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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

22. November 2017 | 16:11 Uhr

Borkow : ,Freut man sich ganze Woche drauf‘

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Seniorinnen der Gemeinde Borkow erleichtert: Die Spielenachmittage und andere Veranstaltungen gehen trotz Wegfalls der Bufdi-Stelle weiter.

von
erstellt am 14.Jan.2015 | 17:17 Uhr

Die Sorge war groß in Borkow und den Ortsteilen, dass die beliebten Spielnachmittage für die Rentnerinnen sowie die anderen Veranstaltungen im Dorfgemeinschaftshaus am ehemaligen Bahnhof nicht mehr stattfinden könnten. Die für ein Jahr befristete so genannte Bufdi-Stelle von Eva Auestergerling war zum 31. Dezember ausgelaufen. Und die Bemühungen von Bürgermeisterin Regina Rosenfeld, an eine neue Stelle im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes zu kommen, waren nicht von Erfolg gekrönt. „Für 2015 gibt es in ganz Deutschland nur 1000 Bufdi-Stellen“, so Rosenfeld. An einem Montag morgens um
6 Uhr konnte man anrufen, „nicht früher. Um 6.45 Uhr bereits waren alle 1000 Stellen weg. Da war einfach kein Rankommen“, so die Bürgermeisterin gegenüber SVZ.

Eva Auestergerling sagt dazu: „Ende des Jahres stand alles in den Sternen. Beim Frauenfrühstück kurz vor Weihnachten hieß es erst, man werde kurzfristig eine Lösung finden. Dann hieß es: April, April… Erst Anfang des Jahres wurde entschieden, dass es weitergeht.“ Die Lösung ist folgende: Die Stelle wird privat über Spenden finanziert und über die Gemeinde vertraglich untersetzt.

Auestergerling ist erleichtert: „Ich betreue nicht nur die Damen, ich behüte auch das Haus“, sagt sie mit verschmitztem Lächeln und fügt hinzu: „Es wäre einfach zu schade, wenn die Leute auseinander gehen würden. Privat und reihum hat keine solch einen großen Raum.“ Und die „Bildung kleiner Klicken“ fände sie auch nicht gut.

Da ist es so viel, viel schöner, betonen die 20 am Dienstag zum Spielnachmittag gekommenen Frauen aus Borkow, Schlowe, Woserin, Neu Woserin und Holzendorf. Ja, zwei kamen gar aus Sternberg. „Inge und Inge“, schallt es durch die Runde. Knoll bzw. Mischkewitz mit Nachnamen. „Hier ist es schön zum Spielen“, begründet Letztere. Und die Neu Woserinerin Paula Luther trifft den Nagel auf den Kopf: „Da freut man sich die ganze Woche drauf“, woraufhin Doris Schmidt aus Holzendorf hinzufügt: „Kein Termin beim Arzt wird darauf gelegt.“

Paula Luther verkündet den Ablauf beim Borkower Frauentreff ganz ohne Männer („Die haben Angst“, so Inge Mischkewitz): „Erst wird Kaffee getrunken, dann geschnattert und dann geht’s los!“ Mit dem Rommikub-Spielen (siehe „Stichwort“). Dieses Zahlenlegespiel ist hier der absolute Favorit. Auch für die fast 85-jährige Dora Pringal aus Woserin. Vom Rommikub hat sich selbst Eva Auestergerling „anstecken lassen“. Dennoch überlegt sie, ob sie ihre Damen „nicht doch mal wieder nach langer Zeit fürs Knobeln begeistern kann“.

Neben den Spielenachmittagen dienstags und donnerstags bietet Auestergerling am Montag kreatives Arbeiten an. „Zur Zeit wird gefilzt. Leider sind wir derzeit nur zu fünft.“ Montagabend ist Sportgruppe angesagt und donnerstags trifft sich der Chor. Im Dorf ist einiges los – und das soll nicht abreißen. „Schön, dass es weitergeht“, so die Borkowerin Erika Thiel. 

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