer weniger den Erfordernissen moderner Brandbekämpfung entspricht. Das neue Fahrzeug soll nach dem Willen von Gemeinde, Freiwilliger Feuerwehr, Amtswehrführer Olaf Schröder und dem Amt Sternberger Seenlandschaft Allrad-Antrieb und Geländereifen haben, um problemlos zu Einsätzen in den weitläufigen Wäldern des Gemeindegebietes mit seinen fünf Ortsteilen zu kommen, und es soll mindestens 3000 Liter Löschwasser fassen.

„Wir sind erst einmal zufrieden“, sagte Mustins Bürgermeister Berthold Löbel bei der symbolischen Übergabe des Geldes. Auch wenn Kreis und Land nur die Anschaffung eines Löschfahrzeugs ohne Allradantrieb unterstützen wollen. „Wenn es nicht mehr Geld gibt, haben wir eine eigene Lösung parat, da sind wir uns einig“, meinte er in Richtung seiner anwesenden Gemeindevertreter und Wehrführer Michael Kunst mit seinem Stellvertreter Christoph Renner, die zustimmend nickten. „Denn Allrad muss sein und auch das Fassungsvermögen von 3000 Litern Löschwasser. Ich habe als Landwirt genug Brände miterlebt.“ Er erinnerte an einen Mähdrescherbrand in der Nachbargemeinde, die zum Landkreis Rostock gehört, bei dem acht Wehren dem Abbrennen eines Mähdreschers zusehen mussten, weil ihr Löschwasser nicht zu einer weiteren Bekämpfung des Brandes ausgereicht hatte.

Für das neue Löschfahrzeug, das mehr als 150 000 Euro kosten wird, wurden zudem 50 000 Euro Förderung beim Land beantragt. Den Rest bezahlt die Gemeinde Mustin aus eigenen Mitteln. Das Geld sei schon lange im Haushalt eingeplant, erklärte das Gemeindeoberhaupt. Ziel sei es, „das Fahrzeug im Februar 2019 auf dem Hof zu haben“, zur Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Mustin mit 20 Aktiven. „2002 war unsere Feuerwehr fast am Ende“, wurde Berthold Löbel dann noch emotional. „Am Ende konnten wir die Kameraden durch den Bau eines Gemeinde- und Gerätehauses, durch eine neue Spritze und durch die Arbeit an der Beschaffung eines neuen Feuerwehrautos motivieren weiterzumachen. Die bleiben jetzt bei der Stange, weil sie wissen, das Auto kommt. Das hat ja schon keiner mehr geglaubt, dass wird das erreichen.“ Die Feuerwehr sei außerdem die Institution in Mustin, die etwas bewege, sie organisiere zahlreiche kulturelle Veranstaltungen und helfe auch, wenn die Sirene nicht geht. „Das funktioniert nur, wenn ich die Leute motiviert bekomme, da mitzumachen.“

Dem stimmte auch Sternbergs Bürgermeister Armin Taubenheim zu: „Es nützt nichts, wenn die Brandschutzbekämpfung im Gesetz steht, wenn ich die Menschen nicht motivieren kann, dieses Ehrenamt auszuüben.“ Sternberg hat das Geld für die Beschaffung des neuen Logistik- und Ausrüstungswagens erst 2016 beantragt. „Mit diesem Spezialfahrzeug ist auch ein überörtlicher Einsatz gewährleistet“, so Sternbergs Wehrführer Eckardt Meyer. „Damit können beispielsweise längere Schläuche transportiert werden oder zusätzliche Beleuchtung.“

Er war sich mit Amtswehrführer Olaf Schröder und den beiden Bürgermeistern einig, dass der Beschaffungsprozess für Feuerwehrfahrzeuge zu lange dauere. „Wenn auch das Geld vom Land da ist, dauert die Anschaffung noch einmal ein Jahr. Das ging früher im Altkreis Parchim schneller.“ Obwohl der Kreis die Kalkulation für die Anschaffung eingehend geprüft habe, würde das jetzt auch noch einmal mit dem Leistungsverzeichnis passieren, und dann müsste europaweit ausgeschrieben werden, erklärte Berthold Löbel. Dabei stünden in Berlin Fahrzeuge, die sofort gekauft werden könnten.

„Man kann es auch kompliziert machen“, kritisierte Amtswehrführer Olaf Schröder.

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