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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

20. November 2017 | 07:11 Uhr

Brüel : Freizeitmöbel in zwei Schichten

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Das Brüeler Unternehmen fertigt große und kleine Serien. Gleichzeitig sind Neuentwicklungen für das nächste Geschäftsjahr ab September in Arbeit.

von
erstellt am 06.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Die Produktion läuft auf vollen Touren, fünf Tage in der Woche in zwei Schichten, dazu eine am Sonnabend. Das werde bis Ende März/Anfang April so bleiben, sagt Gerhard Diedrich, Geschäftsführer der MFG Mecklenburger Freizeitmöbel GmbH Brüel. Die Auftragslage sei „nicht schlecht“, bleibt er auf dem Boden. Allerdings sei der Krankenstand zu spüren.

In der Branche wirke der vorige Sommer, der nicht mit Superwetter geglänzt habe, bis jetzt nach. In den großen Discountern und Baumarktketten laufe jetzt die geplante Werbung und werde die Erstausstattung für die Freiluftsaison benötigt. Was danach komme, sei „wetterfühlig“, weiß Diedrich aus Erfahrung. Wenn im März die Sonne öfter scheine, gebe es gleich „einen Ruck“.


Hollywoodschaukeln wieder im Kommen


MFG, vor fünf Jahren durch Werk II im Gewerbegebiet an der B 104 erweitert, stellt Freizeitmöbel in großen Serien her, dazu kleine Stückzahlen mit speziellen Farben sowie Sonderserien auf besonderen Kundenwunsch. Ein Discounter habe, so Diedrich, rund 70 000 Stehtische eines Typs bestellt. Großserien laufen auch bei Gartentischen sowie bei Hollywoodschaukeln, die wieder gefragter seien. Was die Farben betrifft, habe sich der Geschmack zuletzt kaum verändert. Anthrazit dominiere, Weiß gewinne Anteile zurück. Hinzu kämen „ein bisschen Blau und Grün“; Rot und Braun, vor einigen Jahren weit vorn in der Gunst, seien dagegen „völlig out“, wie Marc Diedrich sagt, der Sohn vom Chef und unter anderem für den Einkauf zuständig.

MFG habe derzeit insgesamt 81 Mitarbeiter. Wobei es schwieriger geworden sei, in der Region Saisonkräfte zu finden, so dass der Betrieb mit auf Leiharbeiter zurückgreife. Der Mindestlohn habe die Personalkosten ansteigen lassen. Aber nicht nur diese seien nach oben gegangen, die Frachtraten für Material und Komponenten, die der Betrieb aus China bezieht, hätten sich nahezu verdoppelt, die Stahlpreise ebenfalls erhöht. Das gelte jedoch genauso für die Konkurrenz. Und anders als dieser komme Brüel bei Sitzmöbeln der schwache Kurs des Euro gegenüber dem Dollar zugute. Vor anderthalb Jahren sei der „nach unten gefeuert“ und nun noch einmal um zehn Prozent gegenüber 2016 gefallen. „Wir kaufen die Komponenten auch auf Dollarbasis, aber die Wertschöpfung passiert hier“, erklärt Diedrich. Dagegen produzierten 80 Prozent der Branche in Fernost und damit auf Dollarbasis. Das bedeute, die Mitbewerber müssten die Preise für ihre Artikel anheben. „Wir auch, aber nicht in dem Maße“, so der MFG-Geschäftsführer. Aufmerksam verfolge er, wie die „recht aggressive“ Konkurrenz in Südeuropa reagiere. Hersteller in Deutschland seien mittlerweile an einer Hand abzuzählen. Inzwischen kämen sämtliche Freizeitmöbel aus Streckmetall, ob Stapelstühle, Klappsessel oder Tischplatte, auf denen Made in Germany steht, aus Brüel. Die großen Verbrauchermärkte würden sie unter einem Eigennamen anbieten.

Neuentwicklungen sollen die Marktposition weiter stärken. „Natürlich läuft nicht alles rund, mal sind auch Tiefschläge zu verdauen, weil sich die Erwartungen nicht erfüllen“, räumt der MFG-Chef ein. „Daran wird getüftelt, ein Projekt stirbt auch mal, weil es nicht in die Zeit passt.“ Von
einer neuen Tischgeneration mit speziellen Outdoorplatten ist er dagegen voll überzeugt. Vorverhandlungen hätten das bestätigt. 1,60 mal 1,90 Meter groß, sei der Tisch ausziehbar auf 2,20 Meter, das Gestell edelpulverbeschichtet.


Kooperationspartner bei neuen Sitzmöbeln


Die neue Beschichtungsanlage, nach dem Brand Ende November 2015 mit modernster Technologie aufgebaut, leiste beste Qualität. Derzeit würden Muster für den Qualitätstest gebaut, um die Neuentwicklung noch in diesem Monat Kunden vorzustellen und sie ab nächste Saison zu produzieren. Die reicht bei MFG von Oktober/November bis Mai/ Juni, ein Geschäftsjahr von September bis August.

Ein weiteres Projekt seien höherwertige Sitzmöbel mit neu entwickeltem, pulverbeschichtetem Aluminiumgestell und wetterfestem Gewebe (Textilene). Dazu laufe auf dem Schweißroboter eine Versuchsphase für Aluminium. Und MFG arbeitet mit Kooperationspartnern aus der Nähe von Rostock und in Sachsen zusammen. Deren ingenieurtechnischen Leistungen würden zur Hälfte gefördert. Doch zunächst hoffen die Brüeler auf Sonne, die weitere Aufträge bringen würde.

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