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Limousinrinder in Witzin : Frühjahrskälber flitzen übermütig über die Weide

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Flugs steht Max auf und läuft ein paar Schritte mit seinen vier Beinen über die Winterweide zu seiner Mutter. Max ist das jüngste Kalb in der Herde der Limousinrinder von Uwe Johansen in Witzin.

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erstellt am 27.Apr.2012 | 10:08 Uhr

Witzin | Flugs steht Max auf und läuft ein paar Schritte mit seinen vier Beinen über die Winterweide zu seiner Mutter. Max ist das jüngste Kalb in der Herde der Limousinrinder von Uwe Johansen in Witzin.

Gleich steckt das Bullenkälbchen den Kopf unter den Bauch der Mutterkuh und beginnt an den Strichen des Euters zu saugen. Seine Spielkameradin Nena hat sich vor die Kuh gestellt und schaut aus sicherer Entfernung dem Treiben hinter dem Koppelzaun zu. Max ist am 17. April und Nena am 2. April zur Welt gekommen. Sie sind die ersten Frühjahrskälber in der 28 Tiere starken Mutterkuhherde. Neun Kälber kamen im November und Dezember des vergangenen Jahres zur Welt und werden Winterkälber genannt, erklärt Johansen.

Er übernahm 2010 die Mutterkuhherde eines Halters aus dem Ort mit acht Tieren und dazugehöriger alter Technik. Der 42-jährige Immobilien-Projektentwickler erklärt: "Im Oktober 2011 habe ich dann alle Tiere verkauft, die ja Kreuzungsrinder waren. Ich habe mir mit 17 Limousinkühen und einem Bullen eine Herdbuchzuchtherde angeschafft und bin Mitglied im Rinderzuchtverband."

Diese Fleischrindrasse bringt ihre Kälber leicht zur Welt, meistens in den Abendstunden allein auf der Weide. Die Tiere haben ein Geburtsgewicht von 38 bis 40 Kilogramm. Einmal haben die Töchter Nina und Anna beim Kalben zusehen können. Sie waren sehr beeindruckt. Allerdings erlebte der Neu-Landwirt auch einen Gebärmuttervorfall einer Kuh, die eine Totgeburt zur Welt brachte. Die Mutterkuh konnte gerettet werden.

Hilfe bekommt Johansen von einem Bekannten aus dem Ort. Der steht ihm fachlich mit Rat und Tat zur Seite, übernimmt die Aufsicht, wenn die Familie kurzzeitig unterwegs ist und hilft beim Einfangen der Kälber, wenn diese ihre Ohrmarken verpasst bekommen. Das geschieht innerhalb von zwei Tagen nach der Geburt.

Zweimal am Tage schaut Johansen zu seinen Tieren.

Auf einer Wiese nebenan kommen Klaus und Heidi angerannt. Ihre Hängeohren wackeln dabei hin und her. Sie sind neugierig, wie es Ziegen nun einmal sind. Die beiden weißbraunen Burenziegen stammen aus dem Schweriner Zoo und haben in Witzin eine neue Heimat gefunden. Sie sind aber nicht die einzigen ihrer Art, die in dem landwirtschaftlichen Betrieb gehalten werden. Bei Groß Raden hält Johansen seit einem Jahr 28 Tiere der afrikanischen Ziegenrasse. Auch hier stellen sich seit drei Wochen die kleinen Lämmer ein.

Mit einem Pferd für Tochter Anna hat alles begonnen, erzählt Johansen. Zwei Reitponys für die Mädchen, eine Stute der Rasse Oldenburger und ein Mecklenburger Warmblut laufen auf der Wiese hinterm Haus. Ein Hengstfohlen der Mecklenburger Stute springt an der Seite der Mutter munter über das Areal. In den nächsten Tagen wird auch die Oldenburger Fuchsstute ihr Fohlen setzen. Fünf Katzen fühlen sich ebenfalls wohl am Johansen’schen Gehöft. Hündin Frieda begleitet den Landwirt stets zu der Rinderherde.

Die Familie lebt in der Alten Schule, neben der Kirche im Ort. Dass der Rostocker nach Witzin umgesiedelt ist, kommt nicht von ungefähr. "In der alten Schule drückte mein Großvater die Schulbank. Wir wohnen heute in dem Gebäude. Mein Urgroßvater war hier Domänenpächter. Wir kauften das Gelände vor einigen Jahren und siedelten 2008 endgültig nach Witzin um", erzählt Johansen. Er hat sein Büro auf dem Hof, genießt den Blick ins Grüne und schaut auf den Mühlensee hinaus. "Wir sind gerade in der Öko-Umstellungsphase. Zwei Jahre dauert das. Im Mai nächsten Jahres bekommen wir die Zertifizierung als Bio-Betrieb", sagt er.

Knapp 35 Hektar Weide gehören zum landwirtschaftlichen Betrieb. Ein Teil wird als Weideland genutzt, der andere Teil zur Futtergewinnung, als Mähweide. Am Rand der Winterkoppel liegen Rundballen mit Silage und Heu.

Zwei Silageballen frisst die Herde Limousinrinder täglich auf. Wenn umgekoppelt wird auf die Sommerweide, füttert der Landwirt Heu als Raufuttergabe dazu.

Ein paar Tage wird es bis zum Umkoppeln noch dauern. Bis dahin tollen Anja, Nena, Nele, Matti, Maik, Max und die anderen Kälber auf der Winterweide umher oder legen sich ins Stroh und dösen in der Sonne. Bewacht von ihren Müttern und dem Bullenvater Mirko. Übrigens bekommen die männlichen Kälber den Anfangsbuchstaben des Vaters, die weiblichen den der Mutter.

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