Warin : Flüchtlingspolitik des Nordwestkreises kritisiert

Michael  Ankermann
Michael Ankermann

Der Wariner Bürgermeister vermisst Angaben bei Zuweisungen: So ist keine Willkommenskultur machbar. In der Stadt hat sich ein Flüchtlingshilfeverein gegründet.

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11. September 2015, 21:03 Uhr

Scharf kritisiert hat der Wariner Bürgermeister Michael Ankermann auf der Sitzung der Stadtvertretung am Donnerstagabend den Landkreis Nordwestmecklenburg in der Flüchtlingsproblematik. Derzeit leben um die 30 Menschen aus Ghana, Vietnam, Albanien und Mazedonien in privaten Wohnblocks in Waldeck. Kürzlich seien drei in ihre Heimat zurückgekehrt, dafür jedoch andere vom Landkreis untergebracht worden.

Als einzige Angaben zu Neuankommenden erfahre die Stadt beispielsweise, dass es sich bei um eine männliche und eine weibliche Person aus Albanien handele und wie alt sie seien. „So geht das nicht“, erbost sich Ankermann, er sei „völlig unzufrieden“. Die Stadt bemühe sich sehr um Willkommenskultur, doch bei diesem Verhalten des Landkreises sei die einfach nicht möglich.

„Es ist eine kommunale Aufgabe, die auch die Einwohner vor eine neue Situation stellt. Wir wissen, dass wir damit umzugehen haben“, so Ankermann. Aus einem Runden Tisch, der sich beizeiten um die Unterstützung für die in Waldeck untergebrachten Asylbewerber gekümmert hat, sei der Flüchtlingshilfeverein Warin e.V. hervorgegangen. Dieser übernehme eine Unmenge an Arbeit, die zweifellos damit verbunden sei und von Stadtvertretung wie Verwaltung nicht zu leisten sei, sagt der Bürgermeister anerkennend. „Ich denke, damit hat Warin Vorbildwirkung im ganzen Land.“ Dem Vorstand gehören Arp Fittschen und Martin Grafenberger aus Warin sowie Barbara Reimer aus Bibow an.

Wenn dem Landkreis nicht gleich Informationen zu den Asylbewerbern vorliegen, so Ankermann, „kann er die doch nachschieben“. Es wäre jedenfalls hilfreich zu wissen, wenn unter den Asylbewerbern beispielsweise ein Arzt wäre. „Er müsste nicht die Behandlung anderer Asylbewerber erledigen, könnte aber untereinander unkompliziert Hilfe leisten.“ Ähnlich sehe er das bei anderen Berufsgruppen, die einbezogen werden könnten, etwa zur Betreuung von Kindern – wenn bekannt wäre, was sie vorher gemacht haben. Es gehe gegenwärtig nicht um Integration, sondern einfach um Hilfestellung im Alltag. Asylbewerber kämen aus völlig anderen Lebensbereichen und hätten es schwer, sich hier zurechtzufinden. Sie hätten zum Beispiel Anspruch auf einen Kita-Platz, sagt Ankermann. Die Stadt leiste ihren Anteil und der Landkreis sei genauso in der Pflicht.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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