Brüel : Führerschein für Grundschüler

Die Mädchen und Jungen aus den beiden vierten Klassen der Grundschule Brüel absolvierten gestern ihre praktische Fahrradprüfung.  Fotos: Rüdiger Rump
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Die Mädchen und Jungen aus den beiden vierten Klassen der Grundschule Brüel absolvierten gestern ihre praktische Fahrradprüfung. Fotos: Rüdiger Rump

Brüeler Viertklässler bekommen nach theoretischer und praktischer Prüfung durch Präventionsbeamte der Polizei einen Fahrradpass.

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08. September 2015, 20:24 Uhr

Gleichgewicht halten, links abbiegen, vorher Schulterblick, mit der Hand anzeigen und rechtzeitig einordnen, Kurven und dann über ein Brett mit Querlatten fahren sowie am Ende über eine Holzwippe: Der Kurs für die Fahrradprüfung ist mit Schwierigkeiten gespickt. Er soll simulieren, was jedem Radfahrer tagtäglich begegnen kann. Die beiden vierten Klassen der Brüeler Grundschule hatten gestern in der landesweiten Aktion „Sattelfest“ ihre praktische Prüfung für den Fahrradpass.

Die Kinder sind jetzt etwa zehn Jahre, also in dem Alter, in dem sie laut Straßenverkehrsordnung mit dem Fahrrad nicht mehr den Gehweg benutzen dürfen, sondern auf der Straße fahren müssen,
sofern es keinen Radweg gibt, begründen die Präventionsbeamten Eckard Tackmann und Kathleen Guder von der Polizeiinspektion Ludwigslust diese Art der Verkehrserziehung. Sie haben sich mit ihren Kollegen den Landkreis Ludwigslust-Parchim für alle vierten Klassen ein wenig aufgeteilt. Gestern mit dabei auch Frauke Waghals vom Eldenburg-Gymnasium Lübz. Sie absolviert eine Woche ein Schülerpraktikum bei der Polizei und findet das „super interessant“.

Die Vorbereitung auf diesen Vormittag habe bereits in der dritten Klasse begonnen und sei in der ersten Schulwoche aufgefrischt worden, erklärt Silke Aselmeyer, Klassenleiterin der 4a. Für sie und ihre Kollegin Sandra Sulkowski von der 4b ist die Verkehrserziehung „ganz wichtig“, so Aselmeyer, damit sich die Kinder sicher auf der Straße bewegen. Das sei für sie wie ein Führerschein. Zwar gäbe es bei falschem Verhalten keine Punkte in Flensburg, doch ein kleiner Fehler könne „verheerende Folgen“ haben, sagt Aselmeyer. „Das versuchen wir den Kindern bewusst zu machen.“ Deshalb gäbe es bei den Prüfungen auch kein „Augen zu und durch“, betont Eckard Tackmann. Tags zuvor war in zwei Schulstunden Verkehrsunterricht, bevor die theoretische Prüfung anstand. Wie die Erwachsenen, die Auto oder Motorrad fahren wollen, hatten die Schüler die Antworten auf einem Prüfungsbogen anzukreuzen, so Kathleen Guder. Schwerpunkt: Vorfahrt. „In meiner Klasse ist es gut gelaufen“, freut sich Tackmann. Bei ihr müssten zwei Kinder noch mal ran, doch das sei völlig normal, fügt Guder an. Das passiere den Großen bei der Prüfung für den Führerschein auch oft genug. Daher gäbe es nun mal eine Wiederholung. „Vorher hat eines der beiden Kinder alles gut erklärt, aber dann war die Aufregung wohl zu groß. Bei der Wiederholungsarbeit sehe ich gar kein Problem“, meint die junge Präventionsbeamtin. Die Kinder bekommen den ausgewerteten Prüfungsbogen mit nach Hause, damit die Eltern wissen, auf welchem Gebiet sie mit ihrem Kind vielleicht üben sollten.

Die praktische Prüfung fahren aus einer Klasse drei Kinder gleich noch einmal. Es sei schnell zu sehen, ob Kinder zu Hause ein Fahrrad haben und es öfter nutzen oder nicht, sind sich Präventionsbeamte und Klassenleiterinnen einig. Erstere sparen nicht mit Anerkennung, machen Mut oder greifen bei einem Wackler rasch ein. Schließlich sei es nicht Sinn der Sache, dass die Kinder bei etwas Unsicherheit Angst vor dem Radfahren bekommen; im Gegenteil, die solle ihnen genommen werden – und auch die vor der Polizei. „Ob im theoretischen Unterricht oder hier in der Praxis sind die Kinder sehr interessiert. Das macht richtig Spaß“, meint Tackmann.

Maya Krause hat 19 von 20 Punkten eingefahren und sicher bestanden. Sie sei vorher „sehr aufgeregt“ gewesen und finde es nun schön, die Prüfung geschafft zu haben. Maya wohnt in Langen Jarchow und fährt oft mit dem Fahrrad zum Reiten in Häven. Oder wenn es heiß ist, holt sie ihre Freundin Nele Jolitz aus Zahrensdorf ab, um zum Keezer See zu radeln. Johanna Zimmer aus Sülten fährt mit dem Rad zu ihrer Freundin im Dorf oder manchmal auch am Wochenende mit der Schwester und ganzen Familie in die Umgebung. Auch Johanna hat die Prüfung mit Bravour bestanden.

Heute haben die ersten bis dritten Klassen der Brüeler Grundschule Verkehrserziehung.

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