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Anzeiger für Sternberg, Brüel, Warin

23. November 2017 | 16:16 Uhr

Sternberg : Flächentausch an den Oberen Seen

vom
Aus der Redaktion des Anzeiger für Sternberg – Brüel – Warin

Die Stadt strebt eine Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Umwelt an – ohne Einschränkungen bei der Freizeitnutzung. Ein Fachbeirat soll für Transparenz sorgen und Impulse geben.

von
erstellt am 04.Okt.2017 | 21:00 Uhr

In freier Natur spazieren oder mit dem Hund gehen, an geführten Wanderungen teilnehmen, baden, angeln oder mit dem Rad fahren – das Gebiet der Oberen Seen am Stadtrand von Sternberg bietet vielfältige Möglichkeiten. Es umfasst insgesamt 178 Hektar mit einer für die Region einmaligen Pflanzen- und Tierwelt. Die Flächen verteilen sich jedoch auf mehrere Eigentümer und sind überwiegend verpachtet. Und hier liegt die Krux. Die Pächter haben sich vertraglich verpflichtet, die Vegetation in ihrer Art zu erhalten und eine Verbuschung zu verhindern, doch zu 100 Prozent ist das keinem gelungen, hat Bürgermeister Armin Taubenheim festgestellt. In seinem Bericht an die Stadtvertretung ist er darauf eingegangen.
 

Es werde nach Lösungen gesucht, die Natur zu erhalten und eventuell touristisch zu erschließen. Dazu sei Kontakt zur Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) aufgenommen worden, die bereits im Kaarzer Holz tätig ist. Die DBU, die sich bei ihren Vorhaben zum Schutz der Umwelt von ökologischen und ökonomischen wie sozialen und kulturellen Aspekten leiten lässt, wolle jedoch möglichst wenig Ansprechpartner haben, erklärt Taubenheim. Deshalb wurde ein freiwilliger Austausch ins Auge gefasst, um die vielen Splitterflächen einzelner Eigentümer zusammenlegen zu können. Sie müssten nicht neu vermessen werden, so dass auch keine zusätzlichen Kosten entstünden. Nach Gesprächen mit den Eigentümern könnten damit alle leben, sagt der Sternberger Bürgermeister. Im nichtöffentlichen Teil fasste die Stadtvertretung nun einen entsprechenden Beschluss. Das sei der erste Schritt gewesen, um verhandlungsfähig zu sein

Die DBU sei finanziell stark genug, um ein Gebiet wie an den Oberen Seen nachhaltig betreuen und touristisch erschließen zu können. Sie setze jedoch „strenge Maßstäbe an, was die Nutzung betrifft“, räumt der Bürgermeister ein. Im Kaarzer Holz hat das zu Unmut bei Bürgern geführt, als es dort auf einmal zu einer Reihe von Einschränkungen kam – bis dahin, dass das Pilze sammeln verwehrt wurde (wir berichteten).

Das soll sich im Gebiet der Oberen Seen nicht wiederholen, betont der Bürgermeister. Der Einfluss von Stadt und anderen Eigentümern der getauschten Flächen müsse gewahrt bleiben. Die Badestelle am Oberen See gehöre der Stadt. „Nie im Leben geben wir die aus der Hand“, versichert Taubenheim. Auch das Angeln oder das Jagdrecht müssten erhalten bleiben, von den Wanderwegen gar nicht zu reden.

Ein Fachbeirat könne für Transparenz sorgen sowie Impulse für eine naturverträgliche touristische Entwicklung geben. Dessen Bildung haben nun sowohl die Sternberger Stadtvertretung als auch die Gemeindevertretung Kobrow zugestimmt. Die Initiative war von der
Gemeinde Weitendorf ausgegangen, sagt Taubenheim. Denn wie sich herausgestellt habe, hätten bei der Naturerbefläche Kaarzer Holz mit rund 2800 Hektar die umliegenden Gemeinden bislang keine Möglichkeit zur Einflussnahme auf die Tätigkeit der Bundesstiftung.

 

Kommentar von Rüdiger Rump

Wird in einer Kommune davon gesprochen, Flächen zu tauschen, schrillen bei manchem die Alarmglocken. Verständlich, nicht nur einmal ist eine Seite übervorteilt worden. Meist die Kommune, wenn die selbst beteiligt war. Jetzt gibt es einen ganz anderen Hintergrund, und der leuchtet ein. Dass sich die Stadt mit wenigen Partnern, denen zusammenhängende Flächen gehören, Einfluss auf die weitere Entwicklung im Gebiet der Oberen Seen sichern will, ist dringend geboten. Das zeigen die Erfahrungen aus dem Kaarzer Holz. Hoffentlich bleibt die Stadt konsequent, sollte die Bundesstiftung nur ihre Interessen sehen. Und wenn vielleicht eine völlig neue Lösung gefunden werden muss.

 

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