Alt Schlagsdorf : Fischer muss an Land bleiben

<fettakgl>Flickarbeiten an der Reuse</fettakgl> statt Fang auf dem See: Fischer Walter Piehl muss aus der Not eine Tugend machen.<foto>Werner Mett</foto>
Flickarbeiten an der Reuse statt Fang auf dem See: Fischer Walter Piehl muss aus der Not eine Tugend machen.Werner Mett

Walter Piehl konnte Ostern immer selbst gefangenen Fisch anbieten. Wegen des anhaltenden Winters können die Boote in diesem Jahr aber nicht auslaufen. Daher muss der Fischer aus Alt Schlagsdorf beim Großhandel einkaufen.

svz.de von
22. März 2013, 10:21 Uhr

Alt Schlagsdorf | Zu Ostern kommt in vielen Familien Fisch auf den Tisch - am besten aus dem See vor der Haustür. "Das klappt in diesem Jahr aber nicht so wie erhofft", bedauert Fischer Walter Piehl aus Alt Schlagsdorf. Der 56-Jährige kann derzeit nicht einen Fisch aus seinen Gewässern holen. Um seinen Kunden dennoch Hecht, Karpfen und Barsch, diese Fische sind besonders gefragt, anbieten zu können, muss Walter Piehl beim Großhandel zukaufen.

Schuld daran ist das lang anhaltende Winterwetter. "Und das macht nicht nur mir einen Strich durch die Rechnung", weiß der Alt Schlagsdorfer. Die meisten Fischer bleiben an Land. Denn die Gefahr, Boote und Netze zu beschädigen, ist einfach zu groß. Und der Fangerfolg auf dem See nicht gesichert.

Gegen einen richtigen Winter haben die Fischer nichts. Schließlich arbeiten sie mit und in der Natur. Aber dieser Winter war eben kein richtiger. "Es gab zwar Forst, aber die Seen sind nicht zugefroren", blickt Walter Piehl zurück. Denn dann wäre das Eisfischen eine Alternative gewesen. "Einmal haben wir das versucht. Aber es ging nicht", erzählt Walter Piehl. "Das Eis hat nicht getragen." Zwischendurch gab es immer wieder ein paar Tage mit Tauwetter. Da schmolz das Eis auf den Seen - aber nicht komplett. "Ende Januar haben wir es mit dem Zugnetz auf dem Labenzer See versucht. Das mussten wir abbrechen." Mitte Februar wagte das Team um den Alt Schlagsdorfer Fischer einen erneuten Anlauf - auch der war vergeblich. Die neuen Stellnetze stellte er noch nicht auf. "500 Meter habe ich gekauft", berichtet Piehl. "Wenn die bei Eisgang gleich wieder kaputt gehen, das wäre eine Katastrophe." Also bleiben auch die an Land - und die Fische im Wasser.

Inzwischen rechnet Walter Piehl nicht mehr damit, vor Ostern noch aufs Wasser zu kommen. "Das ist eine Premiere", erzählt der 56-Jährige. "Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass wir vor Ostern gar nichts fangen konnten." Statt frischen Fisch anzulanden, repariert Walter Piehl nun Reusen und Netze auf seinem Betriebshof. Die vier Verkaufswagen des Alt Schlagsdorfer Betriebes sind dennoch in der Region unterwegs und bieten frischen Fisch an - nur der stammt derzeit nicht aus den heimischen Gewässern. "Die Kollegen an der Ostsee haben derzeit nicht so viele Probleme wie wir im Binnenland. Deshalb kaufen wir dort ein." Natürlich ist auch dieser Fisch gesund, schmackhaft und frisch. Walter Piehl wäre es aber lieber, wenn er schon jetzt Fische aus seinen Pachtgewässern anbieten könnte.

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